11 Jan

Top 10 Heilpraktikerblogs bei ausbildungheilpraktiker.info

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2016Direkt zu Beginn des neuen Jahres informierte mich Florian Mayer von der Seite ausbildungheilpraktiker.info, dass sowohl mein Interview als auch mein Blog sich größerer Beliebtheit erfreuen.

Dabei hat es mein Blog bereits im ersten Jahr in die Top 10 (Platz 10) seiner Liste geschafft.
Ich bin schon ein wenig stolz darauf.

 

Gleichzeitig möchte ich diese Gelegenheit (1. Artikel in 2017) nutzen und allen einen guten Start in ein glückliches, zufriedendes, friedvolles und gesundes 2017 wünschen.

 

 

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Top 10 Heilpraktikerblogs bei ausbildungheilpraktiker.info
19 Dez

Das Weihnachtslicht (Therapeutische Geschichte) 8/8

Ein Weihnachtslicht ist eine besondere Erscheinung. Es leuchten zwar zur Weihnachtszeit viele Lichter, aber Weihnachtslichter leuchten, wo menschliche Wärme, Herzlichkeit und Liebe sich zeigen. Dabei ist ein Weihnachtslicht nicht unbedingt heller oder größer als andere Lichter und es leuchtet auch nicht nur im Dezember. Es ist aber ein Licht, das so voller Wärme leuchtet, dass es Menschen berührt und Herzen wärmt. Von acht dieser Weihnachtslichter will ich Euch berichten.

 

8. Licht „Der Wunschzettel“
-gewidmet all denen, die an andere denken und die Welt jeden Tag im Kleinen und Großen etwas besser machen-

Theo(dor) ist acht Jahre alt und schreibt seinen Wunschzettel zum Weihnachtsfest. Als seine Mutter ihn findet, stutzt sie und spricht mit ihrem Mann. Eine neue Schultasche, neue Sportschuhe, eine blaue Winterjacke, eine Spiderman-Trinkflasche, eine Taschenlampe, einen MP3-Player und einen Schokoladenweihnachtsmann.

Ganz schön viel überlegen sich die Eltern. Die Mutter schaut in den Flur. Der Schulranzen ist nicht mehr neu, aber auch nicht so abgenutzt, dass er unbedingt ausgetauscht werden müsste, gleiches gilt für die Sportschuhe. Eine weitere Winterjacke – nun gut, Trinkflasche, Taschenlampe, MP3-Player – wären auch kein Problem. Aber irgendwie passte es nicht zu Theo. Sonst hatte er nie so viele Wünsche geäußert.

„Er wird auch älter.“, dachten sich die beiden, „Es könnte auch schlimmer sein. Und naja – er ist ja meistens ein guter Junge. Wir könnten das schon möglich machen.“ Und doch schlafen beide mit einem eigenartigen Gefühl und fragen sich, was ihren Sohn so verändert haben könnte.

Beim nächsten gemeinsamen Frühstück fragen sie ihn, wie er auf seine Liste gekommen ist. „Ist es zu viel?“, fragte Theo? „Nein, das geht schon in Ordnung. Wir fragen uns nur, was mit Deinem Schulranzen und den Sportschuhen nicht mehr ok ist?“, antwortete ihm seine Mutter.

„Weißt Du Mama, mit meiner Schultasche ist alles ok.“ Die Mutter stutzte und sah Theo fragend an. „Aber Marios Tasche ist so kaputt, dass er schon seine Sachen in einen Beutel hinlegt, damit sie nicht herausfallen. Seine Eltern haben momentan nicht so viel Geld. Ich wollte ihm eine Freude machen. … Das macht man doch zu Weihnachten.“ Die Eltern sahen sich sprachlos an. “ … und anderen Sachen?“, fragte der Vater vorsichtig nach. „Naja, eine Winterjacke bräuchte er auch, seine ist recht dünn und er zieht dann immer mehrere Pullover an. Und Leon fand meine neuen Schuhe so toll, weil die schon in dem großen Fußballstadion waren – dann brauche ich andere. Sophie fährt sehr lange mit dem Bus – dann kann sie Musik hören und fühlt sich nicht so allein. Die Taschenlampe ist für Oma, dann findet sie ihre Brille besser, wenn sie mal wieder unter das Sofa fällt. … Die Trinkflasche könnte ich für den Sportunterricht brauchen, da habe ich immer mehr Durst und der Weihnachtsmann …“, da grinste er nur noch.

