25 Aug

Die Welle (Therapeutische Geschichte)

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2016

Die Welle (Therapeutische Geschichte)
Inspiriert durch Jessica Thormann

 

Ich war schon immer „Wassermann“. Einerseits bin ich in diesem Sternzeichen geboren, andererseits habe ich schon immer eine besondere Verbindung zum Wasser. Schon als Baby wollte ich im und am Wasser spielen. Später entdeckte ich das Tauchen und Surfen für mich.

„Wasser spendet Leben“, sagt man. Für mich spendet es auch Ruhe und Frieden. Es zeigt mir die sanfte Kraft von Ausdauer, Beharrlichkeit und fließender Bewegung – im Fluss sein. Wenn ich mich ihm anvertraue, trägt es mich und bringt mich weiter.

Eins zu werden mit dem Wasser, seine weiche und doch kraftvolle Energie zu spüren und eine neue Welt zu erleben – das hat mich immer fasziniert und begeistert. Beim Tauchen konnte ich in eine neue, fremde und beeindruckende Welt ‘eintauchen’ und mich schwerelos bewegen. Die Unterwasserwelt bietet so viele Eindrücke an farbenfrohen und eigenartigen Pflanzen und Lebewesen, so dass man auch nach einigen Tauchgängen nicht genug davon bekommt.

Wie viel Kraft Wasser hat, weiß jeder, der schon einmal von einer Welle erfasst wurde. Als junger Mann bin ich bei Wellengang -um (m)einer Frau zu imponieren- ins Wasser gegangen. Beim Rausgehen spülte mir eine zurückfließende Welle am Ufer den Boden weg und eine zweite vom Meer kommende ließ mich -unfreiwillig- einen Salto ins Kiesbett machen.

Beim Surfen kann man die Kraft des Wassers ebenso spüren und für sich nutzen. Gleichgewicht, Körperspannung und -beherrschung sind erforderlich, um auf den Wellen zu reiten und durch das Wasser zu gleiten. Vor einigen Jahren hatte ich einen Unfall beim Surfen, der mir einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt und eine Narbe am rechten Bein bescherte. Auch wenn ich schon einige Erfahrungen hatte, kann man das Wasser nie 100%ig beherrschen. Eine solche Naturgewalt kann einen Demut lehren und Grenzen zeigen. Ich hatte sie für einen Moment unterschätzt.

Seit jenem Tag hatte ich einen neuen Begleiter an meiner Seite, wenn ich im Wasser war – meine Angst, mich nochmals zu verletzen und eine Narbe, die mich daran erinnerte. Ich nannte die Angst „Vorsicht“ und suchte mir nur noch ungefährliche Surfspots, wo ich zwar nicht mehr dieses großartige Gefühl von Freiheit, Verbindung zur Natur und Flow fand, aber mich sicher fühlte. Meine Angst wollte mich beschützen, schränkte mich aber auch ein – ich verlor ein Stück Freiheit.

Eines Tages saß ich auf einer Bank an einem See und sah, wie ein Mädchen mit einem Welpen und „seinem“ Ball spielte. Bei einem etwas zu kräftigen Wurf fiel der Ball ins Wasser und trieb dort. Der Welpe lief an das Seeufer und ich konnte ihm ansehen, dass das Wasser ihm Unbehagen machte. Ich kann nicht sagen, ob es neu für ihn war oder er eine schlechte Erfahrung gemacht hatte, aber es zog ihn zum Ball – doch so bald seine Pfoten das Wasser berührten schreckte er zurück. Das Hin und Her sah fast wie ein Tanz aus. Das Mädchen sah es, schritt jedoch nicht ein.

Der Welpe fiepte und jaulte eine Weile. Doch dann sprang er in den See und wie von allein paddelte er – paddelte auf den Ball zu, schnappte ihn und kam zurück. Erst wedelte nur der Schwanz – dann der ganze Hund. Er schüttelte sich trocken und mich nass. Das Mädchen lobte ihn und hatte wohl meinen fragenden Blick bemerkt – “…er sollte von sich aus die Erfahrung machen, dass Wasser für ihn kein Hindernis ist“, sagte sie. Der Welpe stand mit dem Ball im Maul vor dem Mädchen und schaute immer wieder auf den See. Diesmal warf das Mädchen den Ball bewusst ein paar Meter in den See. Und der Welpe sprang sofort hinterher. Er schien Gefallen daran gefunden zu haben.

