26 Mrz

Die Weisheiten der alten Eule 3 (Therapeutische Geschichte)

Die Weisheiten der alten Eule © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018

Die Weisheiten der alten Eule
(Therapeutische Geschichte)

 

In einer sehr alten Eiche lebte eine auch ziemlich alte Eule. Mit der Zeit konnte sie schlechter hören und sehen, aber die Tiere des Waldes gingen gern zu ihr, wenn sie Sorgen und Probleme hatten. Im Gespräch mit der alten Eule fanden viele Tiere ihre Lösungen und verstanden, was das eigentliche Thema war. Von einigen dieser Begebenheiten will ich berichten.

 

Der Kater Elias
-gewidmet Manja Matschkus-Kotzur-

 
An einem Sonntagmorgen im Herbst, die Sonne wollte sich nicht zeigen und der Himmel war grau, kam der Kater Elias zur weisen Eule. Er wusste nicht mehr weiter. „Meine Frau Dori ist in letzter Zeit immer kratzbürstiger geworden und ist oft krank. Früher hatte ich zumindest am Wochenende frei und konnte mit den anderen Katern um die Häuser ziehen. Jetzt muss ich abends auch noch den Haushalt machen, da sie das oft nicht schafft oder sie pflegen, wenn sie krank ist. Zumindest ist sie dann nicht mehr so schnippisch zu mir.“, jammerte Elias.

Die Eule hörte ihm eine ganze Weile zu und fragte dann: „Wie hast du sie kennengelernt?“ Kater Elias war verwundert: „Kennengelernt? Das ist doch schon so lange her. Was hat das denn damit zu tun? Naja … wir waren schon in der Schule gern in der Pause…“ Plötzlich begannen seine Augen zu leuchten und er fuhr fort: “Sie hatte die schönsten Augen und ich war stolz, dass sie mit mir zum Abschlussball ging. Der Weg am Fluss … wir sind ihn so oft zusammen gegangen. Da bekam ich meinen ersten Kuss von ihr.“ Dann senkte sich sein Kopf, „Das haben wir schon eine Weile nicht mehr gemacht. Sie zieht sich immer mehr zurück. Vielleicht ist sie ja schwerkrank?“ Elias erschrak.

„Das könnte sein“, sagte die Eule, „aber vielleicht ist es noch nicht zu spät. Du wirst ihr ab sofort, jeden Abend ihr Lieblingsessen kochen, bringst ihr Blumen mit und holst frische, wenn sie verblüht sind – drei Wochen lang. Sobald es ihr besser geht, gehst du jeden Tag mit ihr diesen Weg am Fluss entlang und schaust ihr dort mindestens 3 Minuten in die Augen.“ Dann schaute sie ihn mahnend an und ergänzte: „Und du darfst ihr von all dem nichts verraten – egal wie sehr sie fragt. Du wirst lächeln und ihr sagen, dass du es gerne für sie tust und es möchtest.“ Als Letztes gab ihm die Eule einen hohlen Kürbis und sagte ihm , er solle jeden Abend einen Taler hineinlegen.

Elias ging nach Hause. Kurz bevor er die Tür öffnete und schon damit rechnete, dass seine Frau mit ihm schimpfen würde, wo er wieder gewesen wäre, versuchte er zu lächeln. Es war eine Grimasse. Dann erinnerte er sich an seinen ersten Kuss und lächelte. Er ging hinein und lächelte. Dori sah ihn und wollte sich gerade beschweren, wie er sie so krank allein lassen konnte … und sah dieses Lächeln. Dieses Lächeln hatte er schon lange nicht mehr gezeigt. Sie verstummte. „Bleib ruhig liegen und ruhe Dich aus. Ich bringe Dir Dein Essen. Du magst doch noch Milchreis mit Honig?“ Dori war überrascht: „Ähm ja, … ja ich mag das sehr gerne.“ Sie überlegte, wann er ihr das zuletzt gekocht hatte und war gerührt.