Die Eltern waren so stolz auf ihren kleinen Jungen. Der Vater strich ihm über den Kopf und in den Augen der Mutter löste sich eine Träne. Die Kerze auf dem Tisch leuchtete wohl noch nie so warm und hell … und ein Weihnachtslicht wurde geboren.

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2016)

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Das Weihnachtslicht (Therapeutische Geschichte) 8/8
13 Dez

Das Weihnachtslicht (Therapeutische Geschichte) 7/8

Ein Weihnachtslicht ist eine besondere Erscheinung. Es leuchten zwar zur Weihnachtszeit viele Lichter, aber Weihnachtslichter leuchten, wo menschliche Wärme, Herzlichkeit und Liebe sich zeigen. Dabei ist ein Weihnachtslicht nicht unbedingt heller oder größer als andere Lichter und es leuchtet auch nicht nur im Dezember. Es ist aber ein Licht, das so voller Wärme leuchtet, dass es Menschen berührt und Herzen wärmt. Von acht dieser Weihnachtslichter will ich Euch berichten.

 

7. Licht „Der Hund des Fleischers“ -gewidmet Luna-

Amadeo hatte einen kleinen Laden, in dem er Fleisch verkaufte. Seinem kleinem Sohn hatte er einen Hund geschenkt. Oftmals kauften die Leute das Fleisch, ließen es von Amadeo entbeinen und dann bekam der Hund den Knochen. Seine Kunden kannten das und die meisten waren damit sehr einverstanden. Sein Sohn liebte diesen Hund und spielte oft im und vor dem Laden mit ihm. Die Familie hatte nicht viel, aber der Laden ermöglichte ein recht angenehmes Leben.

Eines Tages kam ein neuer Kunde in den Laden. Er war gut gekleidet und kaufte etwas Fleisch. Seine Nachbarin hatte ihm Amadeos Fleischgeschäft empfohlen. Auch dieser Kunden ließ sich die Knochen aus dem Fleisch entfernen. Gerade wollte Amadeo den Knochen dem Hund wie gewohnt zuwerfen. Als der Mann das sah, sagte der Mann „Den Knochen packen Sie bitte ein.“

Amadeo war verwundert, warum war dieser Mann wohl so knauserig war. Gönnte er seinem Hund nicht mal einen Knochen? Dieser Kerl musste wohl ein gemeiner, geiziger Mensch und Hundehasser sein. Der sah auch gleich so komisch aus. „Naja, wer weiß, wo der auch herkommt!“, dachte er sich, als der Mann seinen Einkauf einpackte und zur Tür hinausging. Der Mann schaute auf den kleinen Sohn und den Hund und ging.

Kurz darauf kaufte der Mann wieder bei Amadeo ein. Diesmal ein Stück Filet. „Na klar – der kauft natürlich Fleisch gleich ohne Knochen – damit er bloß nichts an den Hund abgeben muss“, dachte sich Amadeo noch und unterdrückte sein Grummeln. Der Mann lächelte und ging. „Wie kann jemand einfach Hunde hassen? Der Hund hat ihm doch gar nichts getan. Aber was interessiert den schon mein Hund?“

Einige Tage später kam der Mann erneut. In Amadeo brodelte es schon, als er den Mann nur sah, aber war er höflich – schließlich war es ein Kunde. Wieder bestellte der Mann ein Stück Fleisch und ließ sich den Knochen herausschneiden. „Lassen sie ruhig etwas Fleisch am Knochen.“, sagte der Mann zu Amadeo. „Nun gut“, dachte sich Amadeo und schnitt großzügig den Knochen frei. Amadeo wollte den Knochen gerade einpacken, da nahm der Mann den Knochen und gab ihm den Hund. Er streichelte ihn und wollte gerade gehen, als sich Amadeo ein Herz fasste und ihn ansprach.

