09 Sep

Der Lumpenhund (Therapeutische Geschichte)

exklusiv auf nur-positive-nachrichten.de

Der Lumpenhund (Therapeutische Geschichte)

 

Meine neueste Geschichte “Der Lumpenhund” ist nun exklusiv auf nur-positive-nachrichten.de zu lesen. Sie ist inspiriert durch eine wahre Begebenheit.

 

Ich war einmal wieder mit der S-Bahn in Berlin unterwegs und fuhr auf dem kleinen Ring von West nach Ost … so beginnt eine besondere Begegnung und meine kleine Geschichte über Menschlichkeit und Verbindungen zwischen Welten.

 

Hier die Hörversion:

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

 

 

 

 

 

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06 Sep

Mein Artikel “Veränderung im Leben” bei ratgeber-lifestyle.de

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2017

 

ratgeber-lifestyle.de bat mich kürzlich einen Fachartikel zum Thema “Veränderung im Leben” zu schreiben. Dieser wurde nun veröffentlicht, was mich sehr freut und ein wenig mit Stolz erfüllt.

 

Unser Leben ist voller Veränderungen. Manche bemerken wir, andere bleiben unentdeckt. Bei vielen Menschen erzeugen Veränderungen (von außen) Widerstand oder Ängste. Oft genügt ein kleines bisschen Unterstützung, um den Blickwinkel zu verändern und Veränderungen als Chance zu verstehen.

 

Der vollständige Artikel ist unter https://www.ratgeber-lifestyle.de/beitraege/persoenlichkeitsentwicklung/veraenderung-im-leben.html zu finden.

 

Manchmal können Veränderungen auch durch Coaching oder Therapie positiv unterstützt werden.

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

 

 

 

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14 Aug

Der zerbrochene Teller (Therapeutische Geschichte)

Der zerbrochene Teller
(Therapeutische Geschichte)
-in tiefer Dankbarkeit-

 

Ich schreckte zusammen als ich das Klirren und Scheppern aus der Küche hörte. Was war passiert? Hatte sie sich verletzt? Ich sprang auf und eilte in die Küche. Ein Teller oder vielmehr die Scherben eines Tellers lagen auf dem Boden. Elke schaute mich mit einer Mischung aus erschrocken und verärgert an. „Was ist denn passiert?“, entfuhr es mir. „Du hast ja auch alles so voll gestellt hier. Wie soll ich da auch vernünftig einen Teller in den Geschirrspüler stellen?“

„Wieso hast Du auch zwei Teller genommen? Dann wäre das nicht passiert.“, entgegnete ich. Ich konnte quasi sehen, wie die Wut und Verzweiflung in ihr anstieg. So froh ich auch war, dass ihr nichts passiert war, ärgerte mich der kaputte Teller. Sie war aber immer so ungeschickt, dachte ich noch bevor ich mit vorwurfsvollem Blick die Scherben aufsammelte. Wutschnaubend verließ Elke die Küche. Im Nachhinein tat es mir leid, dass ich nicht entspannter darauf reagiert hatte. Ich war ja froh, dass es ihr gut ging. Es war letztlich nur ein Teller.

Einige Wochen später wollte ich im Fernsehen eine Sendung sehen und hatte mich mit dem Abendbrot beeilt. Ich griff beide vorbereitete Brettchen und stellte ein Glass Fruchtschorle dazu. Die Sendung sollte gleich beginnen und ich wollte ja Zeit sparen. Auf dem letzten Meter rutschte das Glas und ich ging in einen Jonglierversuch über … aber das Glas fiel doch zu Boden und die Schorle war nur noch eine Pfütze am Boden.

