12 Feb

Die Weisheiten der alten Eule 8 (Therapeutische Geschichte)

Die Weisheiten der alten Eule © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018

Die Weisheiten der alten Eule
(Therapeutische Geschichten)

 

In einer sehr alten Eiche lebte eine auch ziemlich alte Eule. Mit der Zeit konnte sie schlechter hören und sehen, aber die Tiere des Waldes gingen gern zu ihr, wenn sie Sorgen und Probleme hatten. Im Gespräch mit der alten Eule fanden viele Tiere ihre Lösungen und verstanden, was das eigentliche Thema war. Von einigen dieser Begebenheiten will ich berichten.

 

Der kleine Igel Malte

Es gab eine Zeit im Wald, da war „Vorsicht Malte“ häufiger zu hören. Manchmal galt es dem kleinen Igel Malte selbst und manchmal war es eher eine Warnung für die anderen. Dass man beim Spielen mit Igeln vorsichtiger sein sollte, um nicht gepiekst zu werden, wussten die anderen Waldkinder. Auch die Igel wussten das.

Doch der kleine Igel Malte wurde oft traurig, wenn er „Achtung Malte“ oder „Vorsicht Malte“ hörte. So gern hätte er einfach nur mit den anderen spielen wollen. Doch wenn sie mal nicht mit ihm spielen wollten oder er nicht seinen Willen bekam, kugelte sich Malte schnell ein. Er sah dann aus wie eine kleine Stachelkugel. Dann hatten die anderen oft Angst und liefen weg. „Dann eben nicht“, schnaufte Malte in sich hinein. Seine Stachelhaut schützte ihn dann. Aber so sahen die anderen Waldkinder auch nicht, wie traurig er dann war. Wenn er mal so richtig ärgerlich über jemanden war, dann rollte er sich zusammen und auf denjenigen zu. Das piekste dann und der oder die andere war dann traurig. Manchmal weinten die Kinder dann auch. „Jetzt weißt Du mal, wie das ist.“, dachte sich dann Malte. Eigentlich wollte er die anderen zwar nicht verletzen, aber irgendwie wusste er auch nicht weiter.

Eines Tages spielten die Waldkinder auch unter der Eiche der weisen Eule. Das Fangen-Spiel mochten die Waldkinder. Malte wurde nur selten gefangen. Viele hatten Angst, ihn abzuklatschen, weil sie befürchteten, sich zu pieksen. „Hier bin ich . Hieeer. Fang mich doch.“, rief Malte. Er war ganz stolz auf sich, weil er geübt hatte, schneller zu laufen. Doch als die anderen ihn weiterhin nur sehr selten fangen wollten, wurde er trotzig und kugelte sich ein. „Achtung Malte“ hörte er wieder. Die Kinder machten nun erst recht einen Bogen um ihn. Die weise alte Eule schaute sich das eine Weile an und flog dann hinab zu den spielenden Kindern.

„Na Malte, Du scheinst nicht ganz zufrieden zu sein?“, fragte die weise Eule vorsichtig. „Das brauche ich jetzt gerade auch noch!“, grummelte Malte in sich hinein. „Na warte, Dir werde ich es zeigen.“, dachte er sich. Er fühlte sich ertappt und wollte nicht, dass die anderen merkten, dass er eigentlich traurig war. Er schaute einmal grimmig und rollte sich zusammen. Dann rollte er auf die Eule zu. „Du wirst es gleich selbst spüren, wie sich das anfühlt …“, dachte er sich und rollte über ihre Füsse. Er war es gewohnt, dass die anderen dann davonliefen, jammerten, weil er sie gepiekst hatte oder auf ihn schimpften. Doch die Eule … zuckte nicht einmal. „Komm mal zu mir und erzähle.“, sagte die weise Eule zum kleinen Igel.

Malte wollte, dass die Eule seinen Schmerz, die Traurigkeit und Wut, auch spürte. „Los geh weg!“, er rollte nochmal über ihre Füße, aber die reagierte nicht darauf. „Eulen scheinen keinen Schmerz in den Füßen zu spüren.“, versuchte er sich das unerwartet Erlebte zu erklären. „Ich werde nicht weggehen, bevor wir gesprochen haben“, sagte die Eule, „ganz gleich, wie oft Du mir noch in die Füße piekst.“ „Sie fühlt es also doch!“, erschrak Malte. Da war er verwundert. „Nun erzähl mal, was mit Dir los ist.“, lächelte ihn die Eule an.

Da nahm Malte seinen Mut zusammen und schüttete ihr sein Herz aus. Er erzählte davon, wie er sich fühlte, wenn er sich ausgegrenzt und anders fühlte. Nun kullerten auch ein paar Tränchen seine Wange herunter. Doch irgendwie fühlte er sich danach leichter. „Anders zu sein, ist nichts Schlechtes. Es kann sogar etwas sehr Gutes sein. Jeder ist doch auf seine Art irgendwie anders.“, sagte die weise Eule, „Schau Dich mal um. Hier ist doch keiner genau wie der andere.“ Malte schniefte kurz und sah sich um. „ABER …“, fing Malte an, „warum ärgern mich die anderen dann?“ Die Eule schaute ihm in die Augen und fragte: „Wie genau ärgern sie Dich denn?“

Malte überlegte kurz und antwortete: „Immer wenn ich ‘Achtung Malte’ höre oder sie mich beim Fangenspiel nicht fangen wollen zum Beispiel.“ „Hm“, die Eule schaut fragend, „Hast Du ihnen das denn mal gesagt?“ „Gesagt?“, stutzte der kleine Igel, „ähm … nein, ich dachte immer …“. Man konnte seinem Gesicht ansehen, dass es ihm plötzlich bewusst wurde. „Wenn Du Dich zur Kugel einigelst und den anderen nicht sagst, wie es Dir geht, … wird sich vermutlich nichts ändern.“, zwinkerte ihm die Eule zu bevor sie wieder in ihr Nest flog.

