12 Jun

Die Weisheiten der alten Eule 6 (Therapeutische Geschichte)

Die Weisheiten der alten Eule © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018

Die Weisheiten der alten Eule
(Therapeutische Geschichte)

 

In einer sehr alten Eiche lebte eine auch ziemlich alte Eule. Mit der Zeit konnte sie schlechter hören und sehen, aber die Tiere des Waldes gingen gern zu ihr, wenn sie Sorgen und Probleme hatten. Im Gespräch mit der alten Eule fanden viele Tiere ihre Lösungen und verstanden, was das eigentliche Thema war. Von einigen dieser Begebenheiten will ich berichten.

 

Die kleine Spinne Dora

Auch wenn jedes Tier im Wald seine Aufgabe hatte, so wurden sie doch unterschiedlich wahrgenommen – besonders von den Menschen. Sie bewerteten die Tiere nach Aussehen oder Eigenschaften, die sie ihnen zuschrieben. Die kleine Spinne Dora war unglücklich, als sie die weise Eule aufsuchte. Die Eule musste schon genau hinsehen und hören, denn die kleine Spinne war wirklich nicht sehr groß.

„Die Menschen mögen mich nicht.“, jammerte Dora, „Sie schreien, treten und schlagen nach mir, wenn sie mich sehen – selbst wenn ich einfach nur still da sitze. Als wäre ich ein Monster. Weisst Du, liebe Eule, wie oft ich schon ‘Pfui Spinne’ gehört haben? Das tut manchmal schon weh. Es ist hart, wenn man von niemandem gemocht wird.“ Ein leises Schluchzen war zu hören.

„Die Menschen“, antwortete die Eule, „sehen meist nuhur mit ihren Augen und dann auch nuhur das, was sie sehen wollen. Sie bedenken nicht, wie viele Mücken und Fliegen duhu fängst und ihnen damit das Leben leichter machst. Viele haben Angst vor Dir, obwohohl sie ein Vielfaches größer sind als Duhu.“ Die weise Eule beugte sich zu Dora hinunter und schaute ihr tief in die Augen. „Duhu wirst sie nicht verändern können. Die Menschen glauben, sie würden die Natuhur verstehen. Dabei bewerten sie alles, was sie dort finden, nuhur danach, ob es für sie nützlich erscheint ohoder nicht.“

„Andere Tiere mögen die Menschen. Sie füttern sie, hegen und pflegen sie und haben sie gerne in ihrer Nähe. Ich wünschte, sie würden mich auch mögen und erkennen, dass ich vieles tue, was gut für sie ist. Ich webe viele Stunden und Tage an meinen Netzen und versuche auch, sie besonderen schön zu machen. Doch keiner achtet darauf.“, sagte Dora mit gesenktem Haupt.

„Überlege Dir gut, was Duhu Dir wünschst!“, entgegnete ihr da die weise Eule, „Viele der Tiere, die die Menschen möhögen, wollen sie nuhur essen. Deshalb füttern sie sie uhund haben sie in ihrer Nähe.“ Dennoch verstand die Eule Doras Wunsch. Dora wurde nachdenklich. Die Menschen schienen schon komisch zu sein. Dann hörte sie die Worte der weisen alten Eule: „Wichtig ist nicht, ob andere bemerken, was Duhu Gutes tust oder wie sie über Dich denken. Wichtig ist, wie Duhu über Dich denkst, dass Duhu weisst, dass Duhu ein wertvoller Teil dieses Waldes bist.“

Dora war berührt und spürte, wie ein Stück Traurigkeit aus ihrem Herzen wich.

Als es zu dämmern begann, machte sich Dora daran, ein neues, ganz besonderes Netz zu weben. Der Mond schenkte ihr noch Licht, bis sie damit fertig war und zufrieden einschlief. „Sieh nur Mami, ist das nicht wunderschön!“ Als Dora, durch diese Worte geweckt, ihre Augen öffnete, sah sie ein kleines blondes Mädchen, das fasziniert vor ihrem Netz stand. Der Morgentau hatte sich in feinsten Perlen darin verfangen und glitzerte in der morgendlichen Sonne. „Sieh es Dir an, aber störe die Spinne nicht, Farah.“, sagte die Mutter zu dem Mädchen. „Das hat eine Spinne gemacht?“, fragte Farah, „Ich wusste nicht, dass diese Krabbelinge so schöne Dinge machen können. Ich glaube, dann mag ich Spinnen doch … auch wenn sie komisch krabbeln.“

Die kleine Spinne Dora hat diese Worte nie vergessen.

Vielleicht war es nur ein kleines Mädchen, vielleicht war es nur ein Zufall, vielleicht nur dieser eine Morgen, aber vielleicht war es auch ein Anfang …

Seiden web ich Fäden zum Gespinst,
dass Morgentau im Lichte glänzt,
fang Träume, Wünsche, Hoffnung ein
zu binden sie an diese Erden,
damit sie einmal Wahrheit werden
und glücklich machen – groß und klein.

Du Mutter vieler Fantasien,
verkannt, zu Unrecht oft verschrien,
ich will Dir meine Zeilen schenken,
Dein Bild in grade Bahnen lenken,
will wie ein Kind mit allen Sinnen
nach Herzenslust nur mit Dir – spinnen.
sz

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

#SinnSationsGeschichten #PraxisDerZuhörer #WeisheitenDerEule #Maulwurf #Elster #Liebe #Beziehung #Alltag #Achtsamkeit #TherapeutischeGeschichten

 

 

 

 

 

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05 Jun

Die Weisheiten der alten Eule 5 (Therapeutische Geschichte)

Die Weisheiten der alten Eule
(Therapeutische Geschichte)

 

In einer sehr alten Eiche lebte eine auch ziemlich alte Eule. Mit der Zeit konnte sie schlechter hören und sehen, aber die Tiere des Waldes gingen gern zu ihr, wenn sie Sorgen und Probleme hatten. Im Gespräch mit der alten Eule fanden viele Tiere ihre Lösungen und verstanden, was das eigentliche Thema war. Von einigen dieser Begebenheiten will ich berichten.