Elias kümmerte sich nun jeden Tag um sie und sie lachten auch wieder miteinander. Dori ging es schnell wieder etwas besser. Sie bedankte sich bei ihm und schien, wieder mehr zufrieden zu sein. Aber irgendwie fiel es ihr schwer, das Bett zu verlassen. „Heute gehen wir ein paar Schritte spazieren.“, sagte Elias zu ihr. „Ich weiss nicht recht“, zögerte Dori. „Wir machen langsam und schauen, wie es klappt“, beruhigte sie Elias. So gingen sie vor das Haus und Schritt für Schritt weiter. Dori genoss es sichtlich, mit ihrem Elias zu gehen. Als sie an dem Weg am Fluss ankamen, pochte Doris Herz. Sie erinnerten sich beide an ihre unzähligen Spaziergänge. Plötzlich nahm Dori Elias in ihren Arm und küsste ihn. Elias brachte weiterhin auf dem Heimweg Blumen mit, obwohl die drei Wochen schon längst abgelaufen waren und kochte am Wochenende Milchreis mit Honig.

Als ein Jahr vergangen war, klopfte es an der alten Eiche der Eule. Plötzlich erschien ein kleiner Katzenkopf vor der Baumhöhle und maunzte die Eule an. „Wer bist du denn?“, fragte die Eule, da erschienen noch zwei weitere neugierige kleine Katzenköpfchen. „Entschuldigung, Frau Eule“, sagte Elias rasch, „sie sind noch recht neugierig und stürmisch. Wir wollten uns sehr herzlich bedanken. Dori ist wieder gesund und … naja, den Rest könnt ihr euch denken.“ Dann grinste er: „Das ‘Kürbis-Geld’ konnten wir gut gebrauchen.“

An diesem Abend schlief die weise Eule mit einem warmen Gefühl im Herzen und einem Lächeln im Gesicht ein.

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

#SinnSationsGeschichten #Mobbing #PraxisDerZuhörer #WeisheitenDerEule #Kater #Elias #Liebe #Beziehung #Alltag #Achtsamkeit #TherapeutischeGeschichten

 

 

 

 

 

(Ansichten 503, 1 Ansichten heute)
24 Mai

Das Aber-Männchen (Therapeutische Geschichte)

Das Aber-Männchen
(Therapeutische Geschichte)
-gewidmet Sabine Gerbrand-

 

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2017

In einem Wald nahe einer Wiese und einem kleinen Bach leben die Waldlinge. Du musst wissen, dass Waldlinge etwa so aussehen wie Menschen, nur viel kleiner. Selbst wenn du mal in diesen Wald kommen solltest, wirst du sie wohl nicht entdecken, denn sie leben gut versteckt. Waldlinge leben von und mit dem, was der Wald ihnen bietet. Im Winter ziehen sie sich unter die Erde in ihre Baumkeller zurück.

In diesem Dorf der Waldlinge lebte einer, den alle nur das Aber-Männchen oder Aberich nannten. Vielleicht nicht immer und doch sehr häufig, hörte man ihn etwas sagen wie: „aber ich wollte doch nur …“ oder: „das ist gut, aber zu groß/klein/viel/ wenig für mich“ So wurde aus dem häufigen „aber ich …“ der Aberich.

Auch wenn die anderen Waldlinge zum Beispiel etwas Neues gefunden, hergestellt oder verschönert hatten, hörten sie etwas wie „Das sieht schön aus, aber zu … bunt oder zu dunkel oder zu hell für mich.“ oder „Ein schöne Idee, aber ich glaub das wird schwer … und wer soll das ganze bezahlen?“ oder „und wer braucht schon … ?“

Man könnte glauben „aber … zu“ oder „und wer …“ wären seine Lieblingsworte. Eigentlich war Aberich nur etwas unsicher und manchmal auch etwas neidisch auf das, was andere geschafft hatten. So versuchte er, damit besser klar zu kommen, dass er manche Dinge nicht hatte oder konnte. Wenn er sich die Dinge weniger schön redete, empfand er es leichter.

