22 Dez

Die kleine Murmel

Die kleine Murmel im Schnee - Weihnachtsgeschichte für Weihnachten 2021

 

 

Die kleine Murmel
(Therapeutische Geschichte)

 

Eine kleine Murmel lag inmitten eines von frischem Schnee bedeckten Fleckchens Erde. Sie hatte längst vergessen, wo genau das eigentlich war. Auch wie sie dort hingekommen war, wusste sie nicht mehr. Dafür fühlte sie sich allein und nutzlos. Sie war sich sicher, für nichts und niemanden mehr gut zu sein. Das machte sie sehr traurig.

Vor langer Zeit hatten Kinder mit ihr gespielt. Die kleine Murmel hatte so oft das Lachen der Kinder gehört und konnte ihre Freude spüren. Doch diese Zeiten und das Strahlen der Kinderaugen waren lange her. Die kleine Murmel hatte früher selbst auch gestrahlt. Sie war einst glatt poliert und funkelte im Licht der Sonne. Wenn die Sonnenstrahlen durch sie hindurch gingen, entstand ein buntes Lichterspiel. Dann fühlte sie sich wie eine kleine Zauberkugel und verzauberte die Kinderherzen.

Doch nun hatte sie eine Schmutzschicht angesetzt und ihr Zauber und das Funkeln waren verschwunden. Sie hatte sogar eine kleine Kerbe bekommen. „Mit dieser Kerbe und so schmutzig, wie ich bin, will mich ja sowieso niemand mehr haben.“, dachte sich die kleine Murmel oft.

Der erste Schnee fiel auf die Dächer der Stadt und deckte alles mit einem puderzuckerweißen Mantel ein. Doch heute sollte ein besonderer Tag für die kleine Murmel werden. Der kleine Caspar kam ausgerechnet heute und ausgerechnet an dieser Stelle vorbei. Normalerweise wäre er einen anderen Weg nach Hause gegangen, aber nun dachte er viel über seine jüngere Schwester Mila nach. Mila war nun schon einige Zeit krank und lag in ihrem Bettchen. Seitdem ihre Lieblingspuppe Tara, die wie eine kleine Elfe aussah, verschwunden war, ging es ihr nicht gut. Sie hatte viel geweint und klagte über Kopf- und Bauchschmerzen.

Überall hatten Mila, Mama, Papa und Caspar gesucht und doch konnten sie Tara nicht finden. „Vielleicht bekommst Du zu Weihnachten eine neue Puppe geschenkt“, hatte die Mama gesagt und ihre Tochter getröstet. Aber Mila wollte ja gar keine neue Puppe. Sie wollte ihre Tara zurück.

In dem Moment, als Caspar noch ein paar Schritte von der kleinen Murmel entfernt war, fiel ein Sonnenstrahl in eben diese kleine Kerbe der kleinen Murmel und ein Glitzerfunkeln traf Caspars Gesicht. Das weckte seine Neugier und er schaute nach, was denn da auf dem Boden lag. „Oh, eine kleine Murmel.“, sagte er erstaunt, „Die nehme ich für Mila mit.“ und steckte die kleine Murmel in seine Hosentasche.

Als er zuhause ankam, schaute er als Erstes in Milas Zimmer. Sie lag noch immer im Bett und sah etwas kränklich aus. Dann ging er ins Badezimmer und wusch sich die Hände und dabei die kleine Murmel gleich mit. Ein bisschen von ihrem Zauberfunkeln konnte man nun schon wieder erahnen.

Dann holte er eine kleine Pappschachtel aus seinem Zimmer, die er vor einer Weile mit seinem Opa gebastelt hatte und legte die kleine Murmel hinein. So hübsch verpackt war die Murmel nun ein Geschenk geworden – für Mila. Mit einem strahlenden Gesicht ging er leise in Milas Zimmer. Sie schaute ihn an und Caspar sagte leise: „Hallo“. „Ich hab Dir etwas mitgebracht“, platzte es aus ihm heraus, „ein Geschenk – eine Zauberkugel“.

Mila sah ihn erstaunt an: „Eine Zauberkugel? Was kann die denn?“ Neugierig schaute sie über die Bettdecke und öffnete die kleine Schachtel. Caspar wollte seiner kleinen Schwester eigentlich nur eine kleine Freude bereiten. Darüber, was die Zauberkugel nun eigentlich genau konnte, hatte er nicht nachgedacht. „Hm, naja … sie glitzert und …“, er überlegte kurz, “… und kann Wünsche erfüllen, wenn man ganz fest daran glaubt.“ Nun war er es, der sich wünschte, dass die kleine Murmel Wünsche erfüllen könnte.

„Hatschi“, nieste Mila plötzlich und die kleine Murmel fiel auf den Fußboden. Dann rollte sie weiter und rollte und rollte – bis ans Bettende, weiter über den Holzboden und bis unter ihren kleinen Spielzeugschrank mit den bunten Schubladen. Erst als sie an die Wand stieß, blieb sie liegen. „Oh nein“, rief Mila laut, „meine Zauberkugel ist weg. Wo ist sie? Ich muss mir doch noch etwas wünschen.“ Kleine Tränchen bildeten sich in ihren Augen. „Keine Sorge, ich finde sie“, sagte Caspar sofort, denn er wollte keinesfalls, dass Mila wieder traurig werden würde.