Mir wurde in dem Moment bewusst, was der Welpe mich gelehrt und ich zu tun hatte.  Am nächsten Wochenende besuchte ich eine Surfschule, sprach mit dem Trainer und schilderte ihm meinen Unfall. Wir erarbeiteten, wie es -voraussichtlich- dazu gekommen war und übten die schwierigeren Manöver, die ich lange vermieden hatte. Zu meinem Glück hatte der Trainer auch einige Erfahrungen in Mentaltraining aus seiner „aktiven“ Surferzeit. So lernte ich Achtsamkeit, Vorsicht und Angst zu unterscheiden und mich auf das zu konzentrieren, was ich will – anstelle dessen, was ich nicht will.

Bei meinem nächsten Urlaub war es dann so weit. Ich wollte wieder erleben, was mir Spaß machte und stieg auf das Board.

Und dann sah ich sie … meine Welle. Es war wie eine Einladung des Wassers und eine Versöhnung mit meiner Angst.

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2016)

 

 

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24 Aug

Kurzes Video – Angst Teil 1

Unabhängig von den Ängsten, die ich im Folgenden beschreibe, gibt es Angstsymptome, die z.B. körperlich (z.B. Schilddrüsenüber- bzw. -unterfunktion), durch Medikamente oder Drogen bedingt sind. Eine ärztliche Abklärung sollte daher bei häufiger auftretenden Angstattacken erfolgen.

 

Teil 1 (von 3 Videos) zum Thema Angst, Angsttypen/-formen und wozu die Angst gut ist.




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09 Aug

Der Traum vom Sterben (Therapeutische Geschichte)



© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2016

Die Nachricht traf Linus wie ein Schlag. Sein bester Freund aus Kindertagen Rafael lag im Krankenhaus. Die Diagnose hatte Rafael vor kurzem erhalten und war kurz danach ins Krankenhaus gebracht worden. Nur wenig Zeit – einige Tage, ein paar Wochen, bestenfalls wenige Monate würden ihm bleiben.Auch gab es in seinem Fall keine Hoffnung auf eine Heilung mehr. Rafael war am Boden zerstört, als er es erfahren hatte. Allein die Tatsache, dass er durch die ärztliche Betreuung keine größeren Schmerzen haben würde und nicht ansteckend war – und daher Besuch bekommen durfte- war ein kleiner Tropfen Trost.

Als Linus sich nach dem ersten Schock ein wenig gefasst hatte, brachen nach und nach Gefühle aus ihm heraus. „Warum Rafael? Es gibt so viele schlechte Menschen auf der Welt – wieso er?“ Er dachte an die gemeinsame Zeit in der Schule, der Jugend, als Heranwachsende – so oft hatten die beiden über ihre Pläne gesprochen. Auch wenn sie sich mal eine Weile nicht gesehen hatten – es war immer so, wenn sie sich trafen, als wären sie gerade erst auseinander gegangen. Sie verstanden sich meist mit wenigen Worten. Und all das sollte nun auf so schmerzliche Weise beendet werden? „Das ist doch unfair“, Linus wurde wütend, auch wenn er nicht wusste auf wen – das war so ungerecht. „Wieso kann ihm keiner helfen?“ Er war doch noch so jung.

Einige Zeit später machte er sich auf den Weg. Je näher er dem Krankenhaus kam, desto unwohler wurde ihm. Wie Rafael wohl aussehen würde? Was sollte er ihm sagen? Er kann doch vor ihm nicht zeigen, wie traurig er ist. Außerdem würde das Rafael vllt. nur noch mehr belasten – und ihm ging es schlecht genug. Soviel hatte er am Telefon erfahren. Wie sollte er nun mit ihm umgehen. Früher – ja früher hatten die beiden immer viel zu lachen, wenn sie sich sahen. Einer hatte immer etwas zu erzählen und dann konnten die beiden sich eins feixen.

Mit jedem Meter, dem er Rafael näher kam, wurde Linus unsicherer. Nur noch den Gang runter – die zweite Tür links – die Tür ging etwas knatschend auf. Rafael sah nicht so krank oder erschreckend aus, wie Linus befürchtet hatte – fast normal. „Hi, alter Kerl“, begrüßte er ihn, „siehst ja fertig aus.“. Sie hatte sich immer ähnlich „liebevoll“ begrüßt. Aber in der Sekunde, als er es ausgesprochen hatte, blieb es ihm im Halse stecken. Er versuchte es zu verstecken, aber innerlich hätte er sich ohrfeigen können. „Nicht halb so besch … eiden wie Du.“, Rafael grinste. Linus war einen Moment sprachlos – er schien wie immer, dabei war doch alles so anders.