Die anderen Waldlinge fanden es natürlich schade, wenn er an ihren Sachen etwas bemängelte und immer etwas fand, was „zu“ klein, groß, schwer, leicht, hart, weich etc. war. Irgendwann zeigten ihm immer weniger Waldlinge die Dinge, die sie so gefunden, geerntet oder gebaut hatten, denn keiner wollte wieder hören, was dem Aberich nicht gefiel. Als Aberich das bemerkte, wurde er traurig. Es beschäftigte ihn sehr. Er dachte darüber nach und schlief dabei irgendwann ein.

Im Traum erlebte er viele dieser Begegnungen mit den anderen Waldlingen. Plötzlich fiel auch ihm auf, dass er sehr oft “… aber zu …“ oder „und wer …“ sagte. Eigentlich wäre es doch schöner, wenn er sich mit den anderen freuen könnte, anstatt sie zu beneiden. Er sah in seinem Traum, wie traurig manche der anderen Waldlinge wurden, wenn er meistens etwas auszusetzen hatte. Diese Worte „ABER ZU“ und „UND WER“ wurden immer größer und größer in seinem Traum, wie riesige Felsblöcke.

Plötzlich schwebten die Felsen über seinem Kopf und drohten ihn zu erschlagen. Aberich bekam ordentlich Angst und hob die Hände über seinen Kopf. Da begannen die Felsblöcke in kleinere Steine zu zerspringen.

Jeder Stein wurde zu einem der Buchstaben und die drehten sich vor ihm. A, B, E, R, Z, U wirbelten hin und her und dann sah er es: Die Steine passten zusammen … doch irgendwie anders. Er sortierte die ganzen Buchstaben neu und lächelte. Aus „ABER ZU“ wurde: „ZAUBER“ und aus „UND WER“ entstand: „WUNDER“.

Als Aberich am nächsten Morgen aufwachte, sah man ein strahlendes Lächeln in seinem Gesicht. Er sprang auf, machte sich fertig und ging durchs Dorf. Manchmal entdeckte er etwas Neues im Dorf und sagte „Das ist sehr schön …“ und die anderen Waldlinge fragten dann gleich “ … aber zu …?“ und er lächelte „und ZAUBERhaft“ oder „und WUNDERvoll“ entgegnete er.

Schnell sprach es sich im Dorf herum, dass etwas passiert war mit Aberich. Anfangs waren manche noch skeptisch, doch als sie merkten, dass er sich wirklich verändert hatte, freuten sie sich sehr. Und er freute sich, dass die anderen Waldlinge auch freundlicher zu ihm waren und gerne mit ihm sprachen. Sie zeigten ihm nun gerne ihre Sachen, die sie so gefunden hatten. Und immer mehr Waldlinge nannten ihn wieder bei seinem eigentlichen Namen: Caius.

 

Gefallen gefunden und neugierig geworden? Diese und viele weitere Geschichten für Groß und Klein gibt es in meinem Buch

 

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2017)

 

 

(Ansichten 251, 1 Ansichten heute)
14 Mrz

Die kleine Biene (Therapeutische Geschichte)

 

Die kleine Biene  (Therapeutische Geschichte)

-gewidmet Jakob und Johann-

 

die kleine Biene © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2017Eine kleine Biene flog emsig jeden Tag aufs Neue über Wiesen und Felder und von Blüte zu Blüte. Sie hatte nie darüber nachgedacht, was oder warum sie das gerade tat. Sie flog, sammelte Pollen, brachte ihn in den Bienenstock und flog wieder los. Einer ihrer Flügel war etwas kleiner, deshalb flog sie manchmal etwas langsamer als die anderen Bienen. Dennoch brachte sie meistens nicht weniger Pollen als die anderen Bienen.