Am nächsten Tag erzählte er den anderen Waldkindern, was ihn manchmal traurig machte und warum er sich dann einigelte. Er hatte immer gedacht, die anderen würden ihn auslachen, aber das taten sie nicht. Auch die anderen erzählten nun, was sie manchmal störte, ihnen Angst machte oder sie traurig werden ließ. Irgendwie fühlten sich die Waldkinder nun verbundener. Seitdem rollte sich Malte nur noch selten zusammen.

Am Nachmittag verabredeten sie sich zum Fangen spielen. Malte sollte als erster fangen. Als er die anderen sah, strahlte er voller Glück. Sie hatte sich alle Handschuhe mitgebracht und Malte … musste ganz schön laufen ;o)

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2019)

 

 

 

 

 

 

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30 Jan

Das Vermächtnis einer alten Dame (Therapeutische Geschichte)

Das Vermächtnis einer alten Dame
(Therapeutische Geschichte)
-inspiriert durch Norbert Cuypers-

 

Manchmal lernen wir von Menschen auf eine sehr ungewöhnliche Weise. So lernte ich von einer verstorbenen alten Dame etwas über Menschen und Menschenbilder.

Ich war eine Zeit lang als Grabredner beschäftigt, manchmal neben einem Pfarrer und manchmal allein, wenn die verstorbene Person kein Kirchenmitglied war. Es war ein Zufall, der mich zu dieser Aufgabe führte. Für diese Erfahrungen bin ich heute sehr dankbar. Man lernt, aufmerksam und verständnisvoll zuzuhören und die „richtigen“ Fragen zu stellen, wenn man mit den Angehörigen über die Verstorbenen spricht. In einigen Fällen jedoch gibt es keine Angehörigen. So war es bei Hedwig Schulze. Die von Amts wegen bestellte Nachlasspflegerin übergab mir einen Ordner mit Unterlagen, die die alte Dame vorsorglich für ihre Beerdigung gesammelt hatte. In ihrem Testament hatte sie verfügt, dass ein ordentliches Begräbnis stattfinden soll und mit dem örtlichen Bestattungsinstitut eine Vereinbarung getroffen. Diese Vereinbarung deckte sowohl die Kosten für eine Beerdigung inkl. Blumen als auch eine Grabrede ab.

So wurde ich von diesem Bestattungsinstitut beauftragt, eine Grabrede zu halten. Ich fragte mich, was sie wohl gedacht haben mag, als sie diesen besonderen Ordner zusammengestellt hatte. Obwohl ich es aus beruflichen Gründen gewohnt war, sehr persönliche Informationen zu erhalten, war es doch etwas sehr Besonderes, den Brief der alten Dame zu lesen. Neben einer Art kurzem tabellarischen Lebenslauf und Familienstammbaum schrieb sie „mir“ einen Brief. Sie schrieb darin über ihr Leben, wie sie es erlebt hatte, was sie bewegt und geprägt hatte. Hedwig Schulze hatte ein für mich beeindruckendes Leben geführt. Auch wenn sie mit ihrem Mann keine Kinder bekam, war sie Zeit Ihres Lebens ein Segen für andere, vor allem Kinder, gewesen.

Als gelernte Kinderkrankenschwester hatte sie vielen Kindern den Weg ins Leben geebnet und das nicht nur im Krankenhaus. Solange sie konnte, engagierte sie sich ehrenamtlich, half in Familien mit Problemen aus und organisierte in der Gemeinde Kurse für erste Hilfe, Kochen, Singen oder Spielen. Bis ins hohe Alter war sie aktiv. Als dann die Krankheit kam, ging alles ziemlich schnell. 89 Jahre lang hatte sie diese Welt bereichert. Auch wenn ich sie zu ihren Lebzeiten nie kennengelernt hatte, diese Frau schloss ich sehr schnell in mein Herz. Diese Grabrede sollte ein Meisterstück werden. Auch wenn mir zur Vorbereitung gemäß Auftrag nur 90min zustanden, nahm ich mir für diese Rede viel Zeit. Dieser Frau, die so viel für andere getan hatte, wollte ich eine besondere Rede widmen, die ihr gerecht werden sollte.