Diesmal war Elke es, die zur Tür hereinstürmte und fragte, was passiert sei. Ich spürte wie in mir die Wut über mein Missgeschick, der Ärger über das, was mir nun bevorstand und die Verzweiflung aufstieg. „Ist Dir was passiert?“, fragte Elke und ich druckste nur „Nein, alles ok.“ Innerlich bereitete ich mich auf einen Vortrag vor, warum ich denn nicht zweimal gegangen war und dass es ja klar, dass ein Glas auf dem Brettchen rutschen könnte. Ich überlegte schon, was ich entgegnen würde. „Du hättest mir ja auch helfen können, dann hätte ich nicht zweimal gehen müssen.“, war eine von mehreren Reaktionen, die mir durch den Kopf gingen. Ohne ein Wort lief sie in die Küche, holte die Küchenrolle und wischte die Flüssigkeit auf. „Pass auf die Scherben auf …bitte“, sagte ich, während ich die Brettchen abstellte und ein Kehrblech holte. „Naja, bis auf den Schrecken ist ja nichts passiert.“, lächelte sie mich an, „Es war nur ein Glas. Dir ist nichts passiert. Das ist wichtig!“

 

Der zerbrochene Teller - SinnSationsGeschichten Liebe Beziehung Leben

 

Ich war verunsichert, erleichtert und begeistert zur gleichen Zeit. Mir war klar, dass das DIE Gelegenheit für sie gewesen wäre, sich für meinen Ausbruch beim zerbrochenen Teller zu revanchieren. „Danke“, sagte ich kleinlaut. Dann nahm ich sie in den Arm und wiederholte es: „Danke, … dass Du nicht geschimpft hast. Ich weiß ja, dass das blöd von mir war.“ Wieder lächelte sie nur. In dem Moment wurde mir klar, dass weder ein kaputtes Glas noch ein Teller es wert waren, sich zu streiten oder Vorwürfe zu machen. Wenn einem so etwas passiert, wünscht man sich Verständnis, denn Vorwürfe macht man sich selbst schon genug.

Seitdem waren die kleinen Unfälle des Alltags nie wieder ein „Problem“ zwischen uns.

 

Was ich durch einen zerbrochenen Teller und ein kaputtes Glas lernte, macht mein Leben seit dem deutlich entspannter und leichter.

 

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

 

 

 

 

 

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12 Jun

Die Weisheiten der alten Eule 6 (Therapeutische Geschichte)

Die Weisheiten der alten Eule © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018

Die Weisheiten der alten Eule
(Therapeutische Geschichte)

 

In einer sehr alten Eiche lebte eine auch ziemlich alte Eule. Mit der Zeit konnte sie schlechter hören und sehen, aber die Tiere des Waldes gingen gern zu ihr, wenn sie Sorgen und Probleme hatten. Im Gespräch mit der alten Eule fanden viele Tiere ihre Lösungen und verstanden, was das eigentliche Thema war. Von einigen dieser Begebenheiten will ich berichten.

 

Die kleine Spinne Dora

Auch wenn jedes Tier im Wald seine Aufgabe hatte, so wurden sie doch unterschiedlich wahrgenommen – besonders von den Menschen. Sie bewerteten die Tiere nach Aussehen oder Eigenschaften, die sie ihnen zuschrieben. Die kleine Spinne Dora war unglücklich, als sie die weise Eule aufsuchte. Die Eule musste schon genau hinsehen und hören, denn die kleine Spinne war wirklich nicht sehr groß.

„Die Menschen mögen mich nicht.“, jammerte Dora, „Sie schreien, treten und schlagen nach mir, wenn sie mich sehen – selbst wenn ich einfach nur still da sitze. Als wäre ich ein Monster. Weisst Du, liebe Eule, wie oft ich schon ‘Pfui Spinne’ gehört haben? Das tut manchmal schon weh. Es ist hart, wenn man von niemandem gemocht wird.“ Ein leises Schluchzen war zu hören.