 

Eines Tages begegnete sie einem Fisch, der in einem kleinen Teich dicht unter der Wasseroberfläche schwamm. „Oh, wie wunderbar muss es sein, schwimmen und unter Wasser atmen zu können, bis in die Tiefen hinab zu tauchen – so schwerelos“, dachte sich die kleine Biene und flog weiter.

Dann sah sie eine Ameisenstraße und dachte sich plötzlich: „Wie wundervoll muss es sein, so stark zu sein und so schwere Dinge transportieren zu können. Ameisen sind toll und können auch so schnell auf dem Boden krabbeln!“ und flog weiter. Wiederum etwas später entdeckte sie eine Katze, die zwischen den Blumen spielte. „Katzen sind soo groß und geschmeidig und können herumspielen. Es muss so wunderbar sein, wenn man eine Katze ist.“

Als sie in den Bienenstock zurückkehrte, war die kleine Biene traurig und aufgeregt und ein bisschen durcheinander. Die anderen Bienen bemerkten dies und sprachen mit ihr. Sie erzählte von dem Fisch und den Ameisen und der Katze, die ihr begegnet waren, und wie wundervoll sie es fände, wie diese Tiere zu sein.

Unter den Bienen brach eine Unruhe aus. Es bildeten sich Gruppen und man diskutierte, welches der Tiere wohl nun am erstrebenswertesten wäre und warum. Es summte und brummte an diesem Abend im Bienenstock. Da kam die weise Königin aus ihrer Stube und fragte, was ihr Volk so sehr beschäftige.

Aufgeregt versuchten alle Bienen zu berichten und zu erklären, welches Tier zu sein nun von Vorteil wäre. Die Bienenkönigin fragte, wie sie auf die Diskussion gekommen waren. Dann sollte die kleine Biene erzählen, was ihr an dem Tag passiert war. Die Königin hörte aufmerksam zu und fragte dann „Wer von euch sammelt gerne Pollen für den Honig ein?“ Alle Sammlerbienen hoben den Flügel.

„Wer von euch fliegt gerne durch die Luft von Blüte zu Blüte?“ Wieder hoben alle Sammlerinnen die Flügel. „Und wer von euch lebt gerne in unserem Bienenvolk?“ Alle Bienen hoben ihre Flügel. Die Königin lächelte. „Ein Fisch kann das nicht. Eine Katze ebenso wenig und auch die Ameisen können all dies nicht.“ Sie schaute gütig auf ihre Bienen. „Jedes Tier hat Fähigkeiten, die es zum Leben braucht und trägt damit seinen Teil in dieser Welt bei. Fische könnten außerhalb des Wassers nicht leben, Ameisen können nicht von Blüte zu Blüte fliegen und Katzen haben noch nie die Welt aus der Luft heraus betrachten können. Freut euch an der Vielfalt des Lebens und seid dankbar für das, was euch das Leben geschenkt hat.“

Am nächsten Tag flog die kleine Biene wieder los, um Pollen zu sammeln. Doch diesmal flog sie mit einem Lächeln. Sie freute sich und war dankbar, eine Biene zu sein. Auch die anderen Bienen kamen mit Freude, Dankbarkeit und Stolz in den Bienenstock zurück. Und am Abend sprachen sie miteinander, wie schön es ist, eine Biene zu sein.

Und im Bienenstock war ein einzigartiges Summen zu hören…

 

Gefallen gefunden und neugierig geworden? Diese und viele weitere Geschichten für Groß und Klein gibt es in meinem Buch „Herzgeschichten für kleine Glücksmomente“.

 

 

 

 

 

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2017

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2017)

 

 

 

(Ansichten 2.109, 1 Ansichten heute)
30 Aug

Brombeeren (Therapeutische Geschichte)

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2016

 

Brombeeren
-gewidmet A.C. LoClair-

 

Ein Mann ging zum Arzt. Als dieser ihn sah, schaut er ganz besorgt, „Kasper, was ist denn mit Dir passiert – Du siehst ja furchtbar aus.“ Kasper hatte völlig zerkratzte, wunde Hände und sah sehr übermüdet aus.

