14 Feb

Das größte Geschenk

Das größte Geschenk (Therapeutische Geschichte)
-Dem Geburtstagskind Dietlind-

In einem kleinen Städtchen lebte ein Junge mit seinen Eltern. Sie arbeiteten hart und viel, damit ihr Sohn Matthies es einmal besser haben würde. Die Zeit, in der die Eltern arbeiteten, war der kleine Matthies oft allein. Aber sie sagten ihm stets, dass sie all das nur für ihn tun. Und so ging es ihm auch gut und er genoss die gemeinsame Zeit umso mehr.

Der kleine Matthies wuchs heran und es fehlte ihm an nichts. Die Familie hatte zu Essen und zu Trinken, ein kleines Häuschen und sie schickten ihn auf die Schule und in die Lehre. Er war klug und fleißig und erlernte das Kaufmanns¬geschick. Zog durch die Lande, kaufte und verkaufte und kam zu einem Vermögen.

So wurde Matthies erwachsen und lernte als junger Mann ein Mädchen kennen. Amanda war die schönste Frau, die er sich vorstellen konnte, sie war freundlich, warmherzig und liebevoll, fleißig und hatte das bezauberndste, herzerwärmenste Lächeln. Sie spielte mit den Kindern auf der Straße, schenkte einem Bettler etwas Brot und ein Lächeln und hatte für jeden ein gutes Wort.

Wenn sie lachte, strahlten ihre Augen und die Welt um ihn herum war für Matthies verschwommen. Er sah nur noch sie. Um ihr Herz zu gewinnen, pflückte er die schönsten Blumen von der Wiese und brachte die süßesten Beeren, die er im Wald finden konnte. Als Amanda spürte, wie sein Herz für ihn schlug, schenkte sie ihm das Ihrige und die beiden wurden ein glückliches Paar.

Ein paar Jahre gingen ins Land und der Kaufmannsladen ernährte die beiden. Der Alltag kehrte ein und Amandas Lächeln wurde etwas weniger. Als Matthies dies bemerkte, wurde er traurig und wollte sie wieder glück¬lich machen. So schenkte er ihr eine goldene Kette, die er von seinem Gewinn beiseitegelegt hatte. Sie bedankte sich herzlich, doch es war nicht das gleiche Lachen wie zuvor. Also er kaufte den größten Strauß Blumen, den er finden konnte und stellte ihn in ihr Zimmer. Sie umarmte ihn und lächelte und bedankte sich sehr herzlich. Doch das Strahlen ihrer Augen sah er nicht. Er hörte von einem Bäcker, der den süßesten Kuchen der Region backen würde und einem Schneider, der die schönsten Kleider anfertigte. So machte er sich auf den Weg. Nach einem Tag erreichte er den Schneider und kaufte ein wunderschönes Kleid für seine Liebste. Nach einem weiteren Tag kam er zu dem Bäcker und nahm von dem Kuchen mit, von dem alle schwärmten.

Auf dem Weg zurück begegnete ihm eine Frau, deren Kleider waren so kaputt und verschlissen, dass sie fror. Da erbarmte er sich und gab ihr das Kleid seiner Liebsten. Noch nie hatte die Frau ein solches Kleid gesehen und mit Tränen in den Augen dankte sie ihm. Das einzige, was sie besaß, war ein einfacher Holzring, doch den wollte sie ihm zum Dank unbedingt schenken.
Nach einer Weile sah er einen Bettler am Wegesrand an einem Baum kauernd. „Habt Mitleid Herr, ich habe seit drei Tagen nichts gegessen“, flehte dieser ihn an. Wie sollte er ohne Geschenke nach Hause kommen ? Ein Kuchen war doch für den Bettler viel zu schade. Aber es gab dort nichts anderes an essbarem. Und wenn er an seine Amanda dachte, die so oft ihr Brot geteilt hatte, konnte er nicht vorbei gehen. Also gab er dem Verhun¬gern¬den den halben Kuchen. Der Mann hatte noch nie etwas so Süßes und Köstliches gegessen. „Herr, ich habe nichts außer diesem alten Lederband, was ich seit meiner Jugend habe. Ich will es Euch schenken. Möge es Euch beschützen.“