 

 

 

Shania und Goran

So wie die junge Ente lief, ahnte die weise Eule schon, was kam. Es war Liebeskummer, der die Ente zu ihr kommen und um Rat bitten ließ. Da erzählte die Eule ihr die Geschichte vom Maulwurf Goran, der in die Elster Shania verliebt war.

Es ist viele Jahre her, dass Goran und Shania hier im Wald lebten. Als die Elster sich in einem Winter den Flügel verletzt hatte, pflegte sie der Maulwurf. Obwohl er es anfangs kaum glauben konnte, spürten beide, dass es eine große Nähe zwischen ihnen gab. Die Elster und der Maulwurf kannten sich schon eine Weile, als der Maulwurf ihr seine Liebe gestand. Gerührt nahm sie es auf und beteuerte, dass auch ihr Herz für ihn fühlte. Auch wenn beide recht unterschiedlich lebten, fühlten sie doch eine große Verbundenheit zueinander. Einen Sommer lang hatten sie viele Tage und Nächte miteinander geteilt. Er suchte die schönsten und glänzendsten Steine für sie und kümmerte sich stets um ihr Wohl. Wann immer sie traurig war, kam er zu ihr und tröstete sie.

Doch weil der Maulwurf immer wieder eine Zeit unter der Erde war, kam es dazu, dass auch der Zaunkönig um die Elster warb. Goran wurde traurig, als er sah, wie beide durch die Sommerabende flogen. Sie bat ihn um Zeit, um für sich herauszufinden, was ihr Herz wollte. Doch sein Herz wurde schwer, mit jedem Tag, den sie mit dem Zaunkönig flog. Tränen kullerten aus seinen kleinen Knopfaugen. Er versuchte, um sie zu kämpfen. So ging er jeden Tag in den Berg, um Edelsteine für sie zu holen, die glänzten. Er legte sie ihr, liebevoll geschmückt, in ihr Nest. Sie mochte die Steine und wie er sich um sie sorgte.

Die Elster hatte ihn liebgewonnen und wollte den Maulwurf gerne in ihrem Leben behalten, fühlte aber, dass ihr der Zaunkönig gut gefiel. Sie bat Goran immer wieder, er möge doch als Freund bei ihr bleiben. Doch sein Herz war gebrochen. Immer häufiger und länger grub er sich in den Berg.

Eines Tages lagen keine Steine in ihrem Nest. Shania flog zum Berg und suchte nach Spuren von Goran. Als auch nach Tagen kein Zeichen von Goran zu finden war, hatte sie die alte Eule aufgesucht, die damals noch eine eher junge Eule war. Die Eule wusste nicht, wo Goran geblieben war. Sie senkte nur den Kopf, als sie Shanias Geschichte gehört hatte.

Goran wurde nie wieder gesehen. Alles, was blieb, war das Lied der Steine, von dem manche glauben, dass es noch immer tief im Berg zu hören ist.

 

Das Lied der Steine

Für Dich grub ich mich tief und tiefer
durch den Stein, Granit und Schiefer
bis auf den Grund des Bergs hinein,
auf dass Dein Herz so werde mein.

Suchte nach Gold und Edelstein,
Dir nah zu sein, nicht allein.
Fand ich auch viel vom edlen Erz,
blieb mir zuletzt verwehrt Dein Herz.

Einst warst Du mir so tief und nah,
bis ich zerbrach, als ich es sah.
Es ging Dein Herz und Stück für Stück
verlor ich mich, mein Herz und Glück.

So geh ich in die Dunkelheit,
vergesse Leben, Traum und Zeit.
Was ich Dir gab, ward nicht belohnt,
Du lebst mit Sonne und mit Mond.
sz

 

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

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30 Mai

Urlaubsstress (Thema des Monats)

 

Stress mit dem Urlaub (Thema des Monats)

 

Eigentlich sollte Urlaub doch der Erholung von Stress und Alltag dienen …

Die Sommerferien nahen und damit beginnt für viele Menschen … der Stress. Wenn dieser nicht bereits Ende des vergangenen Jahr mit den Fragen: „Wann? Wo? Wie lange? und ggf. auch Mit wem? mache ich Urlaub“ begonnen hat, so startet der Stress für viele in den Tagen vor dem Urlaub, wenn es um Vorbereitungen, Kofferpacken oder „die letzten Arbeiten vor dem Urlaub“ geht.

Plötzlich tauchen viele kleine ungeplante und mehr oder weniger unvorhersehbare Dinge auf – wie Zahnschmerzen, ein abgelaufener Reisepass, eine verschwundene Reisetasche oder ähnliches. Und da diese Zeit ja besonders schön sein soll, wird sich auch Vieles im Urlaub vorgenommen: Ausflüge, Aktivitäten mit oder ohne Kinder oder, wenn man zuhause bleibt, all die Dinge, „die man schon immer machen wollte“. All diese Vorbereitungen, Pläne und Vorhaben stapeln sich auf und werden für viele – als riesiger Block- stressig. Dieser Stress schlägt gerne Mal in Streitigkeiten, Diskussionen und Wortgefechte um. Die Zeit kurz vor dem Urlaub stellt manchmal sogar Beziehungen auf die Probe.

 

Wie vermeide ich Urlaubsstress?

Das Wichtigste ist in meinen Augen, daran zu denken, wozu man den Urlaub macht. Es geht um Erholung, gemeinsame Zeit, Erlebnisse jenseits des Alltags, Neues und Eindrücke – Glücksmomente.

Manchmal kann etwas Planung im Vorfeld entspannend sein. Ich kann zwar nicht alles planen oder vorhersehen, aber ich kann zumindest einige Dinge mittelfristig angehen.

 

Grundsätzliches

  • Was will ich im Urlaub? (z.B. Erholung, Aktivität, Städtetour, Fotos, etc.)
  • Was ist mir dabei (wirklich) wichtig? (z.B. Wetter, Essen, Aktivitäten vs. Ruhe)
  • Kann/muss ich das, was mir wichtig ist, planen/vorbereiten/reservieren?
  • Um wirklich loslassen zu können: Wer kümmert sich um Wohnung, Post oder Blumen?