Als ich mich mit dem Pfarrer absprach, gewährte er mir gerne etwas mehr Zeit. „Hedwig Schulze war ein wunderbares Mitglied unserer Gemeinde. Ich weiß nur nicht, wie viele zu ihrer Beerdigung kommen. Sie hatte keine Angehörigen mehr soweit ich weiß.“, sagte er zu mir. Eine Beerdigung heißt immer Abschied nehmen, aber dieser alten Dame wollte ich einen ehrenvollen letzten Weg gestalten. Auch die Sonne, die an diesem kühlen Morgen durch die Friedhofsbäume schien, schenkte dem traurigen Anlass etwas Würde und Glanz. Umso mehr betrübte mich, dass außer dem Pfarrer und mir niemand an ihrem Grab stand. Nur ein paar Meter entfernt saßen ein paar Jugendliche auf der Lehne einer Parkbank. Ich spürte gleich einen inneren Groll, als ich dieses in meinen Augen flegelhafte Benehmen beobachtete. Wie vereinbart, begann ich meine Rede, bevor der Pfarrer seine letzten Worte und den Segen sprach.

„Wir nehmen heute traurig Abschied von Hedwig Schulze.“, begann ich meine Rede und achtete darauf, so laut zu sprechen, dass die Jugendlichen mich auch hörten. Vielleicht besaßen sie ja nun so viel Anstand, sich zu entfernen und der Verstorbenen die Würde des letzten Geleits zu gewähren. Aber nein – ich bemerkte, wie sie nun auf ihren Smartphones schrieben. Es machte mich innerlich wütend. Diese Frau hatte so viel für Kinder getan und diese frechen Gören achteten das nicht. Ich war kurz davor, etwas in ihre Richtung zu rufen, doch dann stieß ich in meiner Rede auf ein Zitat dieser Frau: „Kinder brauchen viel Liebe und Zuwendung und viel Geduld“. Es wäre wohl Hedwig Schulzes Andenken nicht gerecht gewesen, meiner Entrüstung Ausdruck zu verleihen und meine Grabrede nicht bestmöglich zu halten.

Ich konzentrierte mich also auf meine Rede und schaute auf das, was ich ihr zu Ehren ausgearbeitet hatte. Als ich wieder aufblickte, waren die Jugendlichen verschwunden. Irgendwie war ich erleichtert. Was dann geschah, war einer der überraschendsten und zugleich bewegendsten Momente meines Lebens. Eine Frau mittleren Alters im schwarzen Mantel gesellte sich zu uns und stand vor dem Grab. „Schön, dass doch noch jemand zur Beerdigung kommt.“, sagte ich. Die Dame war sichtlich bewegt und reagierte nicht auf mich. Dann schaute sie in meine Richtung und begann „Aaaa…“. Sie verstummte.

Plötzlich hörte ich hinter mir einen Chor „Aaave Maariia …“. Mir schossen die Tränen in die Augen. Eine Gruppe von bestimmt 40-50 Menschen hatten sich hinter mir versammelt und sang für die alte Dame. Als ich mich umdrehte, erkannte ich einige der Jugendlichen darunter. Sie alle gaben nun der alten Dame das letzte Geleit. „Es war eine wunderschöne Grabrede. Vielen Dank Heddi hätte sich sehr darüber gefreut. Sie war ein ganz besonderer Mensch, die schon für meine Eltern da war. Und ich bin stolz, dass ich sie auch noch kennenlernen durfte.“, waren die ersten Worte eines der Jugendlichen, der sich mir als Milan vorstellte. „Es war ein Zufall, dass wir heute durch Ihre Rede davon erfuhren. Da haben wir so schnell wie möglich alle informiert, von denen wir wussten, dass die sie kannten. Es wären sonst so viel mehr gewesen.“, fuhr er fort. Auch er hatte Tränen in den Augen. Wir sprachen noch eine ganze Weile und saßen später bei einem Kaffee zusammen.

 

 

SinnSationsGeschichten Menschlichkeit Respekt Herzgeschichten

 

Diese alte Dame lehrte mich noch nach ihrem Ableben eine wichtige Lektion: Menschen, gleich welchen Alters, mit Respekt und Offenheit zu begegnen. Anstand, Respekt und Menschlichkeit, das habe ich vielfach gelernt, erkennt man weder am Alter noch am Aussehen.

 

 

Hier gibt es die Hörversion:

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2019)

 

 

 

 

 

 

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03 Okt

Türöffner-Tag 2018 – Die Sendung mit der Maus

MausTag Türöffner 2018 Hypnose-Seminare-Berlin.de Ayurveda und Hypnose für Kinder

 

#MausTag #Türöffner #2018 #Hypnose #Hypnoseausbildung #Hypnoseseminar

 

Heute, am 3.10.2018 war es nun soweit. Als Trainer bei HypnoseSeminareBerlin war ich beim Türöffner-Tag 2018 – Die Sendung mit der Maus dabei.

 

#Kraft tanken #MausTag #Türöffner #2018 #Hypnose #Hypnoseausbildung #Hypnoseseminar

 

Wir öffneten die Tür zur Praxis für Ayurveda und Hypnose und dem Ausbildungsinstitut HypnoseSeminareBerlin. Meine Kollegin Franziska Heyn und ich haben MausFans zwischen 6-10 Jahren und ihren Eltern Wissenswertes über Ayurveda, die traditionelle Heilkunst aus Indien, Achtsamkeit und Hypnose erklärt und gezeigt. Eine kleine Fantasiereise ließ sie ihren Körper auf eine neu Art wahrnehmen und eine tiefe Entspannung erleben. Auch einige Erwachsene wollten dies miterleben und machten ihre teilweise ersten Hypnoseerfahrungen.