Er hatte genau beobachtet, wo die kleine Murmel entlang gerollt war und versuchte, mit seinen Armen unter den kleinen Spielzeugschrank zu kommen. Aber sie waren zu kurz und er erreichte sie nicht. Der Schrank war zu schwer für ihn, um ihn zu verschieben. „Wir müssen den Schrank ausräumen“, sagte er, „dann kann ich ihn vielleicht verschieben und die Zauberkugel hervorholen.“

Mila krabbelte aus ihrem Bettchen und zog sich warme Sachen an. Das hatte sie schon einige Tage lang nicht mehr gemacht. Doch nun ging es um die Zauberkugel. Gemeinsam räumten sie Stück für Stück die Spielsachen aus und bei jedem Spielzeug erinnerte sich Mila daran, wie schön es war, damit zu spielen. Und doch war kein Spielzeug wie Tara.

Als der Schrank leer war, versuchte Caspar, ihn mit aller Kraft zur Seite zu schieben … und es gelang ihm. Plötzlich hörte man ein dumpfes Geräusch. Irgendetwas, was wohl zwischen den großen Kleiderschrank und ihren kleinen Spielzeugschrank gerutscht war, musste auf den Boden gefallen sein.

„Tara“, rief Mila laut und strahlte über das ganze Gesicht, „Meine Tara ist wieder da. Das hatte ich mir doch so sehr gewünscht. Woher wusste die Zauberkugel das nur?“ Sie umarmte ihren großen Bruder ganz fest und sagte immer wieder „Danke, Danke“. Die kleine Murmel war überglücklich, dass sie die verlorene Puppe „gefunden“ hatte.

„Sie ist wirklich eine wunderbare Zauberkugel“, sagte Mila und legte die kleine Murmel in ihr Schatzkästchen, das auf dem Spielzeugschrank stand. Als die Mama in Milas Zimmer kam, strahlte Mila noch immer. „Was ist denn passiert?“, fragte sie. „Dir scheint es ja wieder besser zu gehen“, freuten sich Mama und Papa, der auch dazu gekommen war.

„Meine Tara ist wieder da! Meine Tara ist wieder da!“, rief Mila nochmals, „Die Zauberkugel, die Caspar mir geschenkt hat, hat meine Tara gefunden. Das ist ganz wunderbar!“, freute sich Mila, „Das hatte ich mir so sehr gewünscht. Und dabei ist noch gar nicht Weihnachten.“

Mama lächelte: „Morgen ist Weihnachten …“

 

 

Hier gibt es (bald) die Hörversion:

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2021)

 

 

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05 Mrz

Die Geschichte von Zwei-Fell

 

Die Geschichte von Zwei-Fell

In einem tiefen Wald -fern von hier- lebte unter den Tieren des Waldes eines, das irgendwie anders war. Viele der Waldtiere nannten es „Fellchen“ oder „Zwei-Fell“, weil es ein zweites Fell übergezogen hatte. Dadurch wusste auch niemand so genau, welche Art Tier sich eigentlich darunter verbarg. Einige der älteren Tiere erinnerten sich, dass Fellchen -als es noch ganz klein war- oft verletzt wurde und sich dann in sein zweites Fell einpackte. So fühlte es sich geschützter. Aber das Fell wog auch schwer, so dass Fellchens Bewegungen langsamer wurden und man ihm ansah, dass die Last des zweiten Fells auf ihm drückte.

Auch wenn das Zwei-Fell eine Last war, trug Fellchen es tagein tagaus mit sich herum und fühlte sich so sicherer. Es war so gewohnt daran, es mit sich zu tragen, dass es ihm kaum noch auffiel. Schon oft hatten die anderen Waldtiere versucht, Fellchen zu überzeugen, das schwere zweite Fell abzulegen, aber die Angst, erneut verletzt zu werden, war bislang stets zu groß gewesen. Nur gelegentlich, wenn es zu dem kleinen Teich ging und dort badete, legte es für einen Moment sein Zwei-Fell ab. Auf einem seiner Wege zurück war Fellchen Vita -einer Häsin aus dem Wald- begegnet und hatte sie ins Herz geschlossen.

Eines Tages badete Fellchen im Teich und betrachtete anschließend seine Narben, da bemerkte es den Rauch, der von der Lichtung herüber wehte. So wie der Wind stand, würde er das Feuer auf den Wald zu treiben. Fellchen selbst war hier sicher, doch ein Gedanke schoss ihm plötzlich durch den Kopf: „Was würde aus Vita werden, wenn sie und die anderen nicht gewarnt werden.“ Nur gemeinsam könnten sie das Feuer bekämpfen.