Je näher Matthies seinem Haus kam, umso schwerer wurde ihm das Herz. Wie sollte er Amanda mit einem halben Kuchen, einem Kupferring und einem Lederhalsband seine Liebe zeigen. Als er in die Tür kam, blickte er voller Scham auf den Boden. Seine Frau begrüßte ihn liebevoll und fragte, was ihn so bedrückte. Da erzählte er seine Geschichte und bat sie um Verzeihung, dass er nur noch einen halben Kuchen brachte. Amanda liefen die Tränen von den Wangen und sie umarmte ihren Matthies. „Heute hast Du mir das schönste Geschenk gemacht, was es gibt. Du hast mir gezeigt, dass Du wahre Liebe in Dir trägst, in dem Du für die da warst, die Dir nicht am nächsten sind.“ Und das Lächeln, das er so liebte, erstrahlte in ihrem Gesicht so hell, wie die Sonne im Frühling. Sie zog den Ring durch das Lederband und trug ihn fortan wie einen Schatz.

Auch wenn ich nicht dabei, so glaube ich, dass der Tag, an dem Matthies zurückkam, der 14. des zweiten Monats des Jahres war …

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2016)

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09 Feb

Der Zuhörer (Therapeutische Geschichte)

Eines Tages stand ich an einer Bushaltestelle. Etwas neben mir auf der Bank saß ein älterer Mann. Eine junge Frau setzte sich daneben. An ihrem Gesicht -besonders den Augen- und ihrer Körperhaltung war gut erkennbar, dass es ihr gerade nicht gut ging.

Der alte Mann sah sie an, lächelte und nickte. Erst blickte sie vorsichtig zurück, aber irgendetwas in seinem Blick schien in ihr etwas zu verändern. Er wandte sich ihr zu und nickte wieder mit einem wohlwollenden Lächeln. Plötzlich liefen ihr die Tränen herunter und sie begann zu erzählen von ihrem Freund, den Streit, den sie hatten und dem Studium, was sie gerade belastete und dass ihr ihre Familie oft fehlte. Der Mann hörte aufmerksam zu, nickte und ich meine von Zeit zu Zeit ein „hmm“ zu hören. Je mehr sie erzählte und die Tränen geflossen waren, desto mehr hatte ich den Eindruck, hellte sich ihr Gesicht wieder auf und der Traurigkeit folgte eine Erleichterung.

Es kam ein Bus und ein zweiter, aber ich war so gebannt von diesem Erlebnis, dass ich dabei blieb. Auch die Frau schien völlig in ihren Bericht vertieft und bemerkte vermutlich nicht einmal die Busse. Es war für mich, als ob eine tiefe Verbundenheit die beiden einhüllte, von der eine große Wärme ausging. Obwohl er gar nichts sagte, hatte sie immer wieder Ideen … dass sie vielleicht doch etwas heftig auf ihren Freund reagiert hatte und sich mit ihm aussprechen wird und dass sie ja eigentlich durch ihre Lerngruppe doch ganz gut vorbereitet war und noch heute abend zuhause anrufen wird.

Nach einer Weile lächelte sie und stand mit einem Gesichtsausdruck großer Erleichterung und ich meine sogar etwas Freude auf. Und auch der alte Mann stand auf. Sie ging auf ihn zu und drückte ihn herzlich und bedankte sich mehrfach. Es war ein ergreifendes Bild für mich. Der alte Mann lächelte freudig und nickte.

Kurz danach kam ein Bus und die junge Frau stieg beschwingt ein, drehte sich nochmal um und winkte ihm im Wegfahren zu. Neben mir stand wohl schon eine Weile eine Frau. Sie setzte sich neben den alten Mann und begrüßte ihn mit einem Winken. Ganz offensichtlich kannten sich die beiden.

Was dann geschah … war unglaublich.

Sie sah ihn fragend an und bewegte ihre Hände und er schüttelte mehrfach den Kopf. Mir fiel auf, dass sie wild mit den Händen gestikulierte und der Mann, der die ganze Zeit ruhig dagesessen hatte, bewegte ebenfalls heftig seine Hände.