 

#Entspannung #MausTag #Türöffner #2018 #Hypnose #Hypnoseausbildung #Hypnoseseminar

 

 

Mehr Informationen direkt auf:
https://www.wdrmaus.de/tuer_oeffner_tag/2018/index.php5?detail=695740

 

#MausTag #Türöffner #2018 #Hypnose #Hypnoseausbildung #Hypnoseseminar

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

 

 

 

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09 Sep

Der Lumpenhund (Therapeutische Geschichte)

exklusiv auf nur-positive-nachrichten.de

Der Lumpenhund (Therapeutische Geschichte)

 

Meine neueste Geschichte “Der Lumpenhund” ist nun exklusiv auf nur-positive-nachrichten.de zu lesen. Sie ist inspiriert durch eine wahre Begebenheit.

 

Ich war einmal wieder mit der S-Bahn in Berlin unterwegs und fuhr auf dem kleinen Ring von West nach Ost … so beginnt eine besondere Begegnung und meine kleine Geschichte über Menschlichkeit und Verbindungen zwischen Welten.

 

Hier die Hörversion:

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

 

 

 

 

 

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06 Sep

Mein Artikel “Veränderung im Leben” bei ratgeber-lifestyle.de

© Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2017

 

ratgeber-lifestyle.de bat mich kürzlich einen Fachartikel zum Thema “Veränderung im Leben” zu schreiben. Dieser wurde nun veröffentlicht, was mich sehr freut und ein wenig mit Stolz erfüllt.

 

Unser Leben ist voller Veränderungen. Manche bemerken wir, andere bleiben unentdeckt. Bei vielen Menschen erzeugen Veränderungen (von außen) Widerstand oder Ängste. Oft genügt ein kleines bisschen Unterstützung, um den Blickwinkel zu verändern und Veränderungen als Chance zu verstehen.

 

Der vollständige Artikel ist unter https://www.ratgeber-lifestyle.de/beitraege/persoenlichkeitsentwicklung/veraenderung-im-leben.html zu finden.

 

Manchmal können Veränderungen auch durch Coaching oder Therapie positiv unterstützt werden.

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

 

 

 

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24 Aug

Türöffner-Tag 2018 – Die Sendung mit der Maus

MausTag Türöffner 2018 Hypnose-Seminare-Berlin.de Ayurveda und Hypnose für Kinder

 

 

Als Trainer bei HypnoseSeminareBerlin bin ich beim Türöffner-Tag 2018 – Die Sendung mit der Maus am 3. Oktober 2018 dabei. Ich freue mich darauf, MausFans in der Praxis von Franziska Heyn zu begleiten.

 

Wir öffnen die Tür zur Praxis für Ayurveda und Hypnose und Ausbildungsinstitut HypnoseSeminareBerlin. MausFans ab 6 Jahren können bei uns Wissenswertes über Ayurveda, die traditionelle Heilkunst aus Indien und Hypnose erfahren. Wir schicken sie auf eine Fantasiereise, wodurch sie ihren Körper auf eine neu Art wahrnehmen können und zudem tiefe Entspannung erfahren. Die Praxisinhaberin Franziska Heyn und ihre KollegINNen berichten und zeigen Interessierten, wie sie arbeiten und wie Hypnose angewendet wird, um Menschen zu helfen.

 

An die MausFans:
Du bist zwischen 6-10 Jahre alt? Dann laden wir Dich ein, zu erfahren, was genau Ayurveda ist und wie man mit Hypnose Menschen helfen oder heilen kann. Was passiert eigentlich in einer Hypnosepraxis? Du kannst selbst erleben, wie sich
Hypnose anfühlt. Was erlebst Du auf Deiner Fantasiereise in ein magisches Land? Da Du hierfür die Erlaubnis Deiner Eltern brauchst, bring sie bitte mit. Wir freuen uns auf Dich.

 

Mehr Informationen direkt auf:
https://www.wdrmaus.de/tuer_oeffner_tag/2018/index.php5?detail=695740

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

 

 

 

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14 Aug

Der zerbrochene Teller (Therapeutische Geschichte)

Der zerbrochene Teller
(Therapeutische Geschichte)
-in tiefer Dankbarkeit-

 

Ich schreckte zusammen als ich das Klirren und Scheppern aus der Küche hörte. Was war passiert? Hatte sie sich verletzt? Ich sprang auf und eilte in die Küche. Ein Teller oder vielmehr die Scherben eines Tellers lagen auf dem Boden. Elke schaute mich mit einer Mischung aus erschrocken und verärgert an. „Was ist denn passiert?“, entfuhr es mir. „Du hast ja auch alles so voll gestellt hier. Wie soll ich da auch vernünftig einen Teller in den Geschirrspüler stellen?“

„Wieso hast Du auch zwei Teller genommen? Dann wäre das nicht passiert.“, entgegnete ich. Ich konnte quasi sehen, wie die Wut und Verzweiflung in ihr anstieg. So froh ich auch war, dass ihr nichts passiert war, ärgerte mich der kaputte Teller. Sie war aber immer so ungeschickt, dachte ich noch, bevor ich mit vorwurfsvollem Blick die Scherben aufsammelte. Wutschnaubend verließ Elke die Küche. Im Nachhinein tat es mir leid, dass ich nicht entspannter darauf reagiert hatte. Ich war ja froh, dass es ihr gut ging. Es war letztlich nur ein Teller.