„Die Menschen“, antwortete die Eule, „sehen meist nuhur mit ihren Augen und dann auch nuhur das, was sie sehen wollen. Sie bedenken nicht, wie viele Mücken und Fliegen duhu fängst und ihnen damit das Leben leichter machst. Viele haben Angst vor Dir, obwohohl sie ein Vielfaches größer sind als Duhu.“ Die weise Eule beugte sich zu Dora hinunter und schaute ihr tief in die Augen. „Duhu wirst sie nicht verändern können. Die Menschen glauben, sie würden die Natuhur verstehen. Dabei bewerten sie alles, was sie dort finden, nuhur danach, ob es für sie nützlich erscheint ohoder nicht.“

„Andere Tiere mögen die Menschen. Sie füttern sie, hegen und pflegen sie und haben sie gerne in ihrer Nähe. Ich wünschte, sie würden mich auch mögen und erkennen, dass ich vieles tue, was gut für sie ist. Ich webe viele Stunden und Tage an meinen Netzen und versuche auch, sie besonderen schön zu machen. Doch keiner achtet darauf.“, sagte Dora mit gesenktem Haupt.

„Überlege Dir gut, was Duhu Dir wünschst!“, entgegnete ihr da die weise Eule, „Viele der Tiere, die die Menschen möhögen, wollen sie nuhur essen. Deshalb füttern sie sie uhund haben sie in ihrer Nähe.“ Dennoch verstand die Eule Doras Wunsch. Dora wurde nachdenklich. Die Menschen schienen schon komisch zu sein. Dann hörte sie die Worte der weisen alten Eule: „Wichtig ist nicht, ob andere bemerken, was Duhu Gutes tust oder wie sie über Dich denken. Wichtig ist, wie Duhu über Dich denkst, dass Duhu weisst, dass Duhu ein wertvoller Teil dieses Waldes bist.“

Dora war berührt und spürte, wie ein Stück Traurigkeit aus ihrem Herzen wich.

Als es zu dämmern begann, machte sich Dora daran, ein neues, ganz besonderes Netz zu weben. Der Mond schenkte ihr noch Licht, bis sie damit fertig war und zufrieden einschlief. „Sieh nur Mami, ist das nicht wunderschön!“ Als Dora, durch diese Worte geweckt, ihre Augen öffnete, sah sie ein kleines blondes Mädchen, das fasziniert vor ihrem Netz stand. Der Morgentau hatte sich in feinsten Perlen darin verfangen und glitzerte in der morgendlichen Sonne. „Sieh es Dir an, aber störe die Spinne nicht, Farah.“, sagte die Mutter zu dem Mädchen. „Das hat eine Spinne gemacht?“, fragte Farah, „Ich wusste nicht, dass diese Krabbelinge so schöne Dinge machen können. Ich glaube, dann mag ich Spinnen doch … auch wenn sie komisch krabbeln.“

Die kleine Spinne Dora hat diese Worte nie vergessen.

Vielleicht war es nur ein kleines Mädchen, vielleicht war es nur ein Zufall, vielleicht nur dieser eine Morgen, aber vielleicht war es auch ein Anfang …

Seiden web ich Fäden zum Gespinst,
dass Morgentau im Lichte glänzt,
fang Träume, Wünsche, Hoffnung ein
zu binden sie an diese Erden,
damit sie einmal Wahrheit werden
und glücklich machen – groß und klein.

Du Mutter vieler Fantasien,
verkannt, zu Unrecht oft verschrien,
ich will Dir meine Zeilen schenken,
Dein Bild in grade Bahnen lenken,
will wie ein Kind mit allen Sinnen
nach Herzenslust nur mit Dir – spinnen.
sz

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

#SinnSationsGeschichten #PraxisDerZuhörer #WeisheitenDerEule #Maulwurf #Elster #Liebe #Beziehung #Alltag #Achtsamkeit #TherapeutischeGeschichten

 

 

 

 

 

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05 Jun

Die Weisheiten der alten Eule 5 (Therapeutische Geschichte)

Die Weisheiten der alten Eule
(Therapeutische Geschichte)

 

In einer sehr alten Eiche lebte eine auch ziemlich alte Eule. Mit der Zeit konnte sie schlechter hören und sehen, aber die Tiere des Waldes gingen gern zu ihr, wenn sie Sorgen und Probleme hatten. Im Gespräch mit der alten Eule fanden viele Tiere ihre Lösungen und verstanden, was das eigentliche Thema war. Von einigen dieser Begebenheiten will ich berichten.