„Alles wegen der Brombeeren!“, schnaubte er dem Arzt entgegen.

„Wegen der Brombeeren?“, fragte der Arzt nach.

„Gestern gegen Zwölf kam meine Nachbarin vorbei und erzählte, dass meine Brombeeren im Garten reif sind. Da wir immer gegen 1 Uhr essen, bin ich gleich los geradelt.“, berichtete Kasper.

„Aber brauchst Du nicht fast zwanzig Minuten, bis zu Eurem Garten?“, fragte der Arzt.

„Ja, deshalb wollte ich auch gleich los. Und sie waren schon reif – gut reif.“, erzählte Kasper weiter.

„Und ich dachte, Du magst keine Brombeeren, weil Du sie nicht verträgst.“, hakte der Arzt nach.

„Mag ich auch nicht, aber…

Gefallen gefunden und neugierig, wie es weiter geht? Die vollständige Geschichte und viele weitere Geschichten für Groß und Klein gibt es in meinem Buch

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2016)

 

 

 

 

(Ansichten 197, 1 Ansichten heute)
30 Jun

Silbergras (Therapeutische Geschichte)

Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl-gewidmet Doreen-

 

Linus war einer der Hasen, die es liebten, Neues zu entdecken. Seine ständigen Ausflüge hatten ihm schon die eine oder andere Schramme beschert und ihn in brenzlige Situationen geraten lassen. Aber er war ein schneller kleiner Hase und mutig dazu.

Schon oft war er über die Heide und den kleinen Hügel im Norden, um den Teich im Osten, die westlichen Waldlichtungen oder die Wiesen und Felder im Süden des Hasenwaldes gehoppelt. Und hatte viel Neues und Schönes entdeckt. Linus liebte es, Schönes zu entdecken. Daran hatte er Freude. Dann konnte er vergessen, wie oft ihn andere Hasen wegen seines einen Knickohrs geärgert hatten. Das Problem für Linus war, dass das Schöne für ihn schnell wieder an Reiz verlor, wenn er es eine Weile betrachtet hatte. So musste er immer längere Ausflüge unternehmen und schneller laufen, damit er zum Abend zurück im Dorf war.

Eines Tages traf er die alte Louisa. Die greise Häsin hatte schon weißes Haar und bewegte sich nur noch langsam. Linus dachte sich, so alt, wie sie ist, hat sie bestimmt schon vieles gesehen – und viel Schönes. Vielleicht kann sie mir sagen, wo ich noch etwas Schönes und Neues finden kann. Also setzte er sich neben sie auf ihre Bank. Louisas Bank stand ziemlich in der Mitte des Hasendorfes nahe bei ihrem Haus. So konnte Louisa noch viel mitbekommen, was so im Dorf passierte. Linus fragte die alte Louisa, was wohl das Schönste sei, was sie jemals gesehen hatte. „Silbergras“, sagte Louisa, „ich liebe Silbergras.“ Linus überlegte. „Wo finde ich Silbergras?“, fragte er Louisa. Sie erklärte ihm, dass Silbergras etwas Sonne und etwas Feuchte braucht, um zu gedeihen und wunderschön anzusehen ist.

Linus lief los so schnell er konnte und suchte an all den Orten, die er besucht hatte. Doch er fand kein Silbergras. Er hatte zwar noch nie selbst welches gesehen, aber dafür eine gute Vorstellung davon, wie Silbergras aussehen würde. Er lief immer schneller und weiter und fand doch kein Silbergras.