 

Bei (Auslands)Reisen

  • Urlaubszeit – Ferien, Geburtstage, Jubiläen oder Feiertage bedenken
  • Jahreszeiten (z.B. Nordlichter, Kirschblüte, Regenzeit, Erntezeiten)
  • Sind Reisepass/Personalausweis noch (ausreichend lange) gültig? Brauche ich ein Visum?
  • Besonderheiten (Kultur, Zoll/Einfuhrverbote, Einreise, Devisen, etc.)
  • Liste zum Koffer packen für die ‘wichtigen’ Dinge (Ladekabel, Sonnencreme, Reiseapotheke)
  • Was darf ins Handgepäck?
  • Welche Medikamente brauche ich?
  • Wie gestalte ich die An-/Abreisezeit möglichst angenehm (besonders mit Kindern)?

 

Wenn ich einige (planbare) Dinge mittelfristig erledige, kommen sie nicht geballt kurz vor dem Urlaub und ich kann (voraussichtlich) zeitliche Engpässe vermeiden. Damit bin ich in der Vor-Urlaubs-Phase flexibler.

 

Wenn einer eine Reise tut …

Eine Reise ist für viele Menschen eine Ausnahmesituation – ungewohnt und (an)spannend. Das Ungewohnte gepaart mit vielen Regeln, Menschen und ggf. anderen Sprachen erzeugt häufig Unsicherheit. Diese angespannte Unsicherheit entlädt sich gerne in kleinen oder größeren Gereiztheiten, Verbalattacken oder Streitigkeiten.

Je mehr Wert ich auf Nebensächlichkeiten (Sitzplatz, Pünktlichkeit, Wartezeiten) lege, desto weniger habe ich das im Blick, was mir doch eigentlich wichtig war – ein schöner Urlaub. Ich wollte doch diesen Urlaub erleben, die Reise unternehmen oder vielleicht die Zeit mit bestimmten Menschen verbringen.

Tief durchatmen, mich besinnen, wozu ich Urlaub machen wollte und lächeln …

 

„Das machen wir mal im Urlaub“

Manche Paare heben sich „besondere Sachen“ für den Urlaub auf. Ganz gleich, ob es ein besonderes Essen, ein Hobby oder Zweisamkeit ist, kann die Erwartung, dass „das Besondere“ dann auch ganz besonders werden muss, Druck aufbauen. Die Erwartung an das Perfekte lässt dann kleine Fehler zum Drama werden.

Oft sind die schönsten Momente die ungeplanten, spontanen Situationen, bei denen man außerhalb des Gewohnten tut, worauf man gerade Lust hat und vielleicht einmal die Grenzen des Alltags überschreitet.

Die Balance zwischen gemeinsamer Zeit und Zeit für sich und des Raums für die Interessen aller Beteiligten sorgt vermutlich für das entspannteste Klima. Wer offen ist für Neues, Inspiration und für das Entdecken von Schönen, wird viele Glücksmomente und wundervolle Erinnerungen sammeln können.

 

Und dann war die ganze Erholung gleich wieder fort …

Ich persönlich mag es, wenn ich nach einer Reise noch ein paar Tage Urlaub habe, um wieder anzukommen und die ganzen Eindrücke zu verarbeiten. Das ist mir besonders nach Reisen wichtig, bei denen ich eine Zeit allein oder mit wenigen Menschen verbracht habe, damit mich die Menschenmasse der Großstadt nicht gleich erschlägt.

 

Wer also einen schönen Urlaub erleben möchte, sollte vielleicht

  • wissen, was „schön“ für sie/ihn dabei bedeutet
  • stets im Auge behalten, dass es um das Erleben geht
  • den Alltag loslassen
  • offen sein, um Glücksmomente zu schaffen und zu genießen

 

In diesem Sinne wünsche ich allen eine schöne und erholsame Urlaubszeit und freue mich auf Feedback und Austausch.

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

 

 

 

 

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02 Mai

Abnehmen – WARUM will ich das eigentlich? (Thema des Monats)

Wenn auch draußen noch nicht immer merklich, ist es Frühling  und bei einigen Menschen beginnen mit der Sonne und den ersten warmen Tagen die Gedanken an den Sommer und die dann gewünschte Figur wieder verstärkt aufzukommen. Eine mögliche Diskussion über Schönheitsideale und grundsätzliches Ernährungsverhalten lasse ich bewusst außen vor. Meine Ausführungen richten sich vorrangig an Menschen, die die Entscheidung gefällt haben, ihr Körpergewicht verändern zu wollen und damit bisher nicht den gewünschten Erfolg hatten.

Ich möchte mich der Frage widmen, warum es manchen Menschen gelingt, ihr Körpergewicht zu verändern und anderen weniger.

Was beeinflusst eigentlich unsere Ernährung(sweise)? Hier gibt es eine Vielzahl an Faktoren wie z.B.

  • Stress,
  • Emotionen (z.B. Trauer, Frust, Angst, Wut, Alleinsein, Glück, Freude, Spaß, Liebe, Geborgenheit),
  • Erziehung/Prägung, Kindheitserinnerungen, Rituale,
  • Werbung, Medien, Düfte, Verpackungen, Packungsgröße, Hersteller, Preis, Verfügbarkeit,
  • individueller Geschmack/Vorlieben und auch situatives Geschmacksempfinden,
  • Ernährungswissen, Inhaltsstoffe, Herstellung, Anbau, Herkunft, Lebensmittelskandale,
  • Werte-/Weltbild (vegetarisch/vegan, Religion), Selbstbild/Fremdbild, Selbstwert, Achtsamkeit, Kulturkreis,
  • Körperlicher Bedarf: Menge (Energiebedarf, Sättigung), Nährstoffe (schneller Zucker vs. langfristige Kohlenhydrate; Vitamine, Eiweiße, Fett, Kalorien), Jahreszeit / Wetter / Hormone.

