12 Mrz

Die Weisheiten der alten Eule 1 (Therapeutische Geschichte)

Die Weisheiten der alten Eule © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018

Die Weisheiten der alten Eule
(Therapeutische Geschichte)

 

In einer sehr alten Eiche lebte eine auch ziemlich alte Eule. Mit der Zeit konnte sie schlechter hören und sehen, aber die Tiere des Waldes gingen gern zu ihr, wenn sie Sorgen und Probleme hatten. Im Gespräch mit der alten Eule fanden viele Tiere ihre Lösungen und verstanden, was das eigentliche Thema war. Von einigen dieser Begebenheiten will ich berichten.

 

Der Hase Snorre
-gewidmet Katrin, Sascha, Amelie & Philipp-

 

Eines Tages kam der Hase Snorre an der alten Eiche vorbei und sah die alte Eule, die sich in der Abenddämmerung langsam auf ihre Nachtruhe vorbereitete. „Hallo Frau Eule“, sagte Snorre. Die alte Eule hatte gerade ihre Brille nicht auf und wusste auch nicht, wo sie gerade war und sagte nur: „Hallo“. „Ach Frau Eule“, fuhr Snorre fort, „mein Leben ist soo anstrengend. Dabei bin ich wirklich schnell. Ich laufe wie der Blitz und bringe Nachrichten und Dinge vom einen zum anderen. Naja, manchmal verlaufe ich mich oder lande zunächst beim Falschen, weil die Namen ähnlich klingen, aber dann laufe ich noch ein bisschen schneller.“ Er sprach ziemlich schnell, weil er irgendwie alles recht schnell machte.

Die alte Eule hatte kaum etwas verstehen können und fragte: „Warum …“ Noch bevor sie weitersprechen konnte, sprach Snorre weiter: „… weil die Nachrichten vom einen zum anderen sollen und es immer mehr Hasen werden, für die ich Nachrichten überbringe.“ Die alte Eule hatte ihre Brille noch immer nicht gefunden und schaute mit großen Augen hinab, wer denn da wohl so viel und so schnell erzählen würde. „Wer bist duhu?“, fragte sie. „Na ich bin doch der Snorre, aus dem Dorf -der mit dem kleinen grünen Haus, direkt am Brunnen rechts von der Blumenwiese am kleinen Anger. Du kennst mich doch …“, er musste kurz Luft holen und fuhr etwas lauter fort, „schon lange.“ Die alte Eule verstand nur: „Sch … lange“. „Schlange?“, dachte sie sich. „Nein!“, rief sie dann hinunter, „Wer bist duhu wirklihich?“

Snorre kam ins Überlegen: „Das ist eine gute Frage.“ Die alte Eule horchte und horchte, doch sie hörte nichts und fragte deshalb: „Wozuhu bist du hier?“ Snorre durchfuhr es: „Noch eine richtig gute Frage! Darüber werde ich nachdenken“, sprach er leise vor sich hin und hoppelte das erste Mal seit laaangem langsam davon. Frau Eule wunderte sich, dass der vage Umriss, der so schnell sprach, plötzlich verschwand und rief: „Wo willst du hihin?“ hinterher. „Ja, wo will ich eigentlich hin?“, fragte sich der kleine Snorre, „Sie ist schon eine wirklich weise Eule.“

Frau Eule legte sich etwas verwundert und müde in ihr Nachtlager. Als Snorre in seinem kleinen grünen Haus ankam, dachte er über die Frage der Eule nach. Er träumte viel in dieser Nacht. Am nächsten Morgen erinnerte er sich an seine Träume. Einmal hatte er geträumt, er wäre in einem Spinnennetz und sah den Fliegen zu, dann, dass er in einer Tonne säße und zuletzt sah er seinen Opa, der immer nur den Kopf schüttelte.

Als Snorre gerade seinen Tee trank und wieder aufspringen wollte, um loszulaufen, verstand er es. Er musste lernen, auch mal „nein“ zu sagen, wenn es zu viel wurde und damit klare Grenzen setzen. Kurz darauf gründete er die erste Hasenpost. Er kannte alle Wege: direkte, Schleichwege und Umgehungen – er war sie oft genug gelaufen. Den jungen Hasen im Dorf, denen es ohnehin viel Spaß machte, zu laufen, brachte er diese Wege bei und plante ihre Routen. So hatte er die Fäden in der Hand bzw. in der Pfote.

Seitdem setzte er sich abends neben sein Häuschen und betrachtete, wie wunderschön die Sonne unterging. Nun wusste er, wer er sein wollte: ein Hase, der sein Leben und die vielen schönen Momente auch genießen konnte.

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

 

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14 Mrz

Die kleine Biene (Therapeutische Geschichte)

 

Die kleine Biene  (Therapeutische Geschichte)

-gewidmet Jakob und Johann-

 

die kleine Biene © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2017Eine kleine Biene flog emsig jeden Tag aufs Neue über Wiesen und Felder und von Blüte zu Blüte. Sie hatte nie darüber nachgedacht, was oder warum sie das gerade tat. Sie flog, sammelte Pollen, brachte ihn in den Bienenstock und flog wieder los. Einer ihrer Flügel war etwas kleiner, deshalb flog sie manchmal etwas langsamer als die anderen Bienen. Dennoch brachte sie meistens nicht weniger Pollen als die anderen Bienen.