Auch wenn ich in dem Moment eine Träne im Auge hatte und die Gebärdensprache nicht beherrsche, wusste ich genau was die Frau ihn gefragt hatte. Ich war tief bewegt und verstand, dass man zum Zuhören und für einfühlsames Verständnis weder Gehör noch Sprache braucht, sondern ein Herz.

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2016)

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20 Jan

Die positive Absicht der Angst

Angst

Ich möchte diesen Blog mit Angst beginnen ;o) … einem Thema, welches mir häufiger begegnet.

Warum wollen wir eigentlich keine Angst haben ? … Weil sie uns schwach macht oder schwach aussehen lässt ?

Ist das wirklich so ? – Hätten wir aber keine Angst mehr, würden wir vermutlich aussterben oder längst ausgestorben sein.

Angst bzw. Furcht ist ein natürlicher Reflex auf eine tatsächliche oder empfundene Gefahr oder Bedrohung. Sie macht uns wachsam, vorsichtig, konzentriert. Sie versetzt den Körper in Alarmbereitschaft, aktiviert ihn, lässt Atmung und Herzschlag schneller werden und uns setzt damit Energie frei … ein Schutzmechanismus.

Bei den meisten Menschen gibt es drei Reaktionsmuster in einer solchen Situation „Kampf/Aggression“, „Flucht/Vermeiden“ oder „Aufgabe / Erstarren“. Wann, wie oder warum jemand in der jeweiligen Situation eines der Muster wählt, ist sehr individuell.

Angst hat für mich Gegenspieler – gute Gefühle : Mut und Entspannung. Mut kann Angst überwinden und hilft Dinge zu tun, die wir vllt. nicht für möglich halten. Er kann aus Liebe entstehen oder Verzweiflung, aus Wut oder einem Ziel/Motiv, das noch größer, bedeutsamer und wichtiger für einen ist, als die Angst.

In Entspannung werde ich keine Angst empfinden und umgekehrt werde ich in einem Angstzustand nicht entspannen.

Oftmals stehen diese Ängste für etwas Anderes, aber viel wichtiger ist … sie haben eine positive Absicht oder Botschaft ! … DAS erscheint oft am schwersten zu glauben. Angst hat eine positive Absicht ?

Ich möchte Euch von einem Beispiel aus meiner Praxis berichten:

Eine Klientin kommt zu mir mit Prüfungsangst … und Prüfungs-Wut. Sie fühlte sich in einer (vorangegangenen, angespannten) Prüfungssituation von den Prüfern in besonderem Maße bevormundet und dadurch zusätzlich gestresst … UND hatte trotz dieses zusätzlichen Stresses, die erste von zwei Prüfungen schon bestanden.

Wir haben u.a. diese Angst einmal genauer betrachtet. (auszugsweise, gekürzt) Wie schlimm war die Angst wirklich ? Was könnte in so einer Prüfung schlimmstenfalls passieren ? Wie war das denn „früher“ ?

UND DANN KAM DIE FRAGE … Wozu war diese Angst gut ?

In welchen Situationen hat ihr diese Angst vllt. sogar geholfen ? Was war also die positive Absicht oder Botschaft ?

Ich bin immer wieder begeistert, welchen (Auf)Lösungen Klienten hier finden, wenn sie den Gedanken (der positiven Absicht) zulassen können.

Es stellte sich heraus, dass diese Angst auch ein Stückchen Ehrgeiz war und ein guter Schutz davor, sich nicht ausreichend auf eine Prüfung vorzubereiten UND, dass so eine Prüfung doch eine wunderbare Möglichkeit ist, endlich zu zeigen, was sie alles gelernt hatte, daran zu wachsen und sich neue Ziele zu setzen.

Könnt Ihr Euch vorstellen, wie sich das Bild der Angst vom Feind zum Freund wandeln kann ?

Meine Klientin sagte mir ein paar Tage später „Steffen, ich freue mich richtig auf meine Prüfung.“ und zu meiner und ihrer Freude hat sie die Prüfung bestens bestanden.

… DAS ist meine Berufung, ich liebe es, Menschen von sich selbst zu begeistern, mit Ihnen an ihren Stärken zu arbeiten und damit Ängste und Blockaden zu überwinden.

Praxis Der Zuhörer -Steffen Zöhl

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03 Jan

Wie funktioniert Hypnose?