Nun hieß es so schnell wie möglich in den Wald und die anderen Tiere warnen. Es blieb keine Zeit, das Zwei-Fell überzulegen. Außerdem würde die Last verlangsamen und damit wichtige Zeit kosten. Also nahm Fellchen allen Mut zusammen und lief los – so schnell und kraftvoll, wie noch nie in seinem Leben. Es war klar, dass der Wald und die Tiere gerettet werden müssen – vor allem natürlich Vita. Und plötzlich war da so viel Kraft und Leichtigkeit, denn ohne das Zwei-Fell ging es viel besser.

Schon von Weitem rief Fellchen in den Wald hinein „Feuer, Feuer“ und die Waldtiere versammelten sich und löschten gemeinsam das Feuer. Als alle aufatmeten, schauten sie Fellchen an, doch niemand erkannte es. „Wir danken Dir herzlich für Deine Warnung. Ohne Dich hätten wir das Feuer wohl nicht rechtzeitig bemerkt und es löschen können.“, sagte die alte Eule, „Doch wer bist Du?“

Nur Vita schaute in seine Augen und erkannte es: „Das ist doch Fellchen, mein Fellchen.“ Viele waren unsicher: „Das soll Fellchen sein, das Zwei-Fell? So schnell und kraftvoll?“ Doch Vita war sich sicher: „Aber natürlich, ich sehe es an den Augen. Die Kraft war schon immer da und nur durch das zweite Fell verdeckt.“ Alle Tiere schauten und waren erstaunt, denn vor ihnen stand ein kräftiger Hase.

Von da an wurde dieser Hase von allen nur noch Leonhard genannt. Und ein Jahr später erzählte Vita ihren Kindern die Geschichte ihres Vaters.

 

Hier gibt es die Hörversion:

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2021)

 

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23 Dez

„Herzgeschichten“ bei Literatur zwischen den Jahren auf Radio 889fmkultur.de

SinnSationsGeschichten auf Radio 889fm Kultur

 

Radio 889fm Kultur hat eine sehr schöne Idee umgesetzt: „Literatur zwischen den Jahren“. Hier können Autor_innen ihre Werke vorstellen und lesen und die Hörer_innen über diese Zeit mit kulturellen Beiträgen unterhalten.

Ich habe mich daran beteiligt und zwei halbstündige Beiträge eingereicht. Diese werden:

am 25.12.20 zwischen 20:00 bis 22:00 Uhr und
am 31.12.20 zwischen 16:00 bis 18:00 Uhr

gesendet.

 

Mehr Informationen zur Sendung gibt es auf

https://www.facebook.com/889fmkultur/

https://www.889fmkultur.de/literatur-zwischen-den-jahren/

 

Mithören kann man hier:

https://player.lfm-audio.de/?station=889fmkultur&farbe=b30000&regler=an

http://stream.laut.fm/889fmkulturhttps://www.radio.de/s/lautfm-889fmkultur

 

 

 

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2017Mehr Geschichten findet man in meinem Buch „Herzgeschichten für kleine Glücksmomente – Zum Nachdenken und Entspannen“ ISBN 978-3-86541-940-8 . Es ist im Buchhandel oder direkt beim Verlag für nur 11,95€ erhältlich.

Ich wünsche allen viel Spaß beim Lesen und Entspannen.

 

 

Allen eine besinnliche Adventszeit, ein frohes und vor allem ein gesundes
Weihnachtsfest und einen guten Start in ein gesundes und glückliches
Jahr 2021.

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2020)

#LebeDeinLeben

 

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2017

 

 

 

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14 Dez

Die Weisheiten der alten Eule – Die Rotkohl-Therapie

Die Weisheiten der alten Eule © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018

 

 

Die Weisheiten der alten Eule
(Therapeutische Geschichten)

In einer sehr alten Eiche lebte eine auch ziemlich alte Eule. Mit der Zeit konnte sie schlechter hören und sehen, aber die Tiere des Waldes gingen gern zu ihr, wenn sie Sorgen und Probleme hatten. Im Gespräch mit der alten Eule fanden viele Tiere ihre Lösungen und verstanden, was das eigentliche Thema war. Von einigen dieser Begebenheiten will ich berichten.

Die Rotkohl-Therapie ist meine diesjährige Weihnachtsgeschichte und exklusiv auf https://nur-positive-nachrichten.de veröffentlicht. Die Hörversion gibt es wie gewohnt hier:

 

 

 

 

Die Weisheiten der alten Eule - Die Rotkohl-Therapie, Weihnachten 2020

 

 

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein frohes, friedvolles und gesundes Weihnachtsfest sowie einen guten Start in ein gesundes Jahr 2021.

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2020)

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12 Okt

Interview und Lesung auf fakriro-online

 

Die Onlinemesse-Seite ist online und ich bin in der Halle 06: Vielfalt erleben bzw. unter Anthologien zu finden.

 

 

 

 

Meine Gastbeiträge:

17.10.  19:00  Interview
23.10.  17:00  Lesung aus »Herzgeschichten für kleine Glücksmomente«
24.10.  17:00  Zugabe aus »Herzgeschichten für kleine Glücksmomente«

Für das Interview habe ich mir unter den aktuellen Bedingungen eine kreative Lösung gesucht.