Selbst diese (unvollständige) Aufzählung zeigt schon, wie viele unterschiedliche Faktoren die individuelle Ernährung(sweise) beeinflussen. Jedoch ist die Ernährung nur eine Komponente, die sich auf unseren Körper auswirkt. Dem, was wir als Nahrung und Energie aufnehmen, steht unser Energieverbrauch gegenüber. Hier spielen Faktoren wie z.B. Menge an körperlicher/geistiger Arbeit, Umgebungs-/Körpertemperatur, Kondition eine Rolle. Eine Reduzierung des Körpergewichts (Abbau der körpereigenen Fettreserven) funktioniert.

Diese Informationen sind allgemein bekannt und stellen daher zunächst gleiche Ausgangsvoraussetzungen dar. Es mag in manchen Fällen auch genetische Faktoren geben, die eine Gewichtsveränderung begünstigen oder erschweren, aber ich möchte einen anderen -meines Erachtens wichtigen- Aspekt betrachten.

 

Warum funktioniert Abnehmen dann so oft nicht?

Ich denke, dass das Motiv / die Motivation, WARUM jemanden abnehmen WILL, ein wichtiger Faktor ist, der darüber entscheiden kann, ob es gelingt oder nicht.

starke Motive/Motivationen

schwache Motive/Motivationen

Ich will in dem Kleid meiner Mutter heiraten.

Mein Arzt hat mir geraten abzunehmen.

Ich will mit meinem Enkeln spielen können.

Meiner Frau bin ich zu dick.

Ich will wieder mit meiner Frau tanzen/reisen können. Meine Kleidung passt mir nicht mehr.

 

Ein starkes Motiv motiviert, schafft positive Energie, ist DER Antrieb für mich, stärkt mein Durchhaltevermögen, schafft Veränderungspotenzial und gibt mir Kraft. Auch das Setzen realistischer Ziele -meine Erwartungen an mich- ist wichtig. Eine Ernährungs- und Lebensumstellung führt regelmäßig nicht zu Blitzerfolgen. Der Körper reagiert auf Nahrungsumstellung und veränderte Aktivität. Setze ich mir viele kleine realistische Teilziele, kann das motivieren und das Durchhaltevermögen stärken.

Abnehmen funktioniert meist nicht linear, erfordert eine gewisse Anstrengung und Durchhaltevermögen und erfolgt geschlechtsspezifisch unterschiedlich. Das Wissen über unterschiedliche Abnehmerfolge kann Frust ersparen und ein starkes Motiv lässt mich durchhalten.

Bedenken wir auch den Alltag und all die Situationen und Momente, die uns Kraft kosten werden: „Das Leben – der ganz alltägliche Wahnsinn“: Stress, Konflikte, Veränderungen, Ausnahmen (Geburtstage, Feiern, Reisen, u.v.m.) und Gewohnheiten. (Ess)Gewohnheiten und Aktivitäten zu verändern, kostet Energie und kann in der Umwelt auf Widerstand stoßen. Veränderungen erzeugen meist inneren und äußeren Widerstand. Das Dokumentieren und „Feiern“ von Zwischenzielen, kann die Motivation auf- und ausbauen.

In der Arbeit mit Klienten achte ich darauf, dass sich die/der Klient/in bewusst macht, wo überall Gewohnheiten bestehen, die es zu verändern gilt. Gewohnheiten sind schon so lange da, dass sie unbewusst funktionieren. Sie sind uns vertraut, fühlen sich oft gut an und haben sich „bewährt“. Gleiches gilt für unsere „Systeme“ (Partner, Familie, Freunde, Kollegen, …), die auf die gelebte Veränderung (Ernährung, Sport, etc.) reagieren. Hier heißt es, sich bewusst zu machen, wer unterstützt und wer bremst? Veränderungen kosten Kraft. Ein starkes Motiv verleiht Kraft.

Auch das Selbstbild und der Selbstwert kann den Erfolg von Veränderungen beeinflussen. Wer bin ich – wer will ich sein? Was hat mich zu dem/derjenigen gemacht, der/die ich heute bin? Was ändert sich für mich, wenn ich mich verändere? Was gewinne ich? Was verliere ich aber vielleicht auch? Bin ich es mir wert, dass ich mein Ziel erreiche? Manchmal sorgen (unbewusste) innere Konflikte dafür, dass wir uns selbst sabotieren. Würde beispielsweise nur ein Mitglied einer Familie versuchen, abzunehmen, könnte ein innerer Konflikt entstehen. Die Zugehörigkeit und Akzeptanz der eigenen Familie stünde ggf. der Veränderungswillen gegenüber. Hier kann es sinnvoll sein, sich Unterstützung zu suchen, um die Aspekte zu klären. Mit einem starken Motiv gelingen Veränderungen leichter.

Meine Klienten lasse ich sich gern vorstellen, wie sie ihr Ziel bereits erreicht haben. Das kann einen tollen Motivationsschub geben, lässt die innere Motivation nochmal prüfen und ermöglicht eine Betrachtung der verschiedenen Aspekte (Vor-/Nachteile, Veränderungen, Selbstbild, etc.)

 

Um erfolgreich zu sein und zu verändern, brauchst Du ein gutes und starkes Motiv. Es gibt Kraft.

GLAUBE AN DICH.

 

 

Über Feedback, Meinungsaustausch, Ideen und Anregungen würde ich mich sehr freuen!

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

 

 

 

 

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10 Apr

Die Weisheiten der alten Eule 4 (Therapeutische Geschichte)

Die Weisheiten der alten Eule © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018

Die Weisheiten der alten Eule
(Therapeutische Geschichte)

 

In einer sehr alten Eiche lebte eine auch ziemlich alte Eule. Mit der Zeit konnte sie schlechter hören und sehen, aber die Tiere des Waldes gingen gern zu ihr, wenn sie Sorgen und Probleme hatten. Im Gespräch mit der alten Eule fanden viele Tiere ihre Lösungen und verstanden, was das eigentliche Thema war. Von einigen dieser Begebenheiten will ich berichten.