Einige Wochen später wollte ich im Fernsehen eine Sendung sehen und hatte mich mit dem Abendbrot beeilt. Ich griff beide vorbereitete Brettchen und stellte ein Glass Fruchtschorle dazu. Die Sendung sollte gleich beginnen und ich wollte ja Zeit sparen. Auf dem letzten Meter rutschte das Glas und ich ging in einen Jonglierversuch über … aber das Glas fiel doch zu Boden und die Schorle war nur noch eine Pfütze am Boden.

Diesmal war Elke es, die zur Tür hereinstürmte und fragte, was passiert sei. Ich spürte wie in mir die Wut über mein Missgeschick, der Ärger über das, was mir nun bevorstand und die Verzweiflung aufstieg. „Ist Dir was passiert?“, fragte Elke und ich druckste nur „Nein, alles ok.“ Innerlich bereitete ich mich auf einen Vortrag vor, warum ich denn nicht zweimal gegangen war und dass es ja klar ist, dass ein Glas auf dem Brettchen rutschen könnte. Ich überlegte schon, was ich entgegnen würde. „Du hättest mir ja auch helfen können, dann hätte ich nicht zweimal gehen müssen.“, war eine von mehreren Reaktionen, die mir durch den Kopf gingen. Ohne ein Wort lief sie in die Küche, holte die Küchenrolle und wischte die Flüssigkeit auf. „Pass auf die Scherben auf …bitte“, sagte ich, während ich die Brettchen abstellte und ein Kehrblech holte. „Naja, bis auf den Schrecken ist ja nichts passiert.“, lächelte sie mich an, „Es war nur ein Glas. Dir ist nichts passiert. Das ist wichtig!“

 

Der zerbrochene Teller - SinnSationsGeschichten Liebe Beziehung Leben

 

Ich war verunsichert, erleichtert und begeistert zur gleichen Zeit. Mir war klar, dass das DIE Gelegenheit für sie gewesen wäre, sich für meinen Ausbruch beim zerbrochenen Teller zu revanchieren. „Danke“, sagte ich kleinlaut. Dann nahm ich sie in den Arm und wiederholte es: „Danke, … dass Du nicht geschimpft hast. Ich weiß ja, dass das blöd von mir war.“ Wieder lächelte sie nur. In dem Moment wurde mir klar, dass weder ein kaputtes Glas noch ein Teller es wert waren, sich zu streiten oder Vorwürfe zu machen. Wenn einem so etwas passiert, wünscht man sich Verständnis, denn Vorwürfe macht man sich selbst schon genug.

Seitdem waren die kleinen Unfälle des Alltags nie wieder ein „Problem“ zwischen uns.

 

Was ich durch einen zerbrochenen Teller und ein kaputtes Glas lernte, macht mein Leben seitdem deutlich entspannter und leichter.

 

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

 

 

 

 

 

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18 Jul

Warum die Dankbaren glücklich sind (Thema des Monats)

 

Warum die Dankbaren glücklich sind (Thema des Monats)

 

Nicht die Glücklichen sind dankbar.
Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.
Sir Francis Bacon

 

Warum die Dankbaren glücklich(er) sind

Da ich schon einige Ländern der Welt besuchen durfte, kann ich sagen, dass Zufriedenheit und Glücklichsein nicht unbedingt etwas mit Reichtum zu tun haben. Für diese Erfahrungen bin ich sehr dankbar. Besonders in Asien (z.B. Thailand) habe ich viele Menschen getroffen, die sich mir glücklich und voller Vertrauen und Hoffnung zeigten. Die Zeit, die ich dort verbrachte, hat mich manche Dinge im Leben in einem neuen Blickwinkel sehen lassen. Ob und wie glücklich ich mich fühle, hängt oft davon ab, was ich erwarte und dann bekomme. Kann ich Dankbarkeit für mein Leben und das, was ich habe, empfinden, machen mich auch schon kleine Dinge glücklich. Glück ist für mich daher keine Frage von Geld oder bestimmten Gütern. Es mag Güter geben, die meine Bedürfnisse befriedigen, so dass ich mich glücklich fühle und Geld kann mir manche diese Dinge ermöglichen, jedoch ist es nicht das Geld selbst, sondern, das, was es ermöglicht, was mir Glücksgefühle schenken kann.

 

Kann man Dankbarkeit lernen?

Eine Übung, die ich gerne mit Klienten mache, ist eine Liste: „Wofür ich dankbar bin in meinem Leben“ oder ein Dankbarkeitstagebuch. Im Alltag vergessen wir schnell, wieviel uns eigentlich geschenkt ist und wofür wir dankbar sein können. Kleinen Kindern bringen wir bei, „Danke“ zu sagen. Wir großen Kinder haben es wieder verdrängt. Eine Freundin, bei der wir mal Dampf ablassen können oder Trost bekommen, ein gutes Buch, das uns Entspannung oder auch spannenden Lesegenuss schenkt oder das Lachen eines Kindes, kann uns deutlich machen, wofür wir dankbar sein sollten. Positive Gefühle vergessen wir oft schneller als negative. Eine Liste oder ein Dankbarkeitstagebuch können in Momenten, wo es uns nicht so gut geht, wie das Stöbern nach Kindheitserinnerungen auf einem Dachboden sein. So eine Schatztruhe glücklicher Erinnerungen und Dankbarkeitsmomenten kann wie ein emotionales Trostpflaster sein. Jeder von uns kam vermutlich schonmal in eine Lebenslage, wo sie/er sich positive Gefühle gewünscht hat.