 

 

Für alle, die zu den angegebenen Zeiten nicht die Möglichkeit haben, werden hier die Videos veröffentlicht sein:

 

 

 

 

 

 

 

 

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2017Das Buch „Herzgeschichten für kleine Glücksmomente – Zum Nachdenken und Entspannen“ ISBN 978-3-86541-940-8 ist im Buchhandel oder per Mail direkt beim Verlag (11,95€) erhältlich.

 

 

 

 

 

Es gibt einige, mich berührende Rezensionen zum Buch:
https://bibilotta.de/herzgeschichten-fuer-kleine-gluecksmomente/
https://www.amazon.de/Herzgeschichten
https://www.pummelfeechens-lesezimmer.de/

 

 

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2017

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2020)

 

 

(Ansichten 68, 1 Ansichten heute)
03 Okt

„Herzgeschichten“ auf der FaKriRo Online-Messe

 

 

Die Frankfurter Buchmesse steht online vor der Tür und ebenso Fakriro Online

Fakriro Online soll vom 11. bis zum 25. Oktober Literaturbegeisterte anlocken.

Ich werde mit „Herzgeschichten für kleine Glücksmomente“ dabei sein. Wenn alles klappt, bin ich mit einem kleinen Interview und Lesungen vertreten.

Auch wenn ich mit meinen Kurzgeschichten in Fantasie Krimi Romance vielleicht nicht zu 100% in das Genre hineinpasse, freue ich mich sehr, einer der Aussteller zu sein.

Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Mary und Sabrina.

 

 

 

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2017Mehr Geschichten findet man in meinem Buch „Herzgeschichten für kleine Glücksmomente – Zum Nachdenken und Entspannen“ ISBN 978-3-86541-940-8 . Es ist im Buchhandel oder direkt beim Verlag für nur 11,95€ erhältlich.

Ich wünsche allen viel Spaß beim Lesen und Entspannen.

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2020)

#LebeDeinLeben

 

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2017

 

 

 

(Ansichten 56, 1 Ansichten heute)
09 Sep

„Herzgeschichten“ auf N8chtgeschichte.de

Gute-Nacht-Geschichten für Erwachsene

 

Vor einer Weile bekam ich folgende Anfrage:

„Sehr geehrter Herr Zöhl,

Wir sind ein Projekt von (angehenden) Psychologen, siehe auch Psytastic, und arbeiten derzeit an einer Website, auf der Gute Nacht Geschichten für Erwachsene veröffentlicht werden sollen. Während unserer Recherche sind wir auf die Seite „Nur positive Nachrichten“ (https://nur-positive-nachrichten.de/inspirierende-geschichten) aufmerksam geworden, auf der Ihre therapeutischen/ psychologischen Geschichten zu finden sind. Wir denken, dass diese sehr gut in unser Konzept passen würden und wollen Sie deshalb fragen, ob auch wir einige Ihrer Geschichten auf unserer Website veröffentlichen dürfen…“

Ich fand das Projekt sehr schön und unterstützenswert und habe mich sehr gefreut, dass meine Geschichten auf Interesse gestoßen sind. Die Internetseite ist nun online unter https://n8geschichte.de und veröffentlicht verschiedene kurze Gute-Nacht-Geschichten für Erwachsene – zum Nachdenken und Entspannen.

 

 

Es freut mich sehr und ich bin stolz, dass meine drei Geschichten (Der Zuhörer, Die kleine Biene und Die Welle) dabei sind:

https://n8geschichte.de/2020/06/10/der-zuhoerer-therapeutische-geschichte-kurz-psychologisch/

http://n8geschichte.de/2020/06/10/die-kleine-biene-therapeutische-geschichte/

http://n8geschichte.de/2020/06/10/die-welle-therapeutische-geschichte/

 

Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.

 

 

 

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2017Mehr Geschichten findet man in meinem Buch „Herzgeschichten für kleine Glücksmomente – Zum Nachdenken und Entspannen“ ISBN 978-3-86541-940-8 . Es ist im Buchhandel oder direkt beim Verlag für nur 11,95€ erhältlich.

Ich wünsche allen viel Spaß beim Lesen und Entspannen.

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2020)

#LebeDeinLeben

 

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2017

 

 

 

(Ansichten 126, 1 Ansichten heute)
06 Jul

Workshop Therapeutische Geschichten online

Workshop Therapeutische Geschichten Magie von Märchen und Geschichten 2019

 

Workshop – Die Magie von Märchen und Geschichten
„Therapeutische Geschichten in der Therapie- und Coachingpraxis“

 

Warum sprechen Erwachsene in der Therapie so gut auf Geschichten an?
Kinder lieben Märchen und Geschichten. Sie werden seit Jahrhunderten für die Entwicklung und Erziehung von Kindern genutzt.

 

  • Entdecke die Möglichkeiten und Potentiale des gezielten Einsatzes von therapeutischen Geschichten in der Praxis – für Therapie oder Coaching.
  • anstelle von Rat-Schlägen, lerne, KlientINNen sanft Denkanstöße zu geben
  • Erfahre, wie Du den Raum öffnest, KlientINNen ihre eigenen Lösungen finden zu lassen.
  • Begeistere Deine Klienten durch maßgeschneiderte Geschichten.