Die Situation war so skurril und unwirklich für Linus. Sein bester Kumpel lag dort und sollte bald sterben. Auch wenn die beiden sonst sehr offen miteinander sprachen – er nahm sich zusammen – Rafael sollte nichts merken. Für beide war es schwer – Rafael wollte niemandem zur Last fallen – und doch war es seine größte Angst allein zu sein, allein zu sterben und Linus wusste nicht, wie er mit Rafael umgehen sollte. Der Humor, die Leichtigkeit und alles, was die beiden verband, schienen plötzlich wie ausgelöscht.

Linus konnte an dem Abend schlecht einschlafen. Die Gedanken um seinen sterbenden Kumpel kreisten in seinem Kopf. Dann begann er zu träumen. In seinem Traum wachte er in dem Bett im Krankenhaus auf. Er war Rafael und lag dort in dem Bett. Er blickte auf die weiße Zimmertür und aus dem Fenster – und immer wieder auf die Tür. „Ich will in meinen letzten Momenten nicht allein sein“, durchfuhr es ihn. Er träumte von der Angst, der Wut, dem verzweifelten Nicht-Wahr-Haben-Wollen, der Trauer, der Hoffnung auf jeden Tag und der Frage, ob er es irgendwann akzeptieren und Frieden finden könnte. Alles fühlte sich so real an und er wachte mit einem Schrecken auf.

Und doch wusste er plötzlich, wie er Rafael begegnen konnte und wollte – so normal wie möglich. Jedes Mal wenn er die Tür öffnete grinsten sich die beiden an. Linus fragte, wie es ihm geht und dann sprachen die beiden miteinander – und manchmal auch nicht, spielten auf den Smartphones mit- und gegeneinander. An schlechten Tagen war Linus auch einfach nur da und hielt Rafaels Hand. Rafael war so froh über die Besuche – oder manchmal Telefonate, wenn Linus nicht persönlich kommen konnte. Es nahm ihm die Angst, allein zu sein, wenn er sterben würde. Auch darüber sprachen die beiden miteinander, ihre Traurigkeit, ihre Ängste und ihre Gedanken. Eines Tages erhielt Linus den Anruf, vor dem er sich immer gefürchtet hatte. „Bitte kommen Sie heute. Ihr Freund liegt im Sterben.“ Plötzlich war alles so schnell gegangen. Die beiden hatten über diesen Moment gesprochen. Nun wo er da war, dieser grausame Moment des Abschiedes waren beide ruhig. Die Angst war dem Bedürfnis für Rafael da zu sein gewichen. Linus hielt seine Hand und Rafael schloss mit einem Lächeln seine Augen. „Danke, mein Freund.“, waren seine letzten Worte.

Trotz der Trauer, die folgte und mit den Tränen in seinem Gesicht – wusste Linus, dass er sich in seiner letzten Stunde ebenso einen Menschen an seiner Seite wünschte, der seine Hand halten würde …

Und er wird leben – jeden Tag – für Rafael mitleben, denn man weiss nie, wie viel Zeit einem noch geschenkt ist.

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2016)

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22 Jul

Die andere Frau (Therapeutische Geschichte)

Die andere Frau


Pia und Fynn waren schon seit 7 Jahren ein Paar. Die Beiden waren jetzt Mitte Zwanzig, kannten sich schon seit der Schulzeit und wurden kurz danach ein Paar. Sie konnten viel miteinander lachen – so verschieden sie in manchen Dingen auch waren. Fynn liebte Fußball und verbrachte mindestens einen Abend der Woche entweder auf dem Rasen oder mit den Kumpels beim Fußball gucken. Pia ging einmal die Woche zum Tanzen und einmal zum Fitnesstraining.

So oft sie konnten, verbrachten die beiden Zeit miteinander. In der letzten Zeit hatte Fynn nun regelmäßig auch zwei Abende für sich genutzt – zum Glück überschnitt sich zumindest ein Tag. Pia fiel auf, dass er sich „irgendwie komisch“ verhielt. Sein Handy lag nicht mehr offen in der Wohnung herum und er schrieb häufiger Nachrichten als sonst. Das ging jetzt schon eine Weile so.