 

Der Storch Shakir

Als der Frühling wieder eines Tages den Wald zu neuem Leben erweckte, kam auch der Storch Shakir von seinem Winterquartier im Süden zurück. Nach der langen Reise erholte und stärkte er sich zunächst in den Auen, die an den Wald grenzten. In den letzten Jahren hatte er häufiger von der alten Eule und ihrer Weisheit gehört. Nun hatte er so viel Kummer im Herzen, dass er sie aufsuchte, um ihr sein Leid zu klagen. Er fühlte sich vom Leben gestraft, glücklos und tieftraurig.

Nachdem die Eule ihm eine Weile zugehört hatte, sagte sie nur „traurig, traurig, kohohomm heute abend wiehieder, wenn die Sonne uhuntergeht und klage auch den anderen Dein Leiheid.“ Shakir freute sich, dass die Eule ihn verstand. Etwas Trost von den anderen Tieren zu bekommen, würde ihm sicher gut tun. Als die Sonne ihre letzten Strahlen durch den Wald sandte und ihn in ein Farbenspiel hüllte, kam Shakir wieder zur Eiche der alten Eule. Darunter hatten sich einige Tiere versammelt, die wohl die alte Eule eingeladen hatte. Er sah in viele freundliche und glückliche Gesichter. Dieser Anblick lies ihn sofort wieder daran denken, wie schwer sein Leben und wie unglücklich er war.

„Ich hatte nicht viel Glück im Leben.“, begann er zu erzählen, „Als erstes musste ich mich durch die harte Schale eines Eies kämpfen, mit meinen 2 Brüdern musste ich das Nest und das Futter, was meine Eltern brachten, teilen und schon nach wenigen Wochen fliegen lernen. Heute muss ich zweimal im Jahr eine weite Reise antreten und viele Kilometer fliegen. Seit 10 Jahren mache ich das nun schon. Meine Beine sind lang und dünn und obwohl ich ein Vogel bin, kann ich doch nicht zwitschern und tirilieren, sondern nur klappern. Das klingt, als ob man schnell auf einen hohlen Baum schlagen würde.“

Mit gesenktem Haupt fuhr er fort: „Mein Gefieder ist auch nur schwarz und weiss und nicht so schön bunt, wie das anderer Vögel. Wann immer die Menschen mich sehen, zeigen sie auf mich und sprechen miteinander. Ich kann es von da oben zwar nicht hören, aber vermutlich mögen sie mich nicht und machen mich schlecht.“ Er wollte gerade weiter über seinen Kummer reden, als er einmal aufsah und in die Gesichter der anderen Tiere schaute. Viele der kleinen und großen Zuhörer hatten Tränen in den Augen. Shakir war froh, dass die anderen Mitleid mit ihm hatten und erkannt hatten, wie schlecht es ihm ging und dass sein Leben schon sehr hart war.

Plötzlich spürte er ein Pieksen am Bein. Es war das Küken der Schwalbe, das dem Storch an sein Bein pickte und es schaute eher wütend. Als Shakir hinabsah zum Küken, plusterte sich das Küken auf und fuhr ihn an: „Was fällt Dir eigentlich ein, die anderen so traurig zu machen? Du bist so reich beschenkt und siehst es nicht!“ Shakir war zunächst überrschascht und wurde dann sogar etwas wütend: „Was verstehst DU denn schon davon, Du kleines Küken? Womit sollte ich denn schon beschenkt sein?“

Da meldete sich eines der anderen Tiere. „Du beschwerst dich, dass du so weite Wege fliegen musst“, sagte die Taube, „und vergisst, dass du es KANNST. Mit meinem gebrochenen Flügel kann ich nicht mehr fliegen – und würde so gern. Frei durch die Luft fliegen zu können, ist ein großes Geschenk.“ Erst jetzt bemerkte Shakir, dass die Taube verletzt war und wurde verlegen. „Du ‘musstest’ deine Kindheit mit deinen Brüdern teilen? Ich hätte gerne Brüder gehabt, um mit ihnen zu spielen.“, meldete sich das Reh. So erfuhr Shakir, dass andere Tiere ohne Geschwister oder Eltern aufwuchsen, nicht fliegen oder zwitschern konnten oder auch gejagt wurden. Viele Tiere wurden nicht einmal 10 Jahre alt.

„Weisst Duhu, warum die Menschen ahauf Dich schauen und übeher Dich sprechen?“, fragte nun die alte Eule den Storch, “… weil Du für sie das Symbol der Gebuhurt bist. Manche Menschen erzählen ihren Kihindern sogar, duhu würdest die Babys bringen.“ Da mussten Shakir und die alte Eule lachen. „Die Menschen mögen mich?“, fragte Shakir überrascht, „Das hätte ich nicht gedacht.“

Vieles, was ihm selbstverständlich oder sogar belastend vorkam, erschien plötzlich in einem ganz anderen Licht. Shakir bemerkte, dass es vieles in seinem Leben gab, wofür er nun dankbar war. Er hatte noch ein halbes Leben vor sich. Die Menschen mochten ihn.

Es war ein warmes Gefühl, das sich in ihm ausbreitete und er war erfüllt von Dankbarkeit und Lebensfreude. Er klapperte voller Stolz und Freude und bedankte sich bei den Tieren des Waldes und der alten Eule, die ihm ein neues Lebensgefühl und ein Leben voll Dankbarkeit geschenkt hatten.

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

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26 Mrz

Die Weisheiten der alten Eule 3 (Therapeutische Geschichte)

Die Weisheiten der alten Eule © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018

Die Weisheiten der alten Eule
(Therapeutische Geschichte)

 

In einer sehr alten Eiche lebte eine auch ziemlich alte Eule. Mit der Zeit konnte sie schlechter hören und sehen, aber die Tiere des Waldes gingen gern zu ihr, wenn sie Sorgen und Probleme hatten. Im Gespräch mit der alten Eule fanden viele Tiere ihre Lösungen und verstanden, was das eigentliche Thema war. Von einigen dieser Begebenheiten will ich berichten.