 

Auf die aktuelle Situation (Coronavirus / SARS-CoV-2 / COVID-19) reagierend, biete ich diesen Workshop online (via zoom) an. Eine Webcam, ein Mikrofon bzw. Headset oder ein Smartphone und eine stabile Internetverbindung ermöglichen eine Teilnahme.

 

 

 

Online- Workshop – insbesondere für Heilpraktiker_innen (für Psychotherapie), Therapeut_inn_en, Coaches, Lehrer_innen, Pflegekräfte, Kinderzieher_innen, Kinderbetreuer_innen, Trauerbegleiter_innen

 

 

Workshopinhalte

  • Einsatzmöglichkeiten, Vorteile, Aufbau, Wie erzählt man eine Geschichte interessant?
  • Potentiale (Lösungsfindung, Widerstände umgehen, Kreativität)
  • Kreativteile – Methode „Heldenreise“, eigene Geschichte schreiben
  • viele Beispiele und praktische Übungen

 

Tag 1
ca. 09:00-18:00, 16.8. oder 12.9. oder 13.9. oder 26.9. oder 3.10.20
Grundlagen Therapeutische Geschichten, Heldenreise

Tag 2
ca. 10:00-16:00, 29.8. oder 27.9. oder 4.10. oder 7.11. oder 8.11.20
eigene Geschichten der TeilnehmerINNEN, Übungen Heldenreise

Onlineseminar via zoom.

Ab 8 TeilnehmerINNEN findet ein Kurs statt.

 

Ich arbeite seit einigen Jahren in eigener Praxis und nutze dabei Geschichten erfolgreich, um meine KlientINNen bei Ihren Heilungs- und Veränderungsprozessen zu unterstützen. Anstelle von Rat-Schlägen (!) erzähle ich ihnen Geschichten und jede/r darf daraus das von sich mitnehmen, was sie/er darin erkennt.

 

DAS bekommst Du für den Preis von nur 199 Euro:

  • Seminarunterlagen mit wertvollen Informationen und Tipps
  • praxisnaher Workshop zu therapeutischen Geschichten (Vorteile, Nutzen u.v.m.)
  • die nettesten Teilnehmer_innen mit Dir
  • meine Begeisterung für diesen Workshop und Praxiserfahrung
  • einfacher online-Zugang – alles bequem von zuhause aus
  • Lass Dich von Therapeutischen Geschichten begeistern und begeistere andere mit Deiner Geschichte
  • am 2. Tag – praktisches Üben, eigene Geschichten und Feedback

 

Um es Dir noch leichter zu machen… Sonderpreis 2020: nur 159 €

 

Ich freue mich auf Deine Teilnahme. Hier kann Du Dich anmelden:

Email und Anmeldeformular

 

 

 

Herzgeschichten für kleine Glücksmomente ISBN 3865419402 SinnSationsGeschichten © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2017


 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2020)

 

 

 

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30 Jun

Psychoonkologie – Blogprojekt & Podcast – 2. Ängste bei Krebs

 

Mit meiner Kollegin Franziska Sebode von wieder-leben.info habe ich ein Videoprojekt begonnen zum Thema Psychoonkologie. Sie ist selbst Betroffene und schreibt in ihrem blog Lass-uns-reden u.a. über Krebs, Angst, Trauer und vieles mehr.

In mehreren Beiträgen werden wir verschiedene Aspekte rund um das Thema Psychoonkologie betrachten. Wir freuen uns über Zuschauerfragen und werden gerne darauf eingehen/reagieren.

Mir ist die Psychoonkologische Begleitung eine Herzensangelegenheit, die in Deutschland noch viel mehr Raum bekommen sollte.

 

Angst ist eines der beherrschenden Themen im Rahmen einer Krebserkrankung. Dies betrifft nicht nur die erkrankte Person selbst, sondern auch ihr Umfeld. Die Angstthemen reichen vom eigenen Tod, Schmerzen, Sorgen über die Zukunft von Kindern und PartnerINNEn bis hin zur Behandlung selbst und deren Folge. Das Spektrum und die Intensität ist dabei individuell.

 

Video podcast Psychoonkologie

 

Eine Krebsdiagnose ist für die meisten Menschen ein Schock- Ähnlich wie in einer Trauer können Phasen von Nicht-wahrhaben-Wollen und Rückzug, Zorn, Verhandeln (mit höherer Macht), Depression und Trauer sowie Akzeptanz folgen (vgl. Trauerphasen nach Elisabeth Kübler-Ross). Wie hast Du das erlebt?