 

Das Lied der Steine - Shania und Goran

 

 

Shania und Goran

So wie die junge Ente lief, ahnte die weise Eule schon, was kam. Es war Liebeskummer, der die Ente zu ihr kommen und um Rat bitten ließ. Da erzählte die Eule ihr die Geschichte vom Maulwurf Goran, der in die Elster Shania verliebt war.

Es ist viele Jahre her, dass Goran und Shania hier im Wald lebten. Als die Elster sich in einem Winter den Flügel verletzt hatte, pflegte sie der Maulwurf. Obwohl er es anfangs kaum glauben konnte, spürten beide, dass es eine große Nähe zwischen ihnen gab. Die Elster und der Maulwurf kannten sich schon eine Weile, als der Maulwurf ihr seine Liebe gestand. Gerührt nahm sie es auf und beteuerte, dass auch ihr Herz für ihn fühlte. Auch wenn beide recht unterschiedlich lebten, fühlten sie doch eine große Verbundenheit zueinander. Einen Sommer lang hatten sie viele Tage und Nächte miteinander geteilt. Er suchte die schönsten und glänzendsten Steine für sie und kümmerte sich stets um ihr Wohl. Wann immer sie traurig war, kam er zu ihr und tröstete sie.

Doch weil der Maulwurf immer wieder eine Zeit unter der Erde war, kam es dazu, dass auch der Zaunkönig um die Elster warb. Goran wurde traurig, als er sah, wie beide durch die Sommerabende flogen. Sie bat ihn um Zeit, um für sich herauszufinden, was ihr Herz wollte. Doch sein Herz wurde schwer, mit jedem Tag, den sie mit dem Zaunkönig flog. Tränen kullerten aus seinen kleinen Knopfaugen. Er versuchte, um sie zu kämpfen. So ging er jeden Tag in den Berg, um Edelsteine für sie zu holen, die glänzten. Er legte sie ihr, liebevoll geschmückt, in ihr Nest. Sie mochte die Steine und wie er sich um sie sorgte.

Die Elster hatte ihn liebgewonnen und wollte den Maulwurf gerne in ihrem Leben behalten, fühlte aber, dass ihr der Zaunkönig gut gefiel. Sie bat Goran immer wieder, er möge doch als Freund bei ihr bleiben. Doch sein Herz war gebrochen. Immer häufiger und länger grub er sich in den Berg.

Eines Tages lagen keine Steine in ihrem Nest. Shania flog zum Berg und suchte nach Spuren von Goran. Als auch nach Tagen kein Zeichen von Goran zu finden war, hatte sie die alte Eule aufgesucht, die damals noch eine eher junge Eule war. Die Eule wusste nicht, wo Goran geblieben war. Sie senkte nur den Kopf, als sie Shanias Geschichte gehört hatte.

Goran wurde nie wieder gesehen. Alles, was blieb, war das Lied der Steine, von dem manche glauben, dass es noch immer tief im Berg zu hören ist.

 

Das Lied der Steine

Für Dich grub ich mich tief und tiefer
durch den Stein, Granit und Schiefer
bis auf den Grund des Bergs hinein,
auf dass Dein Herz so werde mein.

Suchte nach Gold und Edelstein,
Dir nah zu sein, nicht allein.
Fand ich auch viel vom edlen Erz,
blieb mir zuletzt verwehrt Dein Herz.