 

Der Kater Elias

An einem Sonntagmorgen im Herbst, die Sonne wollte sich nicht zeigen und der Himmel war grau, kam der Kater Elias zur weisen Eule. Er wusste nicht mehr weiter. „Meine Frau Dori ist in letzter Zeit immer kratzbürstiger geworden und ist oft krank. Früher hatte ich zumindest am Wochenende frei und konnte mit den anderen Katern um die Häuser ziehen. Jetzt muss ich abends auch noch den Haushalt machen, da sie das oft nicht schafft oder sie pflegen, wenn sie krank ist. Zumindest ist sie dann nicht mehr so schnippisch zu mir.“, jammerte Elias.

Die Eule hörte ihm eine ganze Weile zu und fragte dann: „Wie hast du sie kennengelernt?“ Kater Elias war verwundert: „Kennengelernt? Das ist doch schon so lange her. Was hat das denn damit zu tun? Naja … wir waren schon in der Schule gern in der Pause…“ Plötzlich begannen seine Augen zu leuchten und er fuhr fort: “Sie hatte die schönsten Augen und ich war stolz, dass sie mit mir zum Abschlussball ging. Der Weg am Fluss … wir sind ihn so oft zusammen gegangen. Da bekam ich meinen ersten Kuss von ihr.“ Dann senkte sich sein Kopf, „Das haben wir schon eine Weile nicht mehr gemacht. Sie zieht sich immer mehr zurück. Vielleicht ist sie ja schwerkrank?“ Elias erschrak.

„Das könnte sein“, sagte die Eule, „aber vielleicht ist es noch nicht zu spät. Du wirst ihr ab sofort, jeden Abend ihr Lieblingsessen kochen, bringst ihr Blumen mit und holst frische, wenn sie verblüht sind – drei Wochen lang. Sobald es ihr besser geht, gehst du jeden Tag mit ihr diesen Weg am Fluss entlang und schaust ihr dort mindestens 3 Minuten in die Augen.“ Dann schaute sie ihn mahnend an und ergänzte: „Und du darfst ihr von all dem nichts verraten – egal wie sehr sie fragt. Du wirst lächeln und ihr sagen, dass du es gerne für sie tust und es möchtest.“ Als Letztes gab ihm die Eule einen hohlen Kürbis und sagte ihm , er solle jeden Abend einen Taler hineinlegen.

Elias ging nach Hause. Kurz bevor er die Tür öffnete und schon damit rechnete, dass seine Frau mit ihm schimpfen würde, wo er wieder gewesen wäre, versuchte er zu lächeln. Es war eine Grimasse. Dann erinnerte er sich an seinen ersten Kuss und lächelte. Er ging hinein und lächelte. Dori sah ihn und wollte sich gerade beschweren, wie er sie so krank allein lassen konnte … und sah dieses Lächeln. Dieses Lächeln hatte er schon lange nicht mehr gezeigt. Sie verstummte. „Bleib ruhig liegen und ruhe Dich aus. Ich bringe Dir Dein Essen. Du magst doch noch Milchreis mit Honig?“ Dori war überrascht: „Ähm ja, … ja ich mag das sehr gerne.“ Sie überlegte, wann er ihr das zuletzt gekocht hatte und war gerührt.

Elias kümmerte sich nun jeden Tag um sie und sie lachten auch wieder miteinander. Dori ging es schnell wieder etwas besser. Sie bedankte sich bei ihm und schien, wieder mehr zufrieden zu sein. Aber irgendwie fiel es ihr schwer, das Bett zu verlassen. „Heute gehen wir ein paar Schritte spazieren.“, sagte Elias zu ihr. „Ich weiss nicht recht“, zögerte Dori. „Wir machen langsam und schauen, wie es klappt“, beruhigte sie Elias. So gingen sie vor das Haus und Schritt für Schritt weiter. Dori genoss es sichtlich, mit ihrem Elias zu gehen. Als sie an dem Weg am Fluss ankamen, pochte Doris Herz. Sie erinnerten sich beide an ihre unzähligen Spaziergänge. Plötzlich nahm Dori Elias in ihren Arm und küsste ihn. Elias brachte weiterhin auf dem Heimweg Blumen mit, obwohl die drei Wochen schon längst abgelaufen waren und kochte am Wochenende Milchreis mit Honig.

Als ein Jahr vergangen war, klopfte es an der alten Eiche der Eule. Plötzlich erschien ein kleiner Katzenkopf vor der Baumhöhle und maunzte die Eule an. „Wer bist du denn?“, fragte die Eule, da erschienen noch zwei weitere neugierige kleine Katzenköpfchen. „Entschuldigung, Frau Eule“, sagte Elias rasch, „sie sind noch recht neugierig und stürmisch. Wir wollten uns sehr herzlich bedanken. Dori ist wieder gesund und … naja, den Rest könnt ihr euch denken.“ Dann grinste er: „Das ‘Kürbis-Geld’ konnten wir gut gebrauchen.“

An diesem Abend schlief die weise Eule mit einem warmen Gefühl im Herzen und einem Lächeln im Gesicht ein.

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

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20 Mrz

Die Weisheiten der alten Eule 2 (Therapeutische Geschichte)

Die Weisheiten der alten Eule © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018

Die Weisheiten der alten Eule
(Therapeutische Geschichte)

 

In einer sehr alten Eiche lebte eine auch ziemlich alte Eule. Mit der Zeit konnte sie schlechter hören und sehen, aber die Tiere des Waldes gingen gern zu ihr, wenn sie Sorgen und Probleme hatten. Im Gespräch mit der alten Eule fanden viele Tiere ihre Lösungen und verstanden, was das eigentliche Thema war. Von einigen dieser Begebenheiten will ich berichten.