Diese Phasen kann man nicht überspringen. Und es ist wichtig, das anzunehmen und auszuhalten. Und für die Außenstehenden ist das Wissen nötig, um Erwartungen an den Patienten und die Kommunikation mit ihm der Situation anzupassen.
Ich habe es bereits vorher erwähnt: In der Phase des Schocks und der Verleugnung macht es keinen Sinn, schon über Behandlungen und Pläne zu sprechen oder Entscheidungen zu erwarten. Nur halten die Patienten und auch die Angehörigen diese Phase kaum aus und wollen durch Aktion von den Gefühlen ablenken. Und die behandelnden Ärzte müssen einen Behandlungsplan erstellen. Aber die Betroffenen sind zu dieser Zeit nicht in der Lage, rational zu denken und zu handeln.
Sie brauchen ganz pragmatische Unterstützung, Begleitung, jemanden, der mitschreibt, nachfragt, übersetzt. Und vor allem ehrliche und wertschätzende emotionale Nähe. Ein “das wird schon wieder, das überlebt man” etc sind nur Ausdruck der eigenen Überforderung, helfen aber dem Patienten nicht. “Ich weiss, wie du fühlst..”, nein, das weißt du nicht! Jeder Mensch hat seine eigene Geschwindigkeit, seine individuelle Wahrnehmung. “Der xy hatte das auch…” – das mag sein, aber es geht jetzt um mich!

 

 

Krebserkrankungen sind meist von vielen Ängsten begleitet. Neben der aktuellen Bedrohung durch die Krebsdiagnose begleitet jemanden die Angst vor einem erneuten Auftreten (Rezidiv). Wie konntest Du damit umgehen?

Bei einer schweren Krankheit wird immer vor allem eines verletzt: das bisherige unerschütterliche Vertrauen in die eigene Unversehrtheit. Wer nicht gerade unter Hypochondrie leidet, hat bisher nie einen Gedanken an eine schwere Krankheit und die eigene Sterblichkeit verschwendet. Plötzlich stellt sich die Frage, warum man mögliche frühe Anzeichen nicht wahrgenommen hat. Der eigene Körper hat einen verraten, er ist verletzlich und wird zum Feind. Eine regelmäßige Nachsorge gibt nach und nach das Gefühl, wieder Vertrauen zu gewinnen und nicht bei jedem kleinsten Symptom in Panik zu verfallen. Bei mir hatte sich die Angst vor einem Rezidiv nach etwa einem Jahr gelegt. Ich habe für mich entschieden, dass ich nicht ständig in Angst vor der Zukunft leben will.
Geholfen haben mir positive Glaubenssätze und die Verankerung im Hier und Jetzt. Des weiteren habe ich bei meinen Therapien sehr viele Frauen in unterschiedlichsten Lebenssituationen getroffen: mit mehreren Rezidiven und auch einige am Ende der Therapierbarkeit. Einen Monat vor meinem Rezidiv habe ich auf der Beerdigung einer Freundin gesessen, die zeitgleich mit mir ihre erste Brustkrebsdiagnose erhalten hatte.
Letztendlich habe ich verstanden, dass keine Angst und Panik der Welt mein Schicksal beeinflussen wird. Wenn überhaupt, dann durch negativen Einfluss auf meine Psyche und mein Immunsystem.
Loslassen und das Leben in all seinen Facetten zu bejahen, gibt mir innere Ruhe. Selbstverständlich spüre ich auch immer wieder Angst, aber ich lasse sie zu, schau sie mir an und lasse sie los.
Auch heute noch können schwere Krankheitsdiagnosen zu Rückzug und/oder Isolation führen. Wie offen bist Du damit in Deinem Umfeld umgegangen?
Ich habe mein Umfeld immer ermutigt, mir Fragen zu stellen und bin offen und ehrlich mit meiner Diagnose umgegangen. Ich habe darum gebeten, mich “normal” in den Alltag einzubeziehen und habe überwiegend ein positives Echo erhalten. Man darf nicht vernachlässigen, dass auch die Umgebung unsicher ist, wie sie mit dem Erkrankten umgehen soll. Ehrlichkeit und Offenheit sind der beste Weg gegen Missverständnisse. Und sie wirken auch entängstigend für das Umfeld. Denn eine Krebsdiagnose konfrontiert auch die Anderen mit ihrer eigenen Verletzlichkeit.

Wie hast Du Deine Familie informiert?

Das war sehr schwer. Vielleicht das Schwerste von allem. Meinem Mann habe ich die Diagnose per whatsapp geschickt, ich hätte nicht sprechen können. Meiner Tochter habe ich es sehr klar und schnell gesagt, ich habe sie wahrscheinlich damit überfordert, aber ich wusste mir selbst keinen anderen Rat. Ich kann mich an vieles heute nicht mehr erinnern. Ich war zu der Zeit nur im “Funktionier”-Modus und habe funktioniert.

Wie haben Deine Angehörigen reagiert? Wie seid ihr danach miteinander umgegangen?

Von tiefer Verzweiflung bei meiner Mutter bis hin zu sehr viel hilfreichem Pragmatismus bei meinem Mann und meiner Schwester. Ich war in unserem unmittelbaren Umfeld – besonders in der Klasse meiner Tochter – nicht der erste Krebsfall. Alle vorher Betroffenen hatten überlebt. So haben alle von Beginn an einen unerschütterlichen Glauben an meine Heilung entwickelt. Sicher auch zum Selbstschutz, um die größten Ängste zu verdrängen. Aber es war hilfreich, weil so alle Energie in die Therapie fließen konnte. Trotzdem glaube ich heute, dass vieles unausgesprochen blieb und jeder auf seine Weise allein mit seinen Gefühlen war.