„Werter Herr, ich verstehe das nicht. Ihr habt nun schon mehrfach bei mir eingekauft und dem Hund keine Knochen gegeben. Was ist geschehen?“ Der Mann sah ihn freundlich an und sagte „Beim ersten Mal kaufte ich Huhn. Ich wusste zwar von meiner Nachbarin, dass Ihr die übrig gebliebenen Knochen gerne mal Eurem Hund gebt, aber ich sah auch Euren Sohn.“ Amadeo blickte ihn verwundert und fragend an. „Euer Sohn liebt diesen Hund ganz offensichtlich. Hühnerknochen können leicht splittern und Hunde könnten sich daran verletzen oder sogar sterben. Dieses Risiko wollte ich nicht eingehen.“, sagte der Mann ruhig, “…und ich konnte die Knochen noch auskochen. So wurde die Brühe kräftiger. Mein Sohn war erkältet – die Suppe hat ihm geholfen.“

Amadeo war sprachlos – das hatte er nicht erwartet. Der Mann sah die Verwunderung in Amadeos Gesicht. „Beim zweiten Mal ging es meinem Sohn schon wieder gut und er wünschte sich ein Filetstück. Da ist leider kein Knochen dran. Aber heute habe ich Rind gekauft. Da soll der Hund auch seinen Knochen bekommen – er musste ja schon lange warten.“, sagte der Mann zwinkerte mit einem Auge.

Amadeo war überrascht, berührt und beschämt zugleich. Wie konnte er nur so falsch gelegen haben? Der Mann mochte Hunde ganz offensichtlich. Er lächelte und Amadeo lächelte zurück. „Vielleicht kommt mein Sohn beim nächsten Mal mit … er mag Hunde auch sehr und ist etwa so alt wie Euer Sohn.“, verabschiedete sich der Mann. Amadeo strahlte und sein Herz begann zu leuchten. Ein Weihnachtslicht leuchtete in ihm.

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2016)

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Das Weihnachtslicht (Therapeutische Geschichte) 7/8 Der Glücksknochen auf „Nur positive Nachrichten“
05 Dez

Das Weihnachtslicht (Therapeutische Geschichte) 6/8

Ein Weihnachtslicht ist eine besondere Erscheinung. Es leuchten zwar zur Weihnachtszeit viele Lichter, aber Weihnachtslichter leuchten, wo menschliche Wärme, Herzlichkeit und Liebe sich zeigen. Dabei ist ein Weihnachtslicht nicht unbedingt heller oder größer als andere Lichter und es leuchtet auch nicht nur im Dezember. Es ist aber ein Licht, das so voller Wärme leuchtet, dass es Menschen berührt und Herzen wärmt. Von acht dieser Weihnachtslichter will ich Euch berichten.

 

6. Licht „Die Predigt“ -gewidmet Julia-

An einem Sonntagmorgen ging Lucia in die Kirche. Sie mochte die feierliche Atmosphäre und die meisten Menschen dort waren freundlich zu ihr. Sie hatte im Leben viel Pech gehabt. Ihr Elternhaus war nicht sehr liebevoll gewesen, was die Schule nicht leichter und ihren beruflichen Weg nicht erfolgreicher gemacht hatte.

Heute sollte ein bekannter Prediger aus Amerika, Michael Johns, kommen und eine Gastpredigt zur Nächstenliebe halten. Sie hörte gerne den Predigten zu. Der Pfarrer hatte eine so schöne Stimme, wie sie fand, und seine Worte regten sie meist zum Nachdenken an. Sie war extra früh in Kirche gegangen, um noch einen guten Platz aussuchen zu können und den Gast auch gut zu sehen und zu hören.