Die Liste „Wofür ich dankbar bin in meinem Leben“ nutze ich eher, um Klient_inn_en in diesem Moment, in dem sie bei mir sind, spüren zu lassen, dass es Vieles in ihrem Leben gibt, um dankbar und glücklich zu sein. Es geht um das aktuelle Bewusstmachen, denn unseren Fokus auf die negativ bewerteten Aspekte zu legen, haben wir ausreichend gelernt.

Ein Dankbarkeitstagebuch ist eine Aufzeichnung über die Zeit. Wie ein Container voller Dankbarkeits- und Glücksmomente, der „in schlechten Zeiten“ Hoffnung und Trost spendet. Über die Zeit werden Menschen, die ein Dankbarkeitstagebuch führen, achtsamer für kleine und große Momente, für die sie dankbar sind. Dadurch entwickeln sie auch ein Verständnis, anderen Menschen ihre Dankbarkeit auszudrücken. Eine Danksagung sollte nicht den Todesanzeigen und Grabreden vorbehalten sein.

 

Das alltägliche „Vielen Dank“

Im Alltag schätze ich es, mich bei Menschen, die etwas für mich tun, zu bedanken. Ganz gleich, ob am Telefon oder persönlich, an der Kasse, wenn ein Busfahrer mal wartet oder ich beim Arzt noch einen Termin bekomme, bedanke ich mich gern. „Danke“ oder „Vielen Dank“ geht vermutlich vielen Menschen so über die Lippen. ABER: Wann haben wir den Menschen, die uns besonders wichtig sind, uns nahe stehen oder denen wir viel verdanken, “Danke” gesagt? Seiner Familie, seinen Freund_inn_en und anderen nahestehenden Personen einmal „Vielen Dank, dass Du …“ zu sagen oder wofür man (ihnen) dankbar ist und sie schätzt, kann zwar im ersten Moment für Irritationen sorgen (Viele glauben, man sage das nur, weil man seine letzten Angelegenheiten regeln müsse.), aber es kann Menschen einander viel näher bringen. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass manche Menschen diesen Gedanken weitertragen und sich danach bei anderen bedanken. Eine Welle positiver Gefühle kann sich ausbreiten. Wir wissen nie, wieviel Zeit uns oder unseren Lieben noch geschenkt ist, lasst uns daher darauf achten, unsere Dankbarkeit (mit)zu teilen. (Danach fühlen sich meist beide Beteiligte glücklich.)

 

Der Schnupfen und die Dankbarkeit

Ein Schnupfen ist lästig und unangenehm, aber im Regelfall nach 10-14 Tagen ausgestanden. Der positive Effekt ist jedoch, dass ich mir in solchen Momenten schnell bewusst werde, wie schön es ist, ansonsten und in der anderen Zeit gesund und dafür sehr dankbar zu sein. Oft entwickeln Menschen -in und nach schweren Krankheiten- ein Bewusstsein für das, was ihnen (noch) gegeben ist. Manchmal ist es wie ein Weckruf, ein Wachrütteln, um jemandem wieder das Wunder des Lebens und die Schönheit des Augenblicks erleben und fühlen zu lassen. Mal ehrlich, wer stand nicht schon einmal vor dem Spiegel und konnte nur an das denken, was ihr/ihm in diesem Moment gerade nicht gefiel. Ich empfinde es immer wieder erstaunlich, dass einige Klient_inn_en ganz anderes an sich wahrnehmen, als ich. Meist bleiben ihnen die wunderbaren Seiten an sich selbst verborgen. Ich liebe es, diese Menschen (wieder) von sich selbst zu begeistern.

 

Wofür ich dankbar bin …

In diesem Moment bin ich für so vieles dankbar und möchte mich bei meiner Familie, meinen Freunden und Bekannten und den Menschen, die mich in meinem Leben geprägt haben, bedanken. Ich hatte eine recht glückliche Kindheit und hatte sicher auch viel Glück in meinem Leben. Nicht alle Erfahrungen waren schön, manche sogar recht schmerzlich, aber sie haben mich zu dem gemacht, der ich heute bin. Ich bin dankbar und glücklich, dadurch einen Beruf ausüben zu dürfen, der mich so sehr bereichert und den ich jeden Tag mit Leidenschaft ausfülle.

 

 

Ich danke Ihnen oder Dir für das Lesen meines Beitrags und wünsche Ihnen oder Dir einen wundervollen Tag.