Welche Ängste hat Dein Umfeld geäußert?

Da muss ich mich auf meine vorangegangene Antwort beziehen. Wir haben bis heute nicht über diese Ängste gesprochen. Jeder hat seine eigene Coping-Strategie gefunden. Ich habe mir bis heute nicht die Frage beantworten können, ob das Aussprechen und Benennen von Ängsten zum damaligen Zeitpunkt hilfreich oder kontraproduktiv gewesen wäre. Ich sehe aus heutiger Sicht dieses gemeinsame “von der Heilung überzeugt sein” für unsere Familie als gelungene Abwehrstrategie an.

Welche Ängste waren für Dich von besonderer Bedeutung?

Meine größte Angst war es, nicht für mein Kind da sein zu können und meinen Liebsten Schmerz zu bereiten. Und ich hatte Angst vor dem Unbekannten: den Behandlungen und vor Schmerz und Verfall.

Du hattest in Deiner Behandlungszeit viel Kontakt mit ÄrztINNen, Pflegekräften und TherapeutINNen. Die Psychoonkologie schließt diesen Personenkreis ganz bewusst in ihren Aufgabenkreis ein. Wie hast Du den Kontakt erlebt?

Meine Behandlung im Brustzentrum der Charite war optimal: Therapie und Kommunikation haben alle auf das Konto Heilung eingezahlt. Empathische, professionelle und zugewandte Betreuung durch alle Beteiligten haben mir sehr viel Kraft gegeben. Meine Ärztin war realistisch und offen. Alle Prozesse wurden mir erläutert und ich hatte großes Vertrauen in sie. Ich war immer der Mensch, nicht die Diagnose – meine Bedürfnisse und Fragen wurden ernst genommen. Vor allem habe ich mich immer auf Augenhöhe einbezogen gefühlt. Das war aber auch ein Ergebnis meines eigenen Umgangs mit allen medizinischen Betreuern. Ich habe immer im Rahmen meiner Möglichkeiten Selbstverantwortung gezeigt und meine Bedürfnisse formuliert.
Eine verständliche und gute Aufklärung über alle Behandlungen erhöhen die Compliance der Patienten. Nebenwirkungen werden so besser akzeptiert.
Aber ich habe auch im eigenen Umfeld andere Fälle erlebt: Ärzte, die ihre eigene Unsicherheit oder fehlende Empathie hinter Arroganz, Kälte, Fachchinesisch und Distanz versteckt haben. Kommunikation, die durch ihren Nocebo-Effekt kontraproduktiv für jede Therapie ist.

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2020)

(Ansichten 88, 1 Ansichten heute)
23 Jun

Psychoonkologie – Blogprojekt & Podcast – 1. Was ist Psychoonkologie?

 

Mit meiner Kollegin Franziska Sebode von wieder-leben.info habe ich ein Videoprojekt begonnen zum Thema Psychoonkologie. Sie ist selbst Betroffene und schreibt in ihrem blog Lass-uns-reden u.a. über Krebs, Angst, Trauer und vieles mehr.

In mehreren Beiträgen werden wir verschiedene Aspekte rund um das Thema Psychoonkologie betrachten. Wir freuen uns über Zuschauerfragen und werden gerne darauf eingehen/reagieren.

Mir ist die Psychoonkologische Begleitung eine Herzensangelegenheit, die in Deutschland noch viel mehr Raum bekommen sollte.

 

Im ersten Block gehe auf die Bedeutung von Psychoonkologie -im doppelten Sinne- ein: die wörtliche und die für das Gesundheitssystem.

 

 

Psychoonkologie – setzt sich aus den Bereichen/Worten der Psycho(therapie) und der Onkologie, die sich interdisziplinär mit der Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von malignen (bösartigen) Tumorerkrankungen (Krebs) befasst, zusammen.

 

Die Gesamtheit der Krebserkrankungen stellt aktuell (nach den Herz-Kreislaufkrankheiten) den zweiten Platz bei den Todesursachen in Deutschland dar. Zu den häufigsten Krebsarten zählen dabei Brust-, Prostata-, Lungen- und Darmkrebs.

2014 wurde bei 476.216 Menschen (227.001 Frauen, 249.215 Männer) in Deutschland eine Krebsdiagnose gestellt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) schätzt für das Jahr 2020 einen Anstieg auf ca. 520.000 Neuerkrankung pro Jahr.