In der vierten Reihe direkt am Mittelgang hatte sie einen Platz gefunden. Es waren noch nicht so viele Menschen da. Nur ein junger Mann schräg von ihr -unter der Kanzel- war ihr aufgefallen, der lächelte sie so nett an. Langsam füllte sich der Raum. Plötzlich kam eine Frau im sehr schicken Mantel und stellte sich neben sie. In der Sitzreihe waren noch 2-3 Plätze rechts neben Lucia frei geblieben, weil dort ein Pfeiler die Sicht einschränkte. Die so schick gekleidete Frau schaute Lucia an und fragte, ob noch zwei Plätze frei wären – für sie und ihren Mann. Lucia stand auf und wollte die Dame durchlassen. „Rutschen Sie doch einfach durch. Da hinten sehe ich ja nicht so gut“, sagte die Dame.

Lucia sah sie an und überlegte und verzog das Gesicht. „Hören Sie, ich bin Frau van Itas, mein Mann ist der Chefarzt im Klinikum hier. Wir spenden dieser Gemeinde jedes Jahr viel Geld. Da werden wir wohl einen vernünftigen Sitzplatz bekommen können.“, polterte die Frau ihr entgegen. Lucia war irritiert, traurig und eingeschüchtert zugleich. „Bitte … setzen Sie sich.“, war das einzige, was sie noch sagen konnte.

Sie überlegte, die Kirche zu verlassen … oder doch noch einen anderen Platz zu suchen, um der Predigt zuhören zu können. Der junge Mann, der sie so freundlich angelächelte hatte, hatte das Ganze beobachtet und winkte Lucia zu. Sie sah ihn verwundert an und er winkte noch deutlicher und zeigte auf einen freien Sitz neben seinem. Die Kirche war schon sehr voll. Bevor sie gar keinen Platz mehr finde würde, war dieser immerhin in der Nähe der Kanzel. „Tut mir leid, was da gerade passiert ist.“, sagte er als Lucia sich setzte, „aber so werde ich Deine Gesellschaft genießen. Ich bin Michael.“ „Lucia“, antwortete sie kurz. Selten war ein Mann so nett zu ihr gewesen und hatte etwas so Freundliches, Anerkennendes zu ihr gesagt. In ihr spürte sie ein warmes Gefühl und ihre Augen wurden wässrig – eine kleine Träne bildete sich im Augenwinkel. Ein Sonnenstrahl, der durch das Kirchenfenster fiel, brach sich darin. In diesem Funkeln wurde ein Weihnachtslicht geboren.

Der junge Mann stand plötzlich auf und ging die Kanzel hinauf. Er stellte sich kurz vor und sprach davon, wie er aus seiner Heimatstadt vor einigen Jahren nach Amerika ging und jetzt zurückkam, um hier heute eine Predigt zu halten. Dann sprach er über Nächstenliebe und wie diese im Alltag aussehen kann. Eine Dame fühlte sich sichtlich unwohl dabei.

Nach der Predigt geleitete Michael Lucia unter den Blicken vieler anderer noch bis zu Tür. Sie lächelte, wie sie vielleicht noch nie in ihrem Leben gelächelt hatte und nahm dieses warme Gefühl mit nach Hause.

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2016)

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Das Weihnachtslicht (Therapeutische Geschichte) 6/8 KGS Magazin Der Traum vom Sterben Trainer/Dozent im Institut Christoph Mahr
29 Nov

Das Weihnachtslicht (Therapeutische Geschichte) 5/8

Ein Weihnachtslicht ist eine besondere Erscheinung. Es leuchten zwar zur Weihnachtszeit viele Lichter, aber Weihnachtslichter leuchten, wo menschliche Wärme, Herzlichkeit und Liebe sich zeigen. Dabei ist ein Weihnachtslicht nicht unbedingt heller oder größer als andere Lichter und es leuchtet auch nicht nur im Dezember. Es ist aber ein Licht, das so voller Wärme leuchtet, dass es Menschen berührt und Herzen wärmt. Von acht dieser Weihnachtslichter will ich Euch berichten.