Einst warst Du mir so tief und nah,
bis ich zerbrach, als ich es sah.
Es ging Dein Herz und Stück für Stück
verlor ich mich, mein Herz und Glück.

So geh ich in die Dunkelheit,
vergesse Leben, Traum und Zeit.
Was ich Dir gab, ward nicht belohnt,
Du lebst mit Sonne und mit Mond.
sz

 

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

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10 Apr

Die Weisheiten der alten Eule 4 (Therapeutische Geschichte)

Die Weisheiten der alten Eule © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018

Die Weisheiten der alten Eule
(Therapeutische Geschichte)

 

In einer sehr alten Eiche lebte eine auch ziemlich alte Eule. Mit der Zeit konnte sie schlechter hören und sehen, aber die Tiere des Waldes gingen gern zu ihr, wenn sie Sorgen und Probleme hatten. Im Gespräch mit der alten Eule fanden viele Tiere ihre Lösungen und verstanden, was das eigentliche Thema war. Von einigen dieser Begebenheiten will ich berichten.

 

Der Storch Shakir

Als der Frühling wieder eines Tages den Wald zu neuem Leben erweckte, kam auch der Storch Shakir von seinem Winterquartier im Süden zurück. Nach der langen Reise erholte und stärkte er sich zunächst in den Auen, die an den Wald grenzten. In den letzten Jahren hatte er häufiger von der alten Eule und ihrer Weisheit gehört. Nun hatte er so viel Kummer im Herzen, dass er sie aufsuchte, um ihr sein Leid zu klagen. Er fühlte sich vom Leben gestraft, glücklos und tieftraurig.

Nachdem die Eule ihm eine Weile zugehört hatte, sagte sie nur „traurig, traurig, kohohomm heute abend wiehieder, wenn die Sonne uhuntergeht und klage auch den anderen Dein Leiheid.“ Shakir freute sich, dass die Eule ihn verstand. Etwas Trost von den anderen Tieren zu bekommen, würde ihm sicher gut tun. Als die Sonne ihre letzten Strahlen durch den Wald sandte und ihn in ein Farbenspiel hüllte, kam Shakir wieder zur Eiche der alten Eule. Darunter hatten sich einige Tiere versammelt, die wohl die alte Eule eingeladen hatte. Er sah in viele freundliche und glückliche Gesichter. Dieser Anblick lies ihn sofort wieder daran denken, wie schwer sein Leben und wie unglücklich er war.

„Ich hatte nicht viel Glück im Leben.“, begann er zu erzählen, „Als erstes musste ich mich durch die harte Schale eines Eies kämpfen, mit meinen 2 Brüdern musste ich das Nest und das Futter, was meine Eltern brachten, teilen und schon nach wenigen Wochen fliegen lernen. Heute muss ich zweimal im Jahr eine weite Reise antreten und viele Kilometer fliegen. Seit 10 Jahren mache ich das nun schon. Meine Beine sind lang und dünn und obwohl ich ein Vogel bin, kann ich doch nicht zwitschern und tirilieren, sondern nur klappern. Das klingt, als ob man schnell auf einen hohlen Baum schlagen würde.“

Mit gesenktem Haupt fuhr er fort: „Mein Gefieder ist auch nur schwarz und weiss und nicht so schön bunt, wie das anderer Vögel. Wann immer die Menschen mich sehen, zeigen sie auf mich und sprechen miteinander. Ich kann es von da oben zwar nicht hören, aber vermutlich mögen sie mich nicht und machen mich schlecht.“ Er wollte gerade weiter über seinen Kummer reden, als er einmal aufsah und in die Gesichter der anderen Tiere schaute. Viele der kleinen und großen Zuhörer hatten Tränen in den Augen. Shakir war froh, dass die anderen Mitleid mit ihm hatten und erkannt hatten, wie schlecht es ihm ging und dass sein Leben schon sehr hart war.