„Sieben Jahre ist eine lange Zeit.“, dachte sich Pia, „ob er eine andere Frau …?“ Bei dem Gedanken schlug ihr Herz schneller, sie spürte die Aufregung in sich und wie die Anspannung in ihr wuchs. Sie war doch eine attraktive Frau und bekam auch immer mal wieder Komplimente von anderen Männern. War sie nicht mehr schön oder reizvoll genug für ihn? Sie blickte in einen Spiegel. Gut, ein paar Stellen würde sie an sich vielleicht schon verändern, das will wohl jede Frau, aber eigentlich war sie mit ihrem Aussehen doch ganz zufrieden.

Was die andere Frau wohl hatte, was sie ihm nicht bieten konnte? Eine bessere Figur? Ein aufregen­deres Liebesleben? War es nur der Reiz des Neuen? Wer sie wohl war? Plötzlich erinnerte sie sich, dass sie kürzlich ein paar Brocken eines Telefonates von Fynn aufgeschnappt hatte – „Ich freue mich“. Sie hatte sich zunächst nichts dabei gedacht … aber jetzt.

Beim nächsten Tanzkurzabend fragte sie ihre Freundin Susanne, was sie von der Situation halten solle. „Der liebt Dich doch, da mach Dir mal keine Gedanken.“, versuchte Susanne sie zu beruhigen. Aber irgendwie ließ es Pia keine Ruhe. Bei Fynns nächstem freien Abend folgte sie ihm heimlich. Er hatte sich schick angezogen und seine guten Schuhe an. Sie ahnte es – er geht zur anderen Frau.

Sie war viel zu aufgeregt, um den Weg zu verfolgen, aber er ging nur etwa eine viertel Stunde und dann klingelte er. Die Tür öffnete sich. „Schön, dass Du da bist.“, hörte sie eine Frauenstimme. Sie kannte diese Stimme doch … das … das war … Susanne.

Wie konnte sie ihre Freundin nur so hintergehen? Und Fynn … sie hatten doch gemeinsame Pläne, sogar über das Heiraten hatten sie mal gesprochen. Aufgelöst und mit Tränen in den Augen lief sie nach Hause. Wir hatte das nur geschehen können? Wie konnten die beiden ihr DAS antun. Viele Tränen kullerten ihre Wangen herunter. Dann wurde sie auch wütend. Nach so vielen Jahren … und sie war ihm immer treu geblieben, obwohl es durchaus Angebote gegeben hätte.

Da ging die Tür auf und Fynn kam herein. Er stutzte kurz als er sie sah. Dann rief sie ihm zu, dass er doch gleich wieder zu ihr gehen könnte und wie enttäuscht sie ist – von ihm und Susanne, dass die beiden sie so hintergangen haben. Männer … sind ja doch alle gleich.

Fynn war wie erstarrt und wurde bleich im Gesicht. „Ich wollte nicht, dass Du es so erfährst. Susanne und ich … wir … es ist anders, als Du denkst.“, er ging auf sie zu, „ich liebe Dich doch“. Er nahm sie in den Arm. Erst stieß sie ihn weg und dann spürte sie doch seine Nähe. In seine Augen waren Tränen. „Susanne, hat mir nur helfen wollen. Ich wollte doch unbedingt noch tanzen lernen … bevor … bevor ich …“, er kniete sich vor sie und seine Hände zitterten, er holte einen Schachtel aus einer Tasche, die er offenbar schon länger mit sich trug, “… Dich fragen …. ob Du … Willst DU mich heiraten ?“.

Pia glaubte ihren Ohren nicht. Dieser Blödmann kniete vor ihr … dieser süße Blödmann … dieser Süße … „ABER … aber ich … ich dachte … JA, ja ich will Dich heirat…“ Da erstickte ein Kuss von Fynn ihre Worte. Und wieder hatte sie Tränen in den Augen … Tränen des Glücks.

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2016)





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12 Jul

Die Trauerweide (Therapeutische Geschichte)

Die Trauerweide

 

Auf dem Friedhof einer kleinen Stadt befand sich so ziemlich in der Mitte ein kleiner Teich. Direkt an dem kleinen Teich stand eine Trauerweide. Sie war schon viele Jahre alt und hatte viele Menschen kommen und gehen gesehen. Einige, die auf den Friedhof gingen, um ihre Verstorbenen zu besuchen, setzten sich in den Schatten des Baumes – auf die kleine Bank, die dort stand.