 

5. Licht „Schatten in der Nacht“

Es war einer dieser kalten Winternächte, wo keiner gerne draußen war. Jochen saß in seinem roten Pförtnerhäuschen und kochte gerade Tee. Er dachte schon daran, dass er in ein paar Minuten wieder mit Hektor raus musste, um einen Kontrollgang durchs Gelände zu machen. Hektor lag noch friedlich neben dem kleinen Ofen, der das Häuschen wärmte. „Na komm Hektor, alter Junge. Es ist Zeit für unsere Runde. Hektor freute sich vermutlich -trotz der Kälte- deutlich mehr über eine Runde Gassi als Jochen. Kaum draußen, zog Hektor schon an der Leine. Aber irgendwie zog er zu zielgerichtet, als das er nur sein Geschäft verrichten wollte. Vielleicht hatte sich mal wieder ein Kaninchen im Gebüsch versteckt.

Jochen machte den Job schon einige Jahre und war doch immer wachsam geblieben, auch wenn bisher noch niemand in seiner Schicht unerlaubt das Betriebsgelände betreten hatte. Plötzlich schlug Hektor an und in einer dunklen Ecke neben einem Lüftungsschacht glaubte er einen Schatten zu sehen. Er hielt sein Funkgerät parat, um im Bedarfsfall die Zentrale informieren zu können und versuchte mit der anderen Hand Hektor und seine Taschenlampe zu koordinieren. Und tatsächlich schien jemand über dem Warmluftschacht zu kauern. „Kaum raus oder ich lasse den Hund los!“ rief er in die Ecke.

Er wusste zwar, dass Hektor viel zu gutmütig und in die Jahre gekommen war, aber die mögliche Einbrechern zum Glück nicht. „Bitte nicht!“, hörte er nur eine fast kindliche Stimme. Er war näher gekommen und entdeckte eine junge Frau vielleicht sogar noch ein Mädchen, das zusammengekauert über dem zumindest etwas wärmeren Lüftungsschacht saß. „Los komm her. Aber ich will Deine Hände sehen.“ – das wollte er schon immer mal sagen. Es klang so professionell. Fast freute er sich schon darüber. „Was machst Du hier und wer bist Du?“, fragte er und tat dabei recht streng. „Iris… ich heiße Iris. Und ich … ich weiß nicht wohin“, begann sie zu weinen.

„Hier kannst Du nicht bleiben.“, entgegnete ihr Jochen, „Los komm mit.“ Iris befürchtete das Schlimmste – Anzeige, Polizei oder wieder raus in die Kälte. Oder würde er … sie hatte schon einiges gehört. Und der große Hund machte ihr auch ein bisschen Angst. Sie gingen zum Pförtnerhäuschen. „Los rein mit Dir!“, Jochen hatte den rauen Charme einer Drahtbürste, aber wer ihn kannte, wusste, dass er das Herz am Recht Fleck hatte. „Willste einen Tee?“ Iris überlegte und sagte dann dankend zu. „Bist wohl abgehauen von zu Hause?“, fragte er. Da brach es aus Iris heraus. Der Streit mit der Mutter um ihren neuen Freund, die Tasse die ihr versehentlich runterfiel, die vielen lauten und bösen Worte die gefallen waren und wie sie sich davon geschlichen hatte.