 

 

Dankbar

Kommt ein Engel in Dein Leben,
ermuntert Dich und lässt Dich streben,
stets Dein Bestes nur zu geben,
Lassen tiefe Meeres-Augen
Dich an kleine Wunder glauben
ein Zauber Dir die Stunden rauben,
Erlebst Du Leidenschaft und Küssen
mit ungeahnten Hochgenüssen,
von denen wohl nur Engel wissen,
Lässt Deine Seele Du berühren,
kannst tiefe Verbindung Du verspüren,
ein Wort, ein Blick kann Dich verführen,
Hast Du als Spiegelbild erkannt,
was Du da hältst in Deiner Hand,
zählt nur das Herz, nicht der Verstand,
Ist Charme mit Geist und Witz vereint,
Verständnis, was ein Kleinod meint,
und Schweres so viel leichter scheint,
Trotz Frust und Schmerz und Traurigkeit,
weil mir geschenkt nur wenig Zeit,
spüre ich tiefe Dankbarkeit.
sz

 

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

 

 

 

 

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12 Jun

Die Weisheiten der alten Eule 6 (Therapeutische Geschichte)

Die Weisheiten der alten Eule © Praxis Der Zuhörer - Steffen Zöhl, 2018

Die Weisheiten der alten Eule
(Therapeutische Geschichte)

 

In einer sehr alten Eiche lebte eine auch ziemlich alte Eule. Mit der Zeit konnte sie schlechter hören und sehen, aber die Tiere des Waldes gingen gern zu ihr, wenn sie Sorgen und Probleme hatten. Im Gespräch mit der alten Eule fanden viele Tiere ihre Lösungen und verstanden, was das eigentliche Thema war. Von einigen dieser Begebenheiten will ich berichten.

 

Die kleine Spinne Dora

Auch wenn jedes Tier im Wald seine Aufgabe hatte, so wurden sie doch unterschiedlich wahrgenommen – besonders von den Menschen. Sie bewerteten die Tiere nach Aussehen oder Eigenschaften, die sie ihnen zuschrieben. Die kleine Spinne Dora war unglücklich, als sie die weise Eule aufsuchte. Die Eule musste schon genau hinsehen und hören, denn die kleine Spinne war wirklich nicht sehr groß.

„Die Menschen mögen mich nicht.“, jammerte Dora, „Sie schreien, treten und schlagen nach mir, wenn sie mich sehen – selbst wenn ich einfach nur still da sitze. Als wäre ich ein Monster. Weisst Du, liebe Eule, wie oft ich schon ‘Pfui Spinne’ gehört haben? Das tut manchmal schon weh. Es ist hart, wenn man von niemandem gemocht wird.“ Ein leises Schluchzen war zu hören.

„Die Menschen“, antwortete die Eule, „sehen meist nuhur mit ihren Augen und dann auch nuhur das, was sie sehen wollen. Sie bedenken nicht, wie viele Mücken und Fliegen duhu fängst und ihnen damit das Leben leichter machst. Viele haben Angst vor Dir, obwohohl sie ein Vielfaches größer sind als Duhu.“ Die weise Eule beugte sich zu Dora hinunter und schaute ihr tief in die Augen. „Duhu wirst sie nicht verändern können. Die Menschen glauben, sie würden die Natuhur verstehen. Dabei bewerten sie alles, was sie dort finden, nuhur danach, ob es für sie nützlich erscheint ohoder nicht.“

„Andere Tiere mögen die Menschen. Sie füttern sie, hegen und pflegen sie und haben sie gerne in ihrer Nähe. Ich wünschte, sie würden mich auch mögen und erkennen, dass ich vieles tue, was gut für sie ist. Ich webe viele Stunden und Tage an meinen Netzen und versuche auch, sie besonderen schön zu machen. Doch keiner achtet darauf.“, sagte Dora mit gesenktem Haupt.

„Überlege Dir gut, was Duhu Dir wünschst!“, entgegnete ihr da die weise Eule, „Viele der Tiere, die die Menschen möhögen, wollen sie nuhur essen. Deshalb füttern sie sie uhund haben sie in ihrer Nähe.“ Dennoch verstand die Eule Doras Wunsch. Dora wurde nachdenklich. Die Menschen schienen schon komisch zu sein. Dann hörte sie die Worte der weisen alten Eule: „Wichtig ist nicht, ob andere bemerken, was Duhu Gutes tust oder wie sie über Dich denken. Wichtig ist, wie Duhu über Dich denkst, dass Duhu weisst, dass Duhu ein wertvoller Teil dieses Waldes bist.“

Dora war berührt und spürte, wie ein Stück Traurigkeit aus ihrem Herzen wich.

Als es zu dämmern begann, machte sich Dora daran, ein neues, ganz besonderes Netz zu weben. Der Mond schenkte ihr noch Licht, bis sie damit fertig war und zufrieden einschlief. „Sieh nur Mami, ist das nicht wunderschön!“ Als Dora, durch diese Worte geweckt, ihre Augen öffnete, sah sie ein kleines blondes Mädchen, das fasziniert vor ihrem Netz stand. Der Morgentau hatte sich in feinsten Perlen darin verfangen und glitzerte in der morgendlichen Sonne. „Sieh es Dir an, aber störe die Spinne nicht, Farah.“, sagte die Mutter zu dem Mädchen. „Das hat eine Spinne gemacht?“, fragte Farah, „Ich wusste nicht, dass diese Krabbelinge so schöne Dinge machen können. Ich glaube, dann mag ich Spinnen doch … auch wenn sie komisch krabbeln.“

Die kleine Spinne Dora hat diese Worte nie vergessen.