 

Viele Tränen hatte die Trauerweide schon gesehen und Trauernde weinen und klagen gehört. Doch sie schwieg. Vielleicht war es auch das schweigende Zuhören, das so viele Menschen schätzten und sie im Kreise des Baumes ihren Kummer aussprechen ließ. Anfangs hatte sie versucht, den Menschen etwas zuzuflüstern, um sie zu trösten, doch keiner hatte sie gehört. Auch Vögel saßen in den Zweigen des Baumes. Doch wenn sie dort saßen, sangen sie keine Lieder oder zwitscherten miteinander. Die Weide war ein besonderer Ort und alle respektierten dies.

Weil sie schon so alt war, überragte die Trauerweide viele der jüngeren Bäume und konnte alles bemerken, was auf dem Friedhof geschah. Sie wusste auch genau, wo die letzte Ruhestätte eines jeden war.

Eines Tages setzte sich der kleine Linus auf die Bank. Linus war erst 9 Jahre alt und hatte doch schon vieles erlebt. Seine Eltern standen nur wenige Meter von ihm entfernt an einem Grab. Beide hielten ihre Hände und weinten. Sein kleiner Bruder Benjamin war vor einigen Tagen verstorben. Auch Linus war sehr traurig. In diesem Jahr wäre Benni, wie er ihn nannte, sieben geworden und in die gleiche Schule eingeschult worden, wie er.

Die beiden konnten sich streiten, wieder vertragen und spielten sehr gerne miteinander. Seine Eltern hatten ihm erklärt, dass Benni nie wieder mit ihm spielen würde. Vor einigen Wochen musste Benni ins Krankenhaus. Dort hatten Ärzte festgestellt, dass Benni sehr krank war. Schon damals hatten seine Eltern viel geweint. Linus hatte es nicht verstanden. Schließlich ging er fest davon aus, dass er bald wieder mit Benni spielen würde.

Als er daran dachte, wie er doch immer mit Benni um die Wette gelaufen war, sie gemeinsam im Park mit den Fahrrädern übten oder mit ihren Eltern spielten, wurde Linus sehr, sehr traurig. Bisher hatte er kaum geweint, aber unter der Trauerweide kullerten seine Tränen die Wangen herunter.

Die alte Trauerweide hatte schon so oft Tränen gesehen und einfach nur zugehört. Doch als Linus Tränen auf ihre Wurzeln trafen, sprach die alte Weide. Und Linus war der Erste nach vielen, vielen Jahren, der sie hörte. Auch sie hörte ihm zu, wenn er darüber sprach, wie sehr er seinen kleinen Bruder vermisste. Doch jedes Mal wenn er wieder ging, fühlte er sich ein wenig leichter und besser.

Eines Tages sprach er anders mit der Weide, über seinen Bruder und sein Leben. Da bemerkte die alte Trauerweide, dass etwas in Linus passiert war und ihre Blätter flüsterten ihm zu: „…

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2016)




 

 

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30 Jun

Silbergras (Therapeutische Geschichte)

Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl

 

Linus war einer der Hasen, die es liebten, Neues zu entdecken. Seine ständigen Ausflüge hatten ihm schon die eine oder andere Schramme beschert und ihn in brenzlige Situationen geraten lassen. Aber er war ein schneller kleiner Hase und mutig dazu.

Schon oft war er über die Heide und den kleinen Hügel im Norden, um den Teich im Osten, die westlichen Waldlichtungen oder die Wiesen und Felder im Süden des Hasenwaldes gehoppelt. Und hatte viel Neues und Schönes entdeckt. Linus liebte es, Schönes zu entdecken. Daran hatte er Freude. Dann konnte er vergessen, wie oft ihn andere Hasen wegen seines einen Knickohrs geärgert hatten. Das Problem für Linus war, dass das Schöne für ihn schnell wieder an Reiz verlor, wenn er es eine Weile betrachtet hatte. So musste er immer längere Ausflüge unternehmen und schneller laufen, damit er zum Abend zurück im Dorf war.