Der Tee wärmte und mehr und mehr sah sie das schelmische Grinsen in seinem Gesicht. „Hab ich auch mal gemacht, da war ich 15.“, man sah seinem Gesicht an, wie er sich daran erinnerte, „drei Tag hab ich geschafft. Meine Mutter ist fast gestorben vor Sorgen. … Na, lass uns mal Deine Mutter anrufen, die macht sich bestimmt auch schon Sorgen um Dich.“ Nur zögerlich rückte, Iris die Telefonnummer heraus und Jochen zückte sein Handy.

„Hallo, hier ist Jochen. Die Iris ist hier bei mir.“, am anderen Ende konnte man die Erleichterung hören. „Wer sind Sie? Und wo ? Und was macht Iris bei Ihnen? Sie ist weggelaufen nach unserem Streit…“, sagte die noch aufgebrachte Mutter. „Ähm, nein nein. Äh … Sie hat mir nur meinen Hektor gebracht – der dumme Hund war mir einfach mit der Leine entwischt und ich bin nicht mehr so schnell…“, flunkerte Jochen. Er hatte das Mädchen schon ins Herz geschlossen und wollte nicht, dass sie Ärger bekommt. „Ach so“, hörte er am Telefon.

„Ach, so ein kleiner Streit …“, sprach er in sein Handy, “… da läuft sie doch nicht weg. Ein bisschen frische Luft … wir waren doch alle mal jung.“ Iris lächelte. „Danke, dass Du … dass Sie mich nicht …“ „Schon gut, Kleine“, grinste Jochen, „ich heiße Jochen.“ Dann rief er ein Taxi. „Aber Du musst mir versprechen, dass Du nicht wieder abhaust. Hier haste meine Nummer, … wenn es mal wieder Stress gibt. Ich sitze eh fast die ganze Zeit hier und mit Hektor kann ich mich nur sehr eingeschränkt unterhalten.“

In dem Moment leuchteten Iris’ Augen. Vermutlich eine Reflexion der Deckenleuchte … oder ? Als das Taxi kam, handelte Jochen gleich einen Preis aus und bezahlte den Fahrer. Iris stieg nochmal aus dem Auto aus und umarmte diesen Klotz von einem Mann, „Danke, Danke vielmals.“ Jochen lächelte nur und doch wurde es in ihm warm.

Zuhause nahm ihre Mutter sie sofort in die Arme und drückte sie fest. „Ich dachte schon, … Du wärest weggelaufen oder Dir wäre etwas passiert“, drückte die Mutter sie noch fester an sich. „Schon gut, Mama. Es war ein blöder Streit.“ Und wieder leuchteten ihre Augen … und ein Weihnachtslicht wärmte drei Menschen.

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2016)

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Das Weihnachtslicht (Therapeutische Geschichte) 5/8
22 Nov

Das Weihnachtslicht (Therapeutische Geschichte) 4/8

Ein Weihnachtslicht ist eine besondere Erscheinung. Es leuchten zwar zur Weihnachtszeit viele Lichter, aber Weihnachtslichter leuchten, wo menschliche Wärme, Herzlichkeit und Liebe sich zeigen. Dabei ist ein Weihnachtslicht nicht unbedingt heller oder größer als andere Lichter und es leuchtet auch nicht nur im Dezember. Es ist aber ein Licht, das so voller Wärme leuchtet, dass es Menschen berührt und Herzen wärmt. Von acht dieser Weihnachtslichter will ich Euch berichten.

 

4. Licht „Heimkehr“

Finn hatte keine einfache Kindheit. Als sein Vater die Familie verließ, war er gerade 7 Jahre alt. Seine Mutter hat vieles versucht, doch als Alleinversorgerin, war nicht viel Zeit für ihren Sohn. Mit der Pubertät wurde das Verhältnis zwischen den beiden schwieriger. Er hatte sie bestohlen, belogen und sie beschimpft. Eines Tages mit 19 Jahren war er einfach abgehauen und lies sie ohne ein Wort zurück. Einige Zeit hatte er bei Freunden gelebt, dann eine Zeit auf der Straße, war durch die Städte gezogen mit Gelegenheitsjobs.