 

 

 

Neben der onkologischen Behandlung der PatientINNen kommt insbesondere der Psychoonkologie (auch Psychosoziale Onkologie) eine besondere Bedeutung zu. Die Psychoonkologie befasst sich “mit dem Erleben und Verhalten sowie den sozialen Ressourcen von Krebspatienten im Zusammenhang mit ihrer Krebserkrankung, deren Behandlung sowie damit verbundenen Problemlagen… Aufgabe der Psychoonkologie ist es, die Bedeutung psychologischer und sozialer Faktoren für die Entstehung, Früherkennung, Diagnostik, Behandlung, Rehabilitation, Nachsorge sowie den gesamten Verlauf einer Tumorerkrankung und deren Wechselwirkungen wissenschaftlich zu untersuchen und die gewonnenen Erkenntnisse in der Prävention, Früherkennung, Diagnostik, Behandlung, Rehabilitation, ambulanten Versorgung und Palliativbetreuung von Patienten nutzbar zu machen und in konkrete Unterstützungs- und Behandlungsangebote umzusetzen. Dabei schließt die Psychoonkologie nicht nur die direkt von der Krankheit betroffenen Personen, sondern auch die Angehörigen und das soziale Umfeld mit ein. Darüber hinaus sind auch die Behandler (Ärzte, Psychotherapeuten, Pflegende (Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen) und alle in der Onkologie tätigen Berufsgruppen) wichtige Zielgruppen psychoonkologischer Unterstützung hinsichtlich der Bereitstellung von Fort- und Weiterbildungs- sowie Supervisionsangeboten… Die Psychoonkologie ist ein Arbeitsgebiet innerhalb der Onkologie, in das Inhalte aus den Fachbereichen Medizin, Psychologie, Soziologie, praktische Philosophie und Ethik, Theologie sowie Pädagogik mit einfließen. Die Psychoonkologie zeichnet sich durch eine interdisziplinäre und multiprofessionelle Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen aus. So arbeiten in der psychoonkologischen Versorgung der Patienten Ärzte unterschiedlicher Fachgebiete, Psychologische Psychotherapeuten, Psychologen, Sozialarbeiter, Pädagogen, Vertreter der Künstlerischen Therapien, Pflegende, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Seelsorger der verschiedenen Religionsgemeinschaften zusammen.”

 

Eine psychoonkologische Betreuung soll Unterstützung geben bei psychischen und sozialen Problemen sowie sonstigen Problemen im Kontext einer Krebserkrankung und deren Behandlung. Dabei kann es im ersten Schritt (nach der Diagnose) darum gehen, Unterstützung bei der Verarbeitung der Krebsdiagnose zu geben. “Zentrale Aufgaben der psychoonkologischen Versorgung sind patientenorientierte und bedarfsgerechte Information, psychosoziale Beratung, psychoonkologische Diagnostik und psychoonkologische Behandlung zur Unterstützung der Krankheitsverarbeitung sowie Verbesserung / gezielte Behandlung psychischer, sozialer sowie funktionaler Folgeprobleme.”

Im weiteren kommen Aspekte wie die Verbesserung der psychischen Befindlichkeit sowie bei Begleit- und Folgeprobleme der medizinischen Diagnostik oder Therapie, die Erhöhung von Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen z.B. durch das Stärken von sozialen Ressourcen.

Neben der körperlichen Belastung durch die Erkrankung und deren Behandlung, die teilweise einen massiven Eingriff bedeutet, erleben KrebspatientINNen weitere psychosoziale Belastungen wie psychische, soziale oder spirituelle/religiöse Probleme. Betroffene erleben ebenso negativen Stress (Distress), verschiedene Ängste (u.a. Progredienz- und Rezidivangst [fortschreitende Erkrankung bzw. erneutes Auftreten nach der Therapie]) und depressive Symptome.

 

Zur psychoonkologische Therapie/Begleitung gehören

  • ● psychosoziale Beratung (für Krebspatienten und Angehörige)
  • ● Psychoedukation (für Krebspatienten und Angehörige)
  • ● Psychotherapie
  • ● Stressbewältigungstraining
  • ● Entspannungsverfahren
  • ● künstlerische Therapien (Kunsttherapie, Tanztherapie, Musiktherapie u.a.)

 

 

Für mich (sz) bedeutet Psychoonkologie neben der Psychoedukation, für KrebspatientINNen und deren Angehörige da zu sein, wertfrei zuhören, Halt zu geben, sie im Leben zu begleiten, mit ihnen Situationen der Normalität zu schaffen, Ängste und Stress zu reduzieren und ihre Lebensqualität zu erhöhen. „Hoffnung gibt es bis zum Schluss.“

 

Das Netz der psychoonkologischen Betreuung sollte m.E. deutlich engmaschiger gespannt werden. Selbst unter den psychotherapeutisch Arbeitenden gibt es in meiner Wahrnehmung noch Vorbehalte. Dabei ist Psychoonkologie in vielen Fällen keine Sterbebegleitung, sondern eine Lebensbegleitung. Eine Krebsdiagnose ist heute bei vielen Krebsformen kein “Todesurteil” mehr. Die Behandlungsmöglichkeiten und -erfolge werden ständig verbessert.

 

 

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Onkologie

Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatienten, Kurzversion 1.1, 2014, AWMF-Registernummer: 032/051OL, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/psychoonkologie/, Stand Januar 2014, (Originaltexte)

 https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/gesundheitsgefahren/krebs.html

 https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Krebsregisterdaten/krebs_node.html

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/30563/umfrage/jaehrliche-krebserkrankungen-und-todesfaelle-in-deutschland/

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2020)

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