Eines Tages kam er ziemlich erschöpft zurück ins Hasendorf und setzte sich wieder neben Louisa auf die Bank…

Gefallen gefunden und neugierig, wie es weiter geht? Die vollständige Geschichte und viele weitere Geschichten für Groß und Klein gibt es in meinem Buch

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2016)

 

 

 

(Ansichten 165, 1 Ansichten heute)
03 Mai

Das Glück des Hasen (Therapeutische Geschichte)

-gewidmet Michi, Kai, Jan und Tim-

 

Gleich hinter dem Wald, wo die Wiesen begannen war der Hoppelbergweg. Und in Nummer 7 wohnte der kleine Hase Löwenzahn. Eigentlich hieß er Cäsar Carl Conrad vom Hoppelberg, aber weil er sooo gerne am Löwenzahn roch und Blüten vernaschte, nannte ihn alle Löwenzahn. Das war auch viel kürzer. Außerdem war er ein recht mutiger kleiner Hase, aber manchmal etwas neugierig.

Wenn er nicht gerade auf den Wiesen am Löwenzahn mümmelte, spielte er am liebsten mit seinem roten Ball. Eines Tages spielte er mit seinen Freunden und sein roter Ball flog weiter als sonst … bis vor einen Zaun. „Schnell, schnapp Dir den Ball und dann weg hier“, riefen seine Freunde. „Wieso?“, fragte Löwenzahn. „Da wohnt der alte Grummel. Der mag keine Kinder, keine Bälle und auch sonst niemanden. … Da sollen schon kleine Hasen verschwunden sein, wenn sie auf seinem Grund waren.“

Nun war Löwenzahns Neugierde natürlich erst recht geweckt. Und schon polterte der alte Grummel aus seiner Hütte. „Verschwindet hier. Ihr habt hier nichts zu suchen. Ich mach Euch gleich Beine.“ Die Häschen liefen weg … bis auf Löwenzahn. „Hallo, ich bin Löwenzahn. Sie haben einen schönen Garten und einen Ort für Ihr Häuschen. Es ist geschützt genug, bekommt aber noch ausreichend Sonne, ist nicht gleich zu sehen und die Rüben wachsen hier besonders gut.“, sagte Löwenzahn unbeeindruckt. „Das … das hast Du gut bemerkt.“, antwortete Grummel überrascht, „Aber nun geh wieder und störe mich nicht“. „Was machen Sie denn gerade?“, fragte Löwenzahn einfach darauf los. „Nichts!“ grummelte Grummel in seinen Bart. „Und dabei störe ich Sie?“ fragte Löwenzahn spitzbübisch. Grummel fühlte sich ertappt, konnte sich aber dem herzlichen Humor des Kleinen kaum entziehen.

„Kennst Du Dich mit Blumen aus?“ fragte Grummel. „Ja, am liebsten mag ich Löwenzahn. Aber auch Tulpen, Gänseblümchen, … aber noch längst nicht alle.“ „Möchtest Du mehr Blumen kennenlernen?“, fragte Grummel. „Oh ja. Kannst Du sie mir erklären? Ähm … Sie.“ „Schon gut, Du kannst Grummel sagen. Aber nun geh wieder nach Hause, sonst machen sich Deine Eltern noch Sorgen.“

Der kleine Löwenzahn ging nun fast jeden Tag zu Grummel und lernte über Pflanzen und Blumen, wo und wie man sie sät und woran, man sie erkennt. Grummel wusste viel und verdiente seinen Namen von Tag zu Tag immer weniger. Er mochte den kleinen Löwenzahn. Die anderen Hasen mieden Grummel, erzählten sich Geschichten über ihn. „Wieso heißt Du eigentlich Grummel?“, fragte Löwenzahn. „Vor langer Zeit…

Gefallen gefunden und neugierig, wie es weiter geht? Die vollständige Geschichte und viele weitere Geschichten für Groß und Klein gibt es in meinem Buch

 

 

Hasen, Das Glück des Hasen

 

<class=“entry-title“> Praxis Der Zuhörer -Steffen Zöh

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2016)

 

 

 



(Ansichten 363, 1 Ansichten heute)