Dann führte ihn ein Zufall nach Norwegen. Sunja hieß „der blonde, wunderschöne Zufall“, der ihm Hoffnung, Mut und ein neues Leben schenkte. Als er eines Tages auf der Straße saß, blieb sie bei ihm stehen und schaute ihn an. „Was machst Du hier?“, hatte sie gefragt. Er hatte nicht aufgeschaut. „Hey, BrownEyeBoy“ hatte sie ihn nochmals angesprochen. Als er aufblickte, blendete ihn für einen Moment das Licht einer Laterne und er konnte nur einen Umriss sehen. Er zwinkerte mit den Augen und versuchte zu erkennen, wem die helle Stimme gehörte.

Dann sah er in die schönsten Augen und das herzerwärmendste Lächeln seines Lebens. Wer weiß, was sie in ihm gesehen hatte, aber sie hielt ihm ihre Hand hin und zog ihn hoch. Dabei stießen sie zusammen, sahen sich für eine gefühlte Ewigkeit in die Augen und lachten. Ein Licht wurde geboren. Für ihn strahlten ihre Augen so, dass es sich kaum daran satt sehen konnte.

Mit Sunja ging nach Norwegen. Er machte eine Ausbildung als Zimmermann und wurde zum besten Lehrling in seinem Betrieb. Die beiden waren sehr verliebt und ihre Augen leuchteten jedes Mal, wenn sie sich sahen. Und doch plagten ihn ein schlechtes Gewissen und eine Sehnsucht nach seiner Mutter. So gerne wollte er sich bei ihr entschuldigen, erklären, was alles passiert war und ihr sagen, dass es ihm gut geht und er sie liebte. Oft hatte er über das Internet versucht, eine Telefonnummer zu finden. Doch unter ihrem Namen konnte er in seiner Heimatstadt nichts finden.

Nun wo sie heiraten wollten, war es beiden ein großer Wunsch, seine Mutter dabei zu haben, sich zu versöhnen und Frieden zu finden. In manchen Nächten lag er wach -was wenn ihr etwas passiert war, sie krank wäre oder nicht mehr lebte. In einem Urlaub fuhr er zurück in seine Heimatstadt und suchte das Haus auf, wo er aufgewachsen war. Fast 8 Jahre waren vergangen. An der Klingel stand ein anderer Name und die Frau die öffnete, kannte seine Mutter nicht. Er suchte im ganzen Ort, fragte an verschiedenen Stellen. Manche kannten zwar noch seine Mutter oder ihn, aber niemand wusste, wo sie lebte.

Traurig und frustriert setzte er sich auf eine Bank, an dem kleinen Park, wo er als Junge gespielt hatte. Wo mochte sie nur sein. Er legte sein Gesicht in seine Hände und weinte. Vermutlich seit 15 Jahren zum ersten Mal weinte er um die verlorene Zeit, sein Verhalten in der Jugend und, dass er seiner Mutter nicht sagen konnte, wie sehr er sie liebte und es ihm leid tat. Plötzlich fragte ihn jemand, „Was ist passiert, dass Sie so traurig sind?“ Er blickte nicht auf. Zu schwer war die Last, die er mit sich trug.

„Ich komme so oft hierher, wie ich kann. Aber heute ist ein besonderer Tag. Heute ist der Jahrestag, an dem ich einen geliebten Menschen verloren habe.“ Die weibliche Stimme schluchzte kurz, „Aber ich gebe nicht auf. Irgendwann … irgendwann. Ich werde nie aufhören. ihn zu lieben.“ Die Worte berührten ihn sehr. Er fühlte, dass da jemand ähnlich empfand, wie er selbst. Noch in seiner ganzen Traurigkeit gefangen sagte er, „Ich habe so viel falsch gemacht, bis ich mich und mein Glück gefunden habe. Ich habe sie so verletzt und es tut mir so unendlich leid.“ Tränen liefen über sein Gesicht.