Wie funktioniert Hypnose ?

Das Vertrauensverhältnis und die Bindung (Rapport) zwischen mir und meinen Klienten steht an erster Stelle.

Durch meine Stimme begleite ich sie in einen körperlich und geistig entspannten Zustand, der es ihnen ermöglicht, besser mit sich selbst in Kontakt zu treten – ein Treffen und Dialog von Bewusstsein und Unterbewusstsein. Die Atmung kann ein guter Schlüssel dazu sein.

In diesem besonderen Zustand gelingt es meinen Klienten leichter, innere Konflikte oder Blockaden zu finden, zu verstehen und aufzulösen. Das Verarbeiten unangenehmer Erlebnisse, das Akzeptieren/ Annehmen oder das Loslassen sowie das Erlauben von Veränderung wird ihnen möglich. Sie selbst stoßen dabei Heilungsprozesse an. Hypnose bzw.

Hypnotherapie kann zahlreiche (Heilungs)Erfolge verzeichnen, ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich belegbar(Gehirnaktivität) und belegt. (vgl. Geo Hypnose)

Praxis Der Zuhörer -Steffen Zöhl

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03 Jan

Was ist Hypnose?

Was ist Hypnose?

Unter Hypnose/Trance wird ein veränderter Bewusstseinszustand bezeichnet, bei dem die eigene Aufmerksamkeit stark eingeengt/fokussiert ist. Dies ermöglicht Veränderungen bei Denkprozessen und ‑strukturen sowie den Kontakt zu bewussten und unbewussten Aspekten. Jeder kennt vermutlich eine leichte Form von der Trance (Tagtraum, Dämmerzustand). Zum Beispiel, wenn man in der Schule gerade noch über ein tolles Erlebnis in den letzten Ferien nachdachte und sich diese Situation in allen Einzelheiten vorstellt, sie quasi nochmal erlebt … und plötzlich auf eine Frage des Lehrers nicht antworten kann, weil man überhaupt nicht gehört, was er sagte. Die äußere Wahrnehmung (Geräusche, Licht usw.) wird hier zeitweilig zugunsten der inneren Prozesse (in diesem Fall eine schöne Erinnerung) stark eingeschränkt.

Trancezustände sind in der Menschheitsgeschichte u.a. in religiösen / rituellen Handlungen zur Bewusstseinserweiterung, bei Meditationen oder zur Entspannung bekannt.

Auch wenn einige Beispiele in der Show-Hypnose suggerieren könnten, dass die/der Hypnotisierte ‚willenlos‘ wird und alles tut, was man ihr/ihm sagt, wurde die Theorie vom „Mord unter Hypnose“ längst verworfen. Wie gut sich jemand auf die Suggestionen des Hypnotiseurs einlassen kann und will (Suggestibilität) ist individuell. Für solche Vorführungen werden vorher besonders empfängliche Kandidaten ausgewählt. Ich bin davon überzeugt, dass niemand in Hypnose etwas tut, wozu sie/er nicht auch im Wachzustand bereit wäre.

Im therapeutischen Bereich kann ich die stark verringerte Aufmerksam auf äußere Einflüsse (Körperwahr­nehmung wie z.B. Geräusche, Schmerz oder Temperatur, aber auch Orientierung (Zeit/ ‑empfinden, Ort, Person) nutzen, um z.B. die Schmerzwahrnehmung (tlws. komplett) zu reduzieren oder innere Prozesse anzustoßen, um Erlebnisse zu verarbeiten, Veränderungen zu ermöglichen oder Entscheidungsprozesse zu aktivieren. (vgl. Geo Hypnose)

Hypnose kann sein wie

  • ein intensiver Tagtraum
  • ein innerer Dialog, der Blick in die eigene Gedanke- und Gefühlswelt
  • ein zielgerichtetes, konzentriertes (Nach)Denken an/über etwas
  • das Betreten eines geschützten Raums -voll Vertrauen und Sicherheit-, in dem Veränderungen möglich werden, Antworten gefunden, Verletzungen geheilt und Erlebnisse verarbeitet werden können
  • ein Rollenspiel, ein intensiver Prozess von Ideen—und Gedankenaustausch
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