 

Die Schildkröte Lucinda

Vor vielen Jahren, als die Eule noch jünger war, kam die Schildkröte Lucinda zur alten Eiche und klagte ihr Leid. Sie berichtete der Eule, dass sie oft kränklich war und sich schlapp fühlte. Sie kam fast immer zu spät zur Schule, zu Treffen mit Freunden oder Geburtstagen und Feiern. „Soho so“, sagte die Eule zu Lucinda, „uhund was passiert dahann?“ Lucinda schaute die weise Eule fragend an, „Was soll dann schon sein? Dann muss mir immer einer helfen und mich unterstützen.“

Die Eule schaute sie an und fragte „Und sohonst? Was machst du sohonst?“ Lucinda antwortete: „Sonst … kann ich gut für mich alleine sorgen – alleine mein Essen zubereiten und meine Dinge alleine regeln.“ Die Eule fragte: „Wahas machst duhu denn gerne so, wenn duhu alleine bist?“ „Dann“, sagte Lucinda, „spiele ich für mich auf meiner Flöte.“

Ihr müsst wissen, die Weisheit der Eule lag nicht allein in ihrem Wissen, sondern vielmehr darin, dass sie zuhörte und mitfühlte. Daher lächelte sie die Schildkröte Lucinda an und sagte: „In den nächsten drei Mohonaten gehst duhu jeden Sonntag auf die Wiese mitten auf dem Dorfplatz und spielst auf Deiner Flöhöte.“ Lucinda schaute die Eule verwundert an: „Und wie soll mir das helfen?“ Aber sie versprach, es zu tun.

Das Herz der Schildkröte schlug schneller und sie war ziemlich aufgeregt, als sie am nächsten Sonntag mit ihrer Flöte zur kleinen Wiese auf dem Dorfplatz ging. Sie setzte sich und sah, dass die Eule dort schon wartete. Auch ein paar andere Tiere saßen dort. Lucinda machte es sich bequem und fing an, zu spielen. Angelockt vom Klang des Flötenspiels kamen immer mehr Tiere und lauschten ihrer Musik. Sie applaudierten Lucinda und die kleine Schildkröte strahlte vor Glück. Von da an spielte Lucinda regelmäßig sonntags.

Es sprach sich schnell herum, wie schön sie spielen konnte und immer wieder luden Tiere Lucinda ein, um auf Festen, Geburtstagen oder an Feiertagen zu spielen. Lucinda war nun stets pünktlich und fühlte sich gesünder und kräftiger als je zuvor.

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

 

 

 

 

 

 

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12 Mrz

Die Weisheiten der alten Eule 1 (Therapeutische Geschichte)

Die Weisheiten der alten Eule © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018

Die Weisheiten der alten Eule
(Therapeutische Geschichte)

 

In einer sehr alten Eiche lebte eine auch ziemlich alte Eule. Mit der Zeit konnte sie schlechter hören und sehen, aber die Tiere des Waldes gingen gern zu ihr, wenn sie Sorgen und Probleme hatten. Im Gespräch mit der alten Eule fanden viele Tiere ihre Lösungen und verstanden, was das eigentliche Thema war. Von einigen dieser Begebenheiten will ich berichten.

 

Der Hase Snorre

Eines Tages kam der Hase Snorre an der alten Eiche vorbei und sah die alte Eule, die sich in der Abenddämmerung langsam auf ihre Nachtruhe vorbereitete. „Hallo Frau Eule“, sagte Snorre. Die alte Eule hatte gerade ihre Brille nicht auf und wusste auch nicht, wo sie gerade war und sagte nur: „Hallo“. „Ach Frau Eule“, fuhr Snorre fort, „mein Leben ist soo anstrengend. Dabei bin ich wirklich schnell. Ich laufe wie der Blitz und bringe Nachrichten und Dinge vom einen zum anderen. Naja, manchmal verlaufe ich mich oder lande zunächst beim Falschen, weil die Namen ähnlich klingen, aber dann laufe ich noch ein bisschen schneller.“ Er sprach ziemlich schnell, weil er irgendwie alles recht schnell machte.

Die alte Eule hatte kaum etwas verstehen können und fragte: „Warum …“ Noch bevor sie weitersprechen konnte, sprach Snorre weiter: „… weil die Nachrichten vom einen zum anderen sollen und es immer mehr Hasen werden, für die ich Nachrichten überbringe.“ Die alte Eule hatte ihre Brille noch immer nicht gefunden und schaute mit großen Augen hinab, wer denn da wohl so viel und so schnell erzählen würde. „Wer bist duhu?“, fragte sie. „Na ich bin doch der Snorre, aus dem Dorf -der mit dem kleinen grünen Haus, direkt am Brunnen rechts von der Blumenwiese am kleinen Anger. Du kennst mich doch …“, er musste kurz Luft holen und fuhr etwas lauter fort, „schon lange.“ Die alte Eule verstand nur: „Sch … lange“. „Schlange?“, dachte sie sich. „Nein!“, rief sie dann hinunter, „Wer bist duhu wirklihich?“

Snorre kam ins Überlegen: „Das ist eine gute Frage.“ Die alte Eule horchte und horchte, doch sie hörte nichts und fragte deshalb: „Wozuhu bist du hier?“ Snorre durchfuhr es: „Noch eine richtig gute Frage! Darüber werde ich nachdenken“, sprach er leise vor sich hin und hoppelte das erste Mal seit laaangem langsam davon. Frau Eule wunderte sich, dass der vage Umriss, der so schnell sprach, plötzlich verschwand und rief: „Wo willst du hihin?“ hinterher. „Ja, wo will ich eigentlich hin?“, fragte sich der kleine Snorre, „Sie ist schon eine wirklich weise Eule.“

Frau Eule legte sich etwas verwundert und müde in ihr Nachtlager. Als Snorre in seinem kleinen grünen Haus ankam, dachte er über die Frage der Eule nach. Er träumte viel in dieser Nacht. Am nächsten Morgen erinnerte er sich an seine Träume. Einmal hatte er geträumt, er wäre in einem Spinnennetz und sah den Fliegen zu, dann, dass er in einer Tonne säße und zuletzt sah er seinen Opa, der immer nur den Kopf schüttelte.