Plötzlich zuckte die Frau neben ihm zusammen. „FINN ? FINN?“ sie klang so erschrocken und aufgeregt. Er riss seine Hände vom Gesicht und blickte durch die Tränen verschwommenen Augen. Nach einigen Wimpernschlägen konnte er wieder klarer sehen und wurde von seinen Gefühlen übermannt. „MAMA …“, quälte er mit verweinter Stimme hervor.

Und das Weihnachtslicht wurde größer und größer. Minutenlang lagen sich beide in den Armen und waren glücklich. Mutterliebe ist unerschütterlich und Finns Mutter war sehr glücklich, dass es ihrem Sohn gut ging und war stolz, was er aus seinem Leben gemacht hatte. Zwei Jahre später zog sie zu ihrem Sohn und seiner Frau. Ein Enkelkind kündigte sich an und ein neues Licht sollte in die Welt kommen.

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2016)

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Das Weihnachtslicht (Therapeutische Geschichte) 4/8
14 Nov

Das Weihnachtslicht (Therapeutische Geschichte) 3/8

Ein Weihnachtslicht ist eine besondere Erscheinung. Es leuchten zwar zur Weihnachtszeit viele Lichter, aber Weihnachtslichter leuchten, wo menschliche Wärme, Herzlichkeit und Liebe sich zeigen. Dabei ist ein Weihnachtslicht nicht unbedingt heller oder größer als andere Lichter und es leuchtet auch nicht nur im Dezember. Es ist aber ein Licht, das so voller Wärme leuchtet, dass es Menschen berührt und Herzen wärmt.

 

Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl

 

3. Licht „Der Engel“ – gewidmet dem Institut Christoph Mahr

Eines Abends lief ich noch durch den Park und setzte mich irgendwann auf eine Bank, um das Licht der untergehenden Sonne zu bewundern. Plötzlich setzte sich eine junge Frau neben mich. Ich hatte keine Ahnung, wo sie her kam, aber ich verspürte sofort eine besondere Anziehung. Auch die Frau schien und etwas in mir zu sehen und wir unterhielten uns eine Weile. Sie lächelte mich an. Ich war von ihrem Lächeln augenblicklich bezaubert und lächelte zurück. Ich spürte wie mein Herz schneller schlug und sich eine tiefe Wärme in mir ausbreitete. Dann schauten wir uns in die Augen und näherten immer mehr. Wie in Zeitlupe kamen sich unsere Lippen näher, bis sie sich zum ersten Mal zu einem Kuss vereinten. Ein unglaubliches Gefühl vollkommener Liebe, Geborgenheit und Glücks durchströmte mich. Ich war sofort beseelt und überglücklich. Sie musste ein Engel sein, da war ich mir sicher. Die Nacht war lau und wir saßen die ganze Zeit dort, erzählten, küssten uns und sahen irgendwann die Sonne gemeinsam aufgehen.

Als der Morgen kam, musste sie gehen und ich wurde sehr traurig. „Du hast mich die vollkommene Liebe eines Engels spüren lassen und nun lässt Du mich zurück. Wie sollte ich jemals wieder glücklich werden und lieben können?“, fragte ich tieftraurig.

Sie sah mich verwundert an und dann lächelte sie „Engel? Ich kann Dir nur spiegeln, was Du bereits in Dir trägst. Das, was Du spürtest, kam alles von Dir. Du trägst so viel Liebe in Dir.“ Dann ging sie und ich kenne weder ihren Namen noch ihre Adresse. Ich habe sie nie wieder gesehen. Doch jedes Mal, wenn ich an der Parkbank vorbei komme, sehe ich ein Leuchten und erinnere mich an die einzigartige Begegnung.

Ein Weihnachtslicht wurde an diesem Abend geboren und ein Funken davon lebt in meinem Herz weiter.

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2016)

 

 

 

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Das Weihnachtslicht (Therapeutische Geschichte) 3/8
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