Plötzlich spürte er ein Pieksen am Bein. Es war das Küken der Schwalbe, das dem Storch an sein Bein pickte und es schaute eher wütend. Als Shakir hinabsah zum Küken, plusterte sich das Küken auf und fuhr ihn an: „Was fällt Dir eigentlich ein, die anderen so traurig zu machen? Du bist so reich beschenkt und siehst es nicht!“ Shakir war zunächst überrschascht und wurde dann sogar etwas wütend: „Was verstehst DU denn schon davon, Du kleines Küken? Womit sollte ich denn schon beschenkt sein?“

Da meldete sich eines der anderen Tiere. „Du beschwerst dich, dass du so weite Wege fliegen musst“, sagte die Taube, „und vergisst, dass du es KANNST. Mit meinem gebrochenen Flügel kann ich nicht mehr fliegen – und würde so gern. Frei durch die Luft fliegen zu können, ist ein großes Geschenk.“ Erst jetzt bemerkte Shakir, dass die Taube verletzt war und wurde verlegen. „Du ‘musstest’ deine Kindheit mit deinen Brüdern teilen? Ich hätte gerne Brüder gehabt, um mit ihnen zu spielen.“, meldete sich das Reh. So erfuhr Shakir, dass andere Tiere ohne Geschwister oder Eltern aufwuchsen, nicht fliegen oder zwitschern konnten oder auch gejagt wurden. Viele Tiere wurden nicht einmal 10 Jahre alt.

„Weisst Duhu, warum die Menschen ahauf Dich schauen und übeher Dich sprechen?“, fragte nun die alte Eule den Storch, “… weil Du für sie das Symbol der Gebuhurt bist. Manche Menschen erzählen ihren Kihindern sogar, duhu würdest die Babys bringen.“ Da mussten Shakir und die alte Eule lachen. „Die Menschen mögen mich?“, fragte Shakir überrascht, „Das hätte ich nicht gedacht.“

Vieles, was ihm selbstverständlich oder sogar belastend vorkam, erschien plötzlich in einem ganz anderen Licht. Shakir bemerkte, dass es vieles in seinem Leben gab, wofür er nun dankbar war. Er hatte noch ein halbes Leben vor sich. Die Menschen mochten ihn.

Es war ein warmes Gefühl, das sich in ihm ausbreitete und er war erfüllt von Dankbarkeit und Lebensfreude. Er klapperte voller Stolz und Freude und bedankte sich bei den Tieren des Waldes und der alten Eule, die ihm ein neues Lebensgefühl und ein Leben voll Dankbarkeit geschenkt hatten.

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

#SinnSationsGeschichten #PraxisDerZuhörer #WeisheitenDerEule #Storch #Shakir #Dankbarkeit #Achtsamkeit #TherapeutischeGeschichten

 

 

 

 

 

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26 Mrz

Die Weisheiten der alten Eule 3 (Therapeutische Geschichte)

Die Weisheiten der alten Eule © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018

Die Weisheiten der alten Eule
(Therapeutische Geschichte)

 

In einer sehr alten Eiche lebte eine auch ziemlich alte Eule. Mit der Zeit konnte sie schlechter hören und sehen, aber die Tiere des Waldes gingen gern zu ihr, wenn sie Sorgen und Probleme hatten. Im Gespräch mit der alten Eule fanden viele Tiere ihre Lösungen und verstanden, was das eigentliche Thema war. Von einigen dieser Begebenheiten will ich berichten.

 

Der Kater Elias

An einem Sonntagmorgen im Herbst, die Sonne wollte sich nicht zeigen und der Himmel war grau, kam der Kater Elias zur weisen Eule. Er wusste nicht mehr weiter. „Meine Frau Dori ist in letzter Zeit immer kratzbürstiger geworden und ist oft krank. Früher hatte ich zumindest am Wochenende frei und konnte mit den anderen Katern um die Häuser ziehen. Jetzt muss ich abends auch noch den Haushalt machen, da sie das oft nicht schafft oder sie pflegen, wenn sie krank ist. Zumindest ist sie dann nicht mehr so schnippisch zu mir.“, jammerte Elias.