Eines Tages traf er die alte Louisa. Die greise Häsin hatte schon weißes Haar und bewegte sich nur noch langsam. Linus dachte sich, so alt, wie sie ist, hat sie bestimmt schon vieles gesehen – und viel Schönes. Vielleicht kann sie mir sagen, wo ich noch etwas Schönes und Neues finden kann. Also setzte er sich neben sie auf ihre Bank. Louisas Bank stand ziemlich in der Mitte des Hasendorfes nahe bei ihrem Haus. So konnte Louisa noch viel mitbekommen, was so im Dorf passierte. Linus fragte die alte Louisa, was wohl das Schönste sei, was sie jemals gesehen hatte. „Silbergras“, sagte Louisa, „ich liebe Silbergras.“ Linus überlegte. „Wo finde ich Silbergras?“, fragte er Louisa. Sie erklärte ihm, dass Silbergras etwas Sonne und etwas Feuchte braucht, um zu gedeihen und wunderschön anzusehen ist.

Linus lief los so schnell er konnte und suchte an all den Orten, die er besucht hatte. Doch er fand kein Silbergras. Er hatte zwar noch nie selbst welches gesehen, aber dafür eine gute Vorstellung davon, wie Silbergras aussehen würde. Er lief immer schneller und weiter und fand doch kein Silbergras.

Eines Tages kam er ziemlich erschöpft zurück ins Hasendorf und setzte sich wieder neben Louisa auf die Bank. „Ich habe kein Silbergras gefunden.“, sagte er zu ihr. Sie lächelte nur. „Warte noch etwas, dann zeig ich es Dir“ lächelte sie ihm zu. Nun begann Linus zu überlegen. Wie wollte ihm die alte Louisa, Silbergras zeigen? Er war doch schon durch die ganze Landschaft gelaufen und hatte nichts entdeckt.

Langsam dämmerte es und nur der Mond erhellte das Hasendorf. Louisa nahm Linus an die Hand und sie gingen hinter Louisas kleine Hütte. Der Abendtau hatte sich auf den Boden gelegt und das Mondlicht ließ das Gras silbrig schimmern. „Sieh nur – Silbergras. Das hab ich mit meinen Moritz gerne angeschaut und wir haben uns daran erfreut.“, sagte Louisa. „Aber das ist doch nur ganz normales Steingras. Das wächst hier überall.“, sagte Linus und verzog das Gesicht. „Für mich ist es Silbergras. Schau nur einmal genau hin.“, lächelte Louisa.

Und dann geschah es. Linus schaute eine Weile auf das Gras, das im Mondlicht glänzte und konnte es plötzlich sehen – Silbergras. Er hatte das Gras schon so oft gesehen, aber sich nie die Zeit genommen, es sich genau anzuschauen. Es wog sich bei jedem kleinen Luftzug, war zart und filigran und leuchtete im Mondlicht wie die weißen Haare der alten Louisa.

Von nun an entdeckte Linus jeden Tag auf’s Neue viele kleine und große Schönheiten, die ihn umgaben. Er genoss den Wind, der den „Blütenzauberduft“ von den Wiesen ins Dorf trug, das „Glitzerglimmen“ der Mittagssonne im Teich oder die „Goldlichter“ im Wald, wenn die Sonne unterging.

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2016)
Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl

 

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08 Jun

7.6.2016 Vortrag Angst im BKC

im Tomasa Zehlendorf

Berlin, 07.06.2016 Vortrag ‘Angst’ beim BKC-BusinessKontakteClub-Netzwerktreffen im Tomasa Zehlendorf

Am Dienstag habe ich einen Impulsvortrag zu Angst gehalten.

 + Angst / Prüfungsangst
+ Was ist Angst?
+ Was passiert im Körper bei Angst?
+ Formen von Angst
+ Wofür ist meine Angst gut?(!)
+ Praxisbeispiel Prüfungsangst
+ Wie kann ich damit (besser) umgehen?

Mein Ziel war es, ein kleines Plädoyer für die Angst zu halten und die positiven Aspekte aufzuzeigen. Viele Ängste haben eine positive Absicht (z.B. Schutz, Warnung, Unterstützung, Aufmerksamkeit, Wichtigkeit) und sind oft ein verkannter Freund. Ich hatte viel Spaß dabei.

Im Anschluß gab es eine Vorstellungsrunde aller Teilnehmer und ein aktives „Speed-Dating“. Ein toller Abend in schöner Atmosphäre und mit Sonne.

Ich bedanke mich nochmals herzlich bei Michael Krebs für die Einladung, das Interesse am Thema, die Möglichkeit mich vorzustellen und Helga Breusing, Jolanta Schaefer und Angelika Mix für den freundlichen Empfang.

(Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl)

Praxis Der Zuhörer -Steffen Zöhl

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24 Mai

7.6.16 Kurzvortrag Angst beim BKC Business-Netzwerken in Zehlendorf

Am Dienstag, 7.6.2016, halte ich einen Impulsvortrag zu meiner Arbeit mit Angst / Angstpatienten im Rahmen des BKC-BusinessKontakteClub Business-Netzwerken in Zehlendorf.

Wann: 18:30 – 21:00 Uhr
Wo: TOMASA Zehlendorf, Berliner Str. 8, 14169 Berlin

Wer daran Interesse hat, kann sich über den folgende Links anmelden.
www.business-kontakte.net/kalender/
www.business-kontakte.net/xing
www.business-kontakte.net/facebook

Ich freue mich auf einen interessanten Abend, kurzweilige Gespräche und neue Kontakte.

Ebenso halte ich Vorträge z.B. zu Prüfungsangst an Schulen.

Vorträge Prüfungsangst







Praxis Der Zuhörer -Steffen Zöhl

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23 Mai

Bella & Liberou (Therapeutische Geschichte)

Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl Charlottenburg

 

Auf einem kleinen Bauernhof, nahe einem kleinen Bach zwischen den Feldern und Weiden und dem Wald lebte die Bernhardinerhündin Bella. Ihre Hütte hatte ein rot angemaltes Dach mit weißen Wänden und drinnen lag eine Decke, auf der sie sich ausruhen konnte, wenn der Tag zu Ende ging. Bella liebte diesen Hof, den Bauern, der sich um sich kümmerte und ihr ein Zuhause gab und die Schafherde, die sie bewachte. Mit ihrem sanften Wesen und den gütigen Augen konnte sie ihre Umgebung schnell für sich gewinnen. Dennoch war sie eine wachsame und pflichtbewusste Hütehündin. Noch nie war ihr ein Schäfchen der Herde abhanden gekommen. Sie liebte es, dass Grass ihr Fell streifte, sie im Bach schwimmen und sich abkühlen konnte und der Bauern sie abends streichelte und für ihre Arbeit lobte.


Nur manchmal in den lauen Sommernächten, wenn der kühle Abendwind ihre Nase streifte, die Vögel aus dem Wald sangen und die Luft nach frischem Heu schmeckte, schaute sie in den Himmel und bewunderte die Sterne. Dann hätte sie gerne einen Partner an ihrer Seite gehabt, um all das Schöne zu teilen und vergnügt und frei durch die Wiese zu laufen. Das ginge natürlich nur, wenn die Schafe bewacht waren oder im Stall – sonst hätte sie sich diese Dinge selbst nie erlaubt.


Eines Tages blickten zwei Augen aus dem Wald. Sie waren viel kleiner als Bellas und blickten frecher daher. Sie gehörten Liberou – einem wilden Hund, der irgendwann über die Berge kommen war. Irgendwo dort –niemand wusste mehr wo und wann genau- wurde er geboren. Als er noch ganz klein war, kam er mit seiner Familie hinunter in den Wald. Er kannte nur den Wald. Dort lebte er frei, wild und schlief jede Nacht an einem anderen Ort. Er dachte nie daran, sich irgendwo niederzulassen. Die Tiere in dem Wald achteten ihn, weil er immer für Ordnung sorgte, wenn es mal Streit gab. Manche hatten sogar ein bisschen Angst vor ihm, was ihm sogar ein bisschen gefiel. Sein Fell war bunt gemustert und struppig, sein Körper eher drahtig und er konnte ziemlich schnell laufen.


Als er Bella sah, konnte er seinen Blick lange nicht von ihr lösen und er verharrte am Waldrand. Er konnte es sich nicht erklären, warum diese fremde Hündin ihn so faszinierte. Nachdem er sie eine Weile beobachtet hatte, lief er wieder in den Wald. Bella hatte ihn wohl bemerkt und war wachsam, was dieser Fremde in der Nähe des Hofes wohl wollte, aber nachdem er verschwunden war, widmete sie sich wieder ihrer Arbeit. Und doch ertappte sie sich, dass sie über diesen fremden Hund aus dem Wald nachdachte. Liberou träumte in dieser Nacht, wie er schon lange nicht mehr geträumt hatte. Im Traum liefen Bella und er nebeneinander her durch den Wald und durch die Wiesen. Er konnte den Wind spüren, roch das Gras und die Bäume, hörte ihren Atem neben sich und sein Herz schlug schneller. Am Morgen, als er erwachte und bemerkte, dass es nur ein Traum war, fasste er sich ein Herz und lief hinüber an den Waldrand.