Als Snorre gerade seinen Tee trank und wieder aufspringen wollte, um loszulaufen, verstand er es. Er musste lernen, auch mal „nein“ zu sagen, wenn es zu viel wurde und damit klare Grenzen setzen. Kurz darauf gründete er die erste Hasenpost. Er kannte alle Wege: direkte, Schleichwege und Umgehungen – er war sie oft genug gelaufen. Den jungen Hasen im Dorf, denen es ohnehin viel Spaß machte, zu laufen, brachte er diese Wege bei und plante ihre Routen. So hatte er die Fäden in der Hand bzw. in der Pfote.

Seitdem setzte er sich abends neben sein Häuschen und betrachtete, wie wunderschön die Sonne unterging. Nun wusste er, wer er sein wollte: ein Hase, der sein Leben und die vielen schönen Momente auch genießen konnte.

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

 

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25 Feb

Gesundheitsmesse Zehlendorf 24.02.18

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018

 

Zum ersten Mal waren meine Kollegin Sylvia Porstein und ich mit einem Stand auf der Gesundheitsmesse Zehlendorf im Bürgersaal vertreten. Die Messe war über den ganzen Tag (10:00-17:00) gut besucht und wir konnten einige gute Kontakte knüpfen.

Wir haben uns jeweils mit der Spende eines Gutscheins an der großen Verlosung zu Gunsten des Deutschen Roten Kreuz Kreisverbands Berlin Steglitz-Zehlendorf e.V. für das Projekt “Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) ” beteiligt.

 

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018 © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018 © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018

 

 

 

 

 

Die Bezirksstadträtin für Jugend, Gesundheit und Integration für Steglitz-Zehlendorf, Carolina Böhm, erwähnte in ihren Grußworten zur Eröffnung, dass dieser Stadtbezirk einer der gesündesten von Berlin ist.

Ich war erstmalig dabei und habe mich als Heilpraktiker für Psychotherapie (Hypnose, Ängste/Phobien, Stress, Zwischenmenschliches), für Teamcoaching (insb. Krankenhaus- und Pflegeeinrichtungen) und als Autor der Herzgeschichten vorgestellt.

Neben vielen Dienstleistungen, die vorgestellt wurden, konnten die Messebesucher Vorträgen lauschen oder vielfältige Angebote ausprobieren oder verkosten.

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2017)

 

 

 

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20 Feb

Trau dich – Mach mal was „Verrücktes“! (Thema des Monats)

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018

Aufgrund meiner Begegnung mit Sabine Asgodom Mitte Februar habe ich mein Thema des Monats kurzfristig neu geplant.

 

Viele Menschen -und das schliesst mich ein- mögen das Vertraute. Sich in vertrauter Umgebung zu bewegen, Dinge zu tun, die man schon kennt, sich in der Sicherheitszone zu befinden, empfinden wir als sicher. Hier fühlen wir uns wohl. Ein gewisses Maß an Sicherheit gehört für die meisten Menschen zu den Grundbedürfnissen (Maslow).

 

Allerdings passiert in der Sicherheits-/Wohlfühl-/Komfortzone auch nicht so viel. Es braucht Mut und vielleicht Fantasie und Neugier und manchmal ein bisschen Verrücktsein, um aus der Komfortzone auszubrechen. Mit „etwas riskieren“ meine ich nicht unbedingt, sein Leben oder auch die Gesundheit einer Gefahr auszusetzen. Mal etwas zu wagen, etwas zu tun, von dem man kaum glaubt, dass es möglich ist kann so viele Gesichter haben:

 

  • Probier mal eine Sorte Eis, die Du noch nie probiert hast.
  • Geh zum Bahnhof und fahr mit dem nächsten (erreichbaren) Zug.
  • Besuch einen Workshop/VHS-Kurs/Seminar o.ä.,
    zu dem du dich noch nie getraut hast.
  • Lächle auf der Straße einfach mal eine Frau/einen Mann an, die/die dir gefällt.
  • Bewirb dich dort, wo du „sowieso nicht angenommen“ wirst.
  • Mach, was du „schon immer, aber später mal“ machen wolltest.

 

Etwas außergewöhnliches zu machen, bietet die Chance, Außergewöhnliches zu erreichen, Neues zu erfahren und Glücksmomente zu sammeln.

 

Ich habe vor einiger Zeit in Facebook einen Vorschlag für eine Freundschaftsanfrage erhalten. Diese Frau hat(te) einen absolut faszinierenden Blick und … gemeinsame Freunde mit mir. Ich kannte sie nicht und bin einige Male den Vorschlag übergangen. Warum sollte sich diese Frau auch mit mir vernetzen wollen? Wir kannten uns nicht und … das wäre bestimmt ziemlich dreist von mir.

 

Eines Tages wollte ich es dann aber wissen und habe sie angeklickt und sie hat den Kontakt bestätigt. Mehr noch – wir hatten sofort einen Draht zueinander. Daraus entstand neben einer vertrauten Freundschaft auch eine Zusammenarbeit und so viel mehr. Ich bin sehr froh, sie kennen zu dürfen.

 

Auch andere Freunde habe ich durch solche „Zufälle“ kennengelernt. Natürlich kann auch mal etwas anders laufen, als erhofft oder nicht klappen. Doch was bereuen wir rückblickend eher/mehr … die Dinge, die nicht so passierten, wie gedacht („Fehler“) oder die Dinge, die wir nie probiert haben? In meinem Fall war letzteres der Beginn eines neuen Weges. So habe ich nach zwanzig Jahren als Banker den Spring in die Selbständigkeit gemacht und widme mich Menschen. Andere zu motivieren, von sich selbst zu begeistern und sie beim Wachsen zu unterstützen, entspricht meinem tiefsten Inneren und erfüllt mich.

 

Wie wäre es, häufiger mal etwas „Verrücktes“ zu probieren? Ganz gleich, ob daraus ein Glücksmoment, eine Anekdote oder eine Erfahrung wird … #LebeDeinLeben

 

 

Über Feedback, Meinungaustausch, Ideen und Anregungen würde ich mich sehr freuen!

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

 

 

 

 

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