 

Eines Tages begegnete sie einem Fisch, der in einem kleinen Teich dicht unter der Wasseroberfläche schwamm. „Oh, wie wunderbar muss es sein, schwimmen und unter Wasser atmen zu können, bis in die Tiefen hinab zu tauchen – so schwerelos“, dachte sich die kleine Biene und flog weiter.

Dann sah sie eine Ameisenstraße und dachte sich plötzlich: „Wie wundervoll muss es sein, so stark zu sein und so schwere Dinge transportieren zu können. Ameisen sind toll und können auch so schnell auf dem Boden krabbeln!“ und flog weiter. Wiederum etwas später entdeckte sie eine Katze, die zwischen den Blumen spielte. „Katzen sind soo groß und geschmeidig und können herumspielen. Es muss so wunderbar sein, wenn man eine Katze ist.“

Als sie in den Bienenstock zurückkehrte, war die kleine Biene traurig und aufgeregt und ein bisschen durcheinander. Die anderen Bienen bemerkten dies und sprachen mit ihr. Sie erzählte von dem Fisch und den Ameisen und der Katze, die ihr begegnet waren, und wie wundervoll sie es fände, wie diese Tiere zu sein.

Unter den Bienen brach eine Unruhe aus. Es bildeten sich Gruppen und man diskutierte, welches der Tiere wohl nun am erstrebenswertesten wäre und warum. Es summte und brummte an diesem Abend im Bienenstock. Da kam die weise Königin aus ihrer Stube und fragte, was ihr Volk so sehr beschäftige.

Aufgeregt versuchten alle Bienen zu berichten und zu erklären, welches Tier zu sein nun von Vorteil wäre. Die Bienenkönigin fragte, wie sie auf die Diskussion gekommen waren. Dann sollte die kleine Biene erzählen, was ihr an dem Tag passiert war. Die Königin hörte aufmerksam zu und fragte dann „Wer von euch sammelt gerne Pollen für den Honig ein?“ Alle Sammlerbienen hoben den Flügel.

„Wer von euch fliegt gerne durch die Luft von Blüte zu Blüte?“ Wieder hoben alle Sammlerinnen die Flügel. „Und wer von euch lebt gerne in unserem Bienenvolk?“ Alle Bienen hoben ihre Flügel. Die Königin lächelte. „Ein Fisch kann das nicht. Eine Katze ebenso wenig und auch die Ameisen können all dies nicht.“ Sie schaute gütig auf ihre Bienen. „Jedes Tier hat Fähigkeiten, die es zum Leben braucht und trägt damit seinen Teil in dieser Welt bei. Fische könnten außerhalb des Wassers nicht leben, Ameisen können nicht von Blüte zu Blüte fliegen und Katzen haben noch nie die Welt aus der Luft heraus betrachten können. Freut euch an der Vielfalt des Lebens und seid dankbar für das, was euch das Leben geschenkt hat.“

Am nächsten Tag flog die kleine Biene wieder los, um Pollen zu sammeln. Doch diesmal flog sie mit einem Lächeln. Sie freute sich und war dankbar, eine Biene zu sein. Auch die anderen Bienen kamen mit Freude, Dankbarkeit und Stolz in den Bienenstock zurück. Und am Abend sprachen sie miteinander, wie schön es ist, eine Biene zu sein.

Und im Bienenstock war ein einzigartiges Summen zu hören…

 

Gefallen gefunden und neugierig geworden? Diese und viele weitere Geschichten für Groß und Klein gibt es in meinem Buch “Herzgeschichten für kleine Glücksmomente”.

 

 

 

 

 

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2017

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2017)

 

 

 

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30 Aug

Brombeeren (Therapeutische Geschichte)

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2016

 

Brombeeren
-gewidmet A.C. LoClair-

 

Ein Mann ging zum Arzt. Als dieser ihn sah, schaut er ganz besorgt, „Kasper, was ist denn mit Dir passiert – Du siehst ja furchtbar aus.“ Kasper hatte völlig zerkratzte, wunde Hände und sah sehr übermüdet aus.

„Alles wegen der Brombeeren!“, schnaubte er dem Arzt entgegen.

„Wegen der Brombeeren?“, fragte der Arzt nach.

„Gestern gegen Zwölf kam meine Nachbarin vorbei und erzählte, dass meine Brombeeren im Garten reif sind. Da wir immer gegen 1 Uhr essen, bin ich gleich los geradelt.“, berichtete Kasper.

„Aber brauchst Du nicht fast zwanzig Minuten, bis zu Eurem Garten?“, fragte der Arzt.

„Ja, deshalb wollte ich auch gleich los. Und sie waren schon reif – gut reif.“, erzählte Kasper weiter.

„Und ich dachte, Du magst keine Brombeeren, weil Du sie nicht verträgst.“, hakte der Arzt nach.

„Mag ich auch nicht, aber…

Gefallen gefunden und neugierig, wie es weiter geht? Die vollständige Geschichte und viele weitere Geschichten für Groß und Klein gibt es in meinem Buch

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2016)

 

 

 

 

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