Die Eule hörte ihm eine ganze Weile zu und fragte dann: „Wie hast du sie kennengelernt?“ Kater Elias war verwundert: „Kennengelernt? Das ist doch schon so lange her. Was hat das denn damit zu tun? Naja … wir waren schon in der Schule gern in der Pause…“ Plötzlich begannen seine Augen zu leuchten und er fuhr fort: “Sie hatte die schönsten Augen und ich war stolz, dass sie mit mir zum Abschlussball ging. Der Weg am Fluss … wir sind ihn so oft zusammen gegangen. Da bekam ich meinen ersten Kuss von ihr.“ Dann senkte sich sein Kopf, „Das haben wir schon eine Weile nicht mehr gemacht. Sie zieht sich immer mehr zurück. Vielleicht ist sie ja schwerkrank?“ Elias erschrak.

„Das könnte sein“, sagte die Eule, „aber vielleicht ist es noch nicht zu spät. Du wirst ihr ab sofort, jeden Abend ihr Lieblingsessen kochen, bringst ihr Blumen mit und holst frische, wenn sie verblüht sind – drei Wochen lang. Sobald es ihr besser geht, gehst du jeden Tag mit ihr diesen Weg am Fluss entlang und schaust ihr dort mindestens 3 Minuten in die Augen.“ Dann schaute sie ihn mahnend an und ergänzte: „Und du darfst ihr von all dem nichts verraten – egal wie sehr sie fragt. Du wirst lächeln und ihr sagen, dass du es gerne für sie tust und es möchtest.“ Als Letztes gab ihm die Eule einen hohlen Kürbis und sagte ihm , er solle jeden Abend einen Taler hineinlegen.

Elias ging nach Hause. Kurz bevor er die Tür öffnete und schon damit rechnete, dass seine Frau mit ihm schimpfen würde, wo er wieder gewesen wäre, versuchte er zu lächeln. Es war eine Grimasse. Dann erinnerte er sich an seinen ersten Kuss und lächelte. Er ging hinein und lächelte. Dori sah ihn und wollte sich gerade beschweren, wie er sie so krank allein lassen konnte … und sah dieses Lächeln. Dieses Lächeln hatte er schon lange nicht mehr gezeigt. Sie verstummte. „Bleib ruhig liegen und ruhe Dich aus. Ich bringe Dir Dein Essen. Du magst doch noch Milchreis mit Honig?“ Dori war überrascht: „Ähm ja, … ja ich mag das sehr gerne.“ Sie überlegte, wann er ihr das zuletzt gekocht hatte und war gerührt.

Elias kümmerte sich nun jeden Tag um sie und sie lachten auch wieder miteinander. Dori ging es schnell wieder etwas besser. Sie bedankte sich bei ihm und schien, wieder mehr zufrieden zu sein. Aber irgendwie fiel es ihr schwer, das Bett zu verlassen. „Heute gehen wir ein paar Schritte spazieren.“, sagte Elias zu ihr. „Ich weiss nicht recht“, zögerte Dori. „Wir machen langsam und schauen, wie es klappt“, beruhigte sie Elias. So gingen sie vor das Haus und Schritt für Schritt weiter. Dori genoss es sichtlich, mit ihrem Elias zu gehen. Als sie an dem Weg am Fluss ankamen, pochte Doris Herz. Sie erinnerten sich beide an ihre unzähligen Spaziergänge. Plötzlich nahm Dori Elias in ihren Arm und küsste ihn. Elias brachte weiterhin auf dem Heimweg Blumen mit, obwohl die drei Wochen schon längst abgelaufen waren und kochte am Wochenende Milchreis mit Honig.