Liberou wollte unbedingt wissen, ob sich sein Traum erfüllen würde. Langsam und für Bella gut sichtbar näherte er sich ihr. Sie hatte ihn natürlich schon bemerkt. Er sah anders aus als die Hunde, die sie bisher getroffen hatte und er roch anders – nach Wald, Freiheit und Abenteuer. Auch wenn sie ihre Arbeit liebte, von diesem Fremden ging etwas aus, dass sie unglaublich neugierig machte.


Liberou zeigte sich freundlich und lies an dem, was er tat und wie er sich ihr näherte keinen Zweifel, dass er ihr oder dem Hof nichts Böses wollte. Bella sah ihn an, wie er immer wieder vor ihr hin und her lief und sich ihr als starker Hund zeigte. Er hielt immer wieder inne und schaute, wie sie reagierte. Am Abend, als ihr Tagewerk vollendet war, hielt sie nichts mehr – sie rannte auf ihn zu und tollte mit ihm durch die Wiese. In ihren schönsten Träumen hatte sie immer wieder davon geträumt. Ihr Herz schlug Purzelbäume und ihre Augen leuchteten wie kleine Sterne. Liberou sah es und war überglücklich. Endlich hatte er jemanden gefunden, endlich konnte er sich vorstellen, an einem Ort zu bleiben und er schwärmte ihr vor, wie er sich die gemeinsame Zeit vorstellen würde.0

Als die Nacht kam, ging Bella wie selbstverständlich zu ihrer Hütte. Sie wartete, weil sie dachte, dass Liberou natürlich zu ihr kommen würde – auf den Hof, in die Hütte nahe der Herde. Liberou aber war schon im Wald verschwunden und fing an zu träumen. Er kannte keine Hütte, keinen Hof oder eine Herde und Menschen mochte er nicht sonderlich. Am nächsten Abend war es wieder so – die beiden liefen verliebt durch die Welt und alles roch nach süßer Unbeschwertheit. Liberou blieb manchmal am Zaun vor dem Hof und Bella besuchte ihn manchmal am Waldrand, wenn sie gerade Pause hatte. Dann brachte sie ihm mal eine Decke und mal etwas Futter mit. Liberous Herz schlug jedes Mal höher, wenn er Bella sah und hatte auch allen Tieren im Wald voller Stolz von ihr erzählt. Was er mit den ganzen Sachen, die Bella mitbrachte, anfangen sollte, wusste er aber nicht so richtig. Er hatte sie auch schon mal angeknurrt, als sie ihm unbedingt zeigen wollte, wie er die Herde hüten und in der Hütte schlafen sollte. Liberou kannte keine Hütte und wollte keine Herde hüten. Seine Heimat war der Wald und so sehr er Bella liebte, fühlte er sich nur dort wohl.

Als der Bauer die beiden sah, wurden seine Augen glänzend. Wie freute er sich, dass Bella einen Liebsten gefunden hatte und gerne hätte er einen zweiten Hund auf den Hof aufgenommen aber er ahnte wohl, dass ein wilder Hund immer irgendwann dem Ruf der Freiheit und des Waldes folgen musste. Auch Bella kleffte nun manchmal in den Tag, weil sie nicht verstehen konnte, warum Liberou immer wieder in den Wald ging, obwohl sie ihm schon so oft einen Platz neben ihrer Hütte angeboten hatte.

Und der Glanz in ihren Augen wich und sie wurde traurig. Noch immer trafen sich die beiden und liefen abends durch die Felder, aber es war etwas verloren gegangen. Jetzt sah sie auch die rauen Seiten an ihm, die er zum Leben im Wald brauchte, sie aber nicht an ihm mochte. Beim Blick in den Sternenhimmel fragte sie sich viele Abende, wie es weitergehen sollte.

An einem Abend, als die Sterne besonders klar und hell leuchteten, der Nachtwind sanft über die Felder strich und die Luft besonders stark nach frischem Gras und Äpfeln roch, kam ein kleiner Engel herbei und setzte sich auf das Dach von Bellas Hütte. Er sah auf sie hinunter und blickte dann zu Liberou, der am Rande des Waldes lag. Und er sah die Liebe und den Schmerz, der beide verband und weinte eine Träne.

Als die Träne auf den Boden fiel …



[offenes Ende zur eigenen Ergänzung]
(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2016)
Praxis Der Zuhörer -Steffen Zöhl

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