Vielleicht war es nur ein kleines Mädchen, vielleicht war es nur ein Zufall, vielleicht nur dieser eine Morgen, aber vielleicht war es auch ein Anfang …

Seiden web ich Fäden zum Gespinst,
dass Morgentau im Lichte glänzt,
fang Träume, Wünsche, Hoffnung ein
zu binden sie an diese Erden,
damit sie einmal Wahrheit werden
und glücklich machen – groß und klein.

Du Mutter vieler Fantasien,
verkannt, zu Unrecht oft verschrien,
ich will Dir meine Zeilen schenken,
Dein Bild in grade Bahnen lenken,
will wie ein Kind mit allen Sinnen
nach Herzenslust nur mit Dir – spinnen.
sz

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

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(Ansichten 135, 1 Ansichten heute)
05 Jun

Die Weisheiten der alten Eule 5 (Therapeutische Geschichte)

Die Weisheiten der alten Eule
(Therapeutische Geschichte)

 

In einer sehr alten Eiche lebte eine auch ziemlich alte Eule. Mit der Zeit konnte sie schlechter hören und sehen, aber die Tiere des Waldes gingen gern zu ihr, wenn sie Sorgen und Probleme hatten. Im Gespräch mit der alten Eule fanden viele Tiere ihre Lösungen und verstanden, was das eigentliche Thema war. Von einigen dieser Begebenheiten will ich berichten.

 

Das Lied der Steine - Shania und Goran

 

 

Shania und Goran

So wie die junge Ente lief, ahnte die weise Eule schon, was kam. Es war Liebeskummer, der die Ente zu ihr kommen und um Rat bitten ließ. Da erzählte die Eule ihr die Geschichte vom Maulwurf Goran, der in die Elster Shania verliebt war.

Es ist viele Jahre her, dass Goran und Shania hier im Wald lebten. Als die Elster sich in einem Winter den Flügel verletzt hatte, pflegte sie der Maulwurf. Obwohl er es anfangs kaum glauben konnte, spürten beide, dass es eine große Nähe zwischen ihnen gab. Die Elster und der Maulwurf kannten sich schon eine Weile, als der Maulwurf ihr seine Liebe gestand. Gerührt nahm sie es auf und beteuerte, dass auch ihr Herz für ihn fühlte. Auch wenn beide recht unterschiedlich lebten, fühlten sie doch eine große Verbundenheit zueinander. Einen Sommer lang hatten sie viele Tage und Nächte miteinander geteilt. Er suchte die schönsten und glänzendsten Steine für sie und kümmerte sich stets um ihr Wohl. Wann immer sie traurig war, kam er zu ihr und tröstete sie.

Doch weil der Maulwurf immer wieder eine Zeit unter der Erde war, kam es dazu, dass auch der Zaunkönig um die Elster warb. Goran wurde traurig, als er sah, wie beide durch die Sommerabende flogen. Sie bat ihn um Zeit, um für sich herauszufinden, was ihr Herz wollte. Doch sein Herz wurde schwer, mit jedem Tag, den sie mit dem Zaunkönig flog. Tränen kullerten aus seinen kleinen Knopfaugen. Er versuchte, um sie zu kämpfen. So ging er jeden Tag in den Berg, um Edelsteine für sie zu holen, die glänzten. Er legte sie ihr, liebevoll geschmückt, in ihr Nest. Sie mochte die Steine und wie er sich um sie sorgte.

Die Elster hatte ihn liebgewonnen und wollte den Maulwurf gerne in ihrem Leben behalten, fühlte aber, dass ihr der Zaunkönig gut gefiel. Sie bat Goran immer wieder, er möge doch als Freund bei ihr bleiben. Doch sein Herz war gebrochen. Immer häufiger und länger grub er sich in den Berg.

Eines Tages lagen keine Steine in ihrem Nest. Shania flog zum Berg und suchte nach Spuren von Goran. Als auch nach Tagen kein Zeichen von Goran zu finden war, hatte sie die alte Eule aufgesucht, die damals noch eine eher junge Eule war. Die Eule wusste nicht, wo Goran geblieben war. Sie senkte nur den Kopf, als sie Shanias Geschichte gehört hatte.

Goran wurde nie wieder gesehen. Alles, was blieb, war das Lied der Steine, von dem manche glauben, dass es noch immer tief im Berg zu hören ist.

 

Das Lied der Steine

Für Dich grub ich mich tief und tiefer
durch den Stein, Granit und Schiefer
bis auf den Grund des Bergs hinein,
auf dass Dein Herz so werde mein.

Suchte nach Gold und Edelstein,
Dir nah zu sein, nicht allein.
Fand ich auch viel vom edlen Erz,
blieb mir zuletzt verwehrt Dein Herz.

Einst warst Du mir so tief und nah,
bis ich zerbrach, als ich es sah.
Es ging Dein Herz und Stück für Stück
verlor ich mich, mein Herz und Glück.

So geh ich in die Dunkelheit,
vergesse Leben, Traum und Zeit.
Was ich Dir gab, ward nicht belohnt,
Du lebst mit Sonne und mit Mond.
sz

 

 

 

 

 

 

(© Praxis Der Zuhörer – Steffen Zöhl, 2018)

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