Als ein Jahr vergangen war, klopfte es an der alten Eiche der Eule. Plötzlich erschien ein kleiner Katzenkopf vor der Baumhöhle und maunzte die Eule an. „Wer bist du denn?“, fragte die Eule, da erschienen noch zwei weitere neugierige kleine Katzenköpfchen. „Entschuldigung, Frau Eule“, sagte Elias rasch, „sie sind noch recht neugierig und stürmisch. Wir wollten uns sehr herzlich bedanken. Dori ist wieder gesund und … naja, den Rest könnt ihr euch denken.“ Dann grinste er: „Das ‘Kürbis-Geld’ konnten wir gut gebrauchen.“

An diesem Abend schlief die weise Eule mit einem warmen Gefühl im Herzen und einem Lächeln im Gesicht ein.

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

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20 Mrz

Die Weisheiten der alten Eule 2 (Therapeutische Geschichte)

Die Weisheiten der alten Eule © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018

Die Weisheiten der alten Eule
(Therapeutische Geschichte)

 

In einer sehr alten Eiche lebte eine auch ziemlich alte Eule. Mit der Zeit konnte sie schlechter hören und sehen, aber die Tiere des Waldes gingen gern zu ihr, wenn sie Sorgen und Probleme hatten. Im Gespräch mit der alten Eule fanden viele Tiere ihre Lösungen und verstanden, was das eigentliche Thema war. Von einigen dieser Begebenheiten will ich berichten.

 

Die Schildkröte Lucinda

Vor vielen Jahren, als die Eule noch jünger war, kam die Schildkröte Lucinda zur alten Eiche und klagte ihr Leid. Sie berichtete der Eule, dass sie oft kränklich war und sich schlapp fühlte. Sie kam fast immer zu spät zur Schule, zu Treffen mit Freunden oder Geburtstagen und Feiern. „Soho so“, sagte die Eule zu Lucinda, „uhund was passiert dahann?“ Lucinda schaute die weise Eule fragend an, „Was soll dann schon sein? Dann muss mir immer einer helfen und mich unterstützen.“

Die Eule schaute sie an und fragte „Und sohonst? Was machst du sohonst?“ Lucinda antwortete: „Sonst … kann ich gut für mich alleine sorgen – alleine mein Essen zubereiten und meine Dinge alleine regeln.“ Die Eule fragte: „Wahas machst duhu denn gerne so, wenn duhu alleine bist?“ „Dann“, sagte Lucinda, „spiele ich für mich auf meiner Flöte.“

Ihr müsst wissen, die Weisheit der Eule lag nicht allein in ihrem Wissen, sondern vielmehr darin, dass sie zuhörte und mitfühlte. Daher lächelte sie die Schildkröte Lucinda an und sagte: „In den nächsten drei Mohonaten gehst duhu jeden Sonntag auf die Wiese mitten auf dem Dorfplatz und spielst auf Deiner Flöhöte.“ Lucinda schaute die Eule verwundert an: „Und wie soll mir das helfen?“ Aber sie versprach, es zu tun.

Das Herz der Schildkröte schlug schneller und sie war ziemlich aufgeregt, als sie am nächsten Sonntag mit ihrer Flöte zur kleinen Wiese auf dem Dorfplatz ging. Sie setzte sich und sah, dass die Eule dort schon wartete. Auch ein paar andere Tiere saßen dort. Lucinda machte es sich bequem und fing an, zu spielen. Angelockt vom Klang des Flötenspiels kamen immer mehr Tiere und lauschten ihrer Musik. Sie applaudierten Lucinda und die kleine Schildkröte strahlte vor Glück. Von da an spielte Lucinda regelmäßig sonntags.

Es sprach sich schnell herum, wie schön sie spielen konnte und immer wieder luden Tiere Lucinda ein, um auf Festen, Geburtstagen oder an Feiertagen zu spielen. Lucinda war nun stets pünktlich und fühlte sich gesünder und kräftiger als je zuvor.

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

 

 

 